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Pharmaforschung US-Zulassung von MS-Medikament Mavenclad stärkt Merck

Der Darmstädter Pharmakonzern hat für sein Mittel gegen Multiple Sklerose die US-Genehmigung erhalten. Nun hofft Merck auf ein lukratives Geschäft.
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Der Darmstädter Konzern erringt durch die Zulassung einen wichtigen, aber lange ungewissen Erfolg für seine 6,2 Milliarden Euro schwere Pharmasparte. Quelle: Reuters
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Der Darmstädter Konzern erringt durch die Zulassung einen wichtigen, aber lange ungewissen Erfolg für seine 6,2 Milliarden Euro schwere Pharmasparte.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Mehr als ein Jahrzehnt lang hat Merck auf diesen Moment hingearbeitet, am Montag war es endlich so weit: Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte dem Darmstädter Pharmakonzern die Zulassung für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad. Merck darf das Mittel damit auch auf dem lukrativen US-Markt vertreiben, nachdem die europäische Zulassungsbehörde EMA bereits 2017 grünes Licht gegeben hat.

Der Darmstädter Konzern erringt damit einen wichtigen, aber lange ungewissen Erfolg für seine rund 6,2 Milliarden Euro schwere Pharmasparte. In diesem Geschäft setzt Merck vor allem auf organisches Wachstum, während es die deutlich kleinere Chemiesparte gerade durch die feindliche Übernahme der US-Firma Versum ausbaut.

Die bisherigen Umsatzprognosen für Neuentwicklungen im Pharmabereich hat der Konzern am Montag zwar nicht angehoben. Forschungschef Luciano Rossetti blieb vielmehr bei der Aussage, dass man bis 2022 rund zwei Milliarden Euro Zusatzumsatz mit neuen Produkten erwartet.

Manche Analysten indessen spekulieren bereits darauf, dass Merck diese Prognosen anheben könnte. Für 2019 stellt Merck einen mittleren dreistelligen Millionenumsatz mit Mavenclad in Aussicht, nach 90 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Zusätzlichen Schub erhofft sich Merck in den Folgejahren von mehreren Neuentwicklungen gegen Krebs, darunter der bereits zugelassene Wirkstoff Bavencio, für den der Konzern 2019 die Zulassung zur Nierenkrebs-Behandlung beantragen will. Auf dem gut 20 Milliarden Euro großen Markt für Multiple-Sklerose-Medikamente ist Merck bisher bereits durch das Mittel Rebif vertreten, das zuletzt aber an Boden verloren hat.

Multiple Sklerose (MS) ist dadurch gekennzeichnet, dass Immunzellen die Umhüllungen von Nervenzellen angreifen und so neurologische Störungen, insbesondere Lähmungen, auslösen. Mavenclad wirkt dem entgegen, indem es bestimmte Lymphozyten abtötet.

Der Wirkstoff wird seit Langem bereits bei der Behandlung spezieller Formen von Leukämie eingesetzt. Als MS-Medikament zeichnet er sich durch ein besonderes Therapieschema aus: Die Mavenclad-Tabletten müssen nur an 20 Tagen in zwei Jahren eingenommen werden.

Aufgrund erhöhter Infektions- und Krebsrisiken ist die Zulassung zwar auf Fälle beschränkt, bei denen die MS nach einer Erstbehandlung fortschreitet oder sich beschleunigt. Es handelt sich dabei um die „schubförmig remittierende (RRMS) und aktive sekundär progrediente (SPMS) Multiple Sklerose“.

Merck sieht den Wirkstoff dennoch als interessante neue Option für die jährlich etwa 50.000 Patienten in den USA, die nach einem Fortschreiten ihrer Erkrankung die Therapie wechseln müssen. Der Listenpreis für die Zwei-Jahres-Behandlung mit 20 Tabletten beträgt laut Merck knapp 200.000 Dollar. Der Patentschutz läuft noch bis 2026.

Der Weg zur Zulassung hatte sich dabei als Odyssee erwiesen. Im ersten Anlauf 2010 war das Mittel an Sicherheitsbedenken der Zulassungsbehörden gescheitert. Später konnte Merck indessen zeigen, dass Mavenclad bei bestimmten MS-Patienten die Krankheitsschübe deutlich verringern kann.

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