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Pharmaforschung Hoffnungsträger aus Jena: So will Inflarx die Sterblichkeit bei Corona-Patienten senken

Die Biotechfirma setzt auf ihren neuartigen Entzündungshemmer. Nach ersten positiven Ergebnissen startet Inflarx nun eine größere Studie.
27.08.2020 - 03:51 Uhr Kommentieren
Corona: Biotechfirma Inflarx will Sterblichkeit senken Quelle: AFP
Corona-Patient auf der Intensivstation

Der Entzündungshemmer IFX-1 zeigte in einer kleineren Studie deutlich positive Resultate, die auf eine Reduktion der Sterblichkeit bei besonders schwer erkrankten und beatmeten Patienten von etwa 50 Prozent deuten.

(Foto: AFP)

Frankfurt Im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 stehen derzeit vor allem eher die Impfstoffentwickler im Rampenlicht. Aber auch mit Blick auf potenzielle Medikamente arbeiten deutsche Biotechfirmen an vielversprechenden Ansätzen. Das wohl am weitesten vorangeschrittene Projekt verfolgt dabei die Jenaer Firma Inflarx mit ihrem Entzündungshemmer IFX-1.

Der Wirkstoff zeigte in einer kleineren Phase-2-Studie deutlich positive Resultate, die auf eine Reduktion der Sterblichkeit bei besonders schwer erkrankten und beatmeten Covid-Patienten von etwa 50 Prozent deuten. Ausgehend von diesen Daten plant Inflarx nun eine deutlich größere internationale Studie mit 360 Teilnehmern, die im Erfolgsfall Grundlage für eine Zulassung sein könnte. Erste Daten aus dieser Testreihe, schätzt Firmenchef Niels Riedemann, könnten Anfang kommenden Jahres vorliegen.

Der Wirkstoff von Inflarx richtet sich gegen das Proteinfragment C5A, das eine wichtige Rolle im sogenannten Komplementsystem der Immunabwehr spielt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Proteinen, die die primäre Immunabwehr steuern. Sie richten sich zum Teil direkt gegen Krankheitserreger, steuern darüber hinaus aber auch nachgelagerte Immunreaktionen.

C5A ist in dieser Kette „einer der stärksten Entzündungsaktivatoren des menschlichen Körpers“, glaubt der ehemalige Intensivmediziner Riedemann. Eine Blockade der Substanz mache aus seiner Sicht daher Sinn, um überzogene Immunreaktionen zu bremsen, die etwa bei schwer kranken Covid-Patienten zum Organversagen führen.

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    Inflarx will den eigenen C5A-Blocker nun in Kombination mit dem Kortison-Wirkstoff Dexamethason testen und hofft, damit das Sterberisiko bei kritisch erkrankten Covid-Patienten weiter zu senken. Das Jenaer Unternehmen zählt damit zu den relativ wenigen Unternehmen, die mit einem neuartigen Wirkmechanismus in einer Phase-3-Studie gegen Covid antreten.

    Die Covid-Studie bietet für Inflarx eine große Chance, das Grundprinzip der C5A-Blockade als Strategie gegen krankhafte Entzündungsprozesse zu bestätigen. Im ersten Anlauf war dies fehlgeschlagen. Im Einsatz gegen Akne inversa, eine schmerzhafte chronische Hautentzündung, lieferte IFX-1 nicht die erhofften Resultate, was dem an der Nasdaq gelisteten Unternehmen im Mai 2019 einen herben Wertverlust bescherte.

    Riedemann ist indessen weiter überzeugt, dass IFX-1 auch auf diesem Feld Potenzial hat, und will die Zulassungsbehörden nun von neu definierten Erfolgskriterien für eine weitere Studie überzeugen. Ein Erfolg gegen Covid-19 könnte dafür Rückhalt geben.

    Mehr: Noch kein Durchbruch in Sicht: Die mühsame Suche nach Corona-Medikamenten

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