Pharmabranche Schweinegrippe hat Glaxo gut getan
Die Zentrale von Glaxo Smithkline.
HB LONDON. Das Geschäft mit Impfstoff gegen die Schweinegrippe hat die Gewinne des britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline zum Jahresstart kräftig angeschoben. Der Konzern verdiente vor Restrukturierungskosten 1,6 Mrd. Pfund, das entspricht einem Zuwachs von rund 18 Prozent. Pro Aktie standen 30,7 Pence Gewinn in den Büchern und damit 17 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit schnitt Glaxo etwas besser ab als am Markt erwartet. Analysten hatten den Briten im Schnitt nur 29,5 Pence zugetraut. An der Börse legte die Glaxo-Aktie 0,3 Prozent zu.
„GSK hat einen guten Start in das Jahr 2010 hingelegt“, sagte Konzernchef Andrew Witty. Das Unternehmen setzte in den ersten drei Monaten des Jahres 7,4 Mrd. Pfund um und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allein mit Impfstoffen gegen die Schweinegrippe erzielte der Konzern Erlöse von fast 700 Mio. Pfund - das ist die Hälfte aller Impfstoffumsätze im Quartal. Auch der Schweizer Konkurrent Novartis hatte dank kräftiger Umsätze mit seinem Schweinegrippe-Impfstoff im Auftaktquartal deutlich mehr verdient. Allerdings dürfte Experten zufolge der Schweinegrippe-Boom für die Hersteller langsam zu Ende sein. Glaxo rechnet für das Gesamtjahr 2010 mit einem Schweinegrippe-Impfstoffumsatz auf dem Niveau des vergangenen Jahres, der bei 883 Mio. Pfund lag.
Glaxo-Chef Witty will die Position der Briten in den Schwellenländern verstärken. Die Abhängigkeit von klassischen Medikamenten in den westlichen Industrieländern soll verringert werden. Dieses Geschäft, das Witty zumeist mit „Weiße Pillen/Westliche Märkte“ umschreibt, machte im ersten Quartal 27 Prozent der Gesamtumsätze aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 32 Prozent. Beim Lungen-Medikament Advair, seinem Top-Präparat, steigerte der Konzern im Quartal die Umsätze um neun Prozent auf 1,3 Mrd. Pfund.
Wie andere internationale Pharmakonzerne spürt auch Glaxo in vielen Ländern den Druck der Regierungen, die die Kosten in ihren Gesundheitssystemen reduzieren wollen. Rivalen wie Eli Lilly beispielsweise erwarten, dass die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama die Gewinne in diesem und im nächsten Jahr schmälern wird. Witty zufolge wird GlaxoSmithKline die Folgen für das Geschäft durch eine verbesserte Effizienz ausgleichen können. Die US-Gesundheitsreform sieht unter anderem vor, dass die Hersteller den Patienten in den staatlich finanzierten Gesundheitsprogrammen größere Preisnachlässe für Medikamente einräumen.
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