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Pharmaindustrie Biontech und Pfizer wollen noch in diesem Jahr Millionen Dosen Corona-Impfstoff produzieren

Die zwei Pharmaunternehmen schmieden eine Allianz, um die Lungenkrankheit einzudämmen. Pfizer investiert bis zu 748 Millionen Dollar.
09.04.2020 - 15:30 Uhr Kommentieren
Pfizer und Biontech arbeiten gemeinsam an einem Impfstoff. Quelle: imago images/CHROMORANGE
3D-Illustration des Coronavirus

Pfizer und Biontech arbeiten gemeinsam an einem Impfstoff.

(Foto: imago images/CHROMORANGE)

Frankfurt Die deutsche Biotechfirma Biontech und der US-Konzern Pfizer treiben die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Lungenkrankheit Covid-19 mit massivem Kapitaleinsatz voran: Bis Ende des Jahres wollen sie Kapazitäten für Millionen an Impfstoffdosen für den europäischen und den amerikanischen Markt aufbauen, wie die Unternehmen nun mitteilten.

Für 2021 werde „ein rascher Ausbau der Kapazität zur Herstellung von Hunderten von Millionen Dosen“ angestrebt. Die Produktion soll dabei sowohl in Anlagen von Biontech als auch von Pfizer erfolgen.

Die beiden Unternehmen verfolgen ihr Ziel mit hohen Investitionen. Dazu wird Pfizer wird im Zuge der Allianz zunächst 185 Millionen Dollar an Biontech zahlen, davon 72 Millionen Dollar als Vorabzahlung und 113 Millionen Euro in Form einer Kapitalbeteiligung. Abhängig von den Entwicklungserfolgen hat das Mainzer Biotechunternehmen zudem Anspruch auf weitere Zahlungen von bis zu 563 Millionen Euro. Die Corona-Allianz der beiden Unternehmen gehört damit zu den bisher größten Deals auf dem Gebiet.

Erste klinische Studien sollen, wie Biontech bekräftigte, noch im April starten. Die Allianz spiegele „das große Engagement beider Unternehmen wider, schnell zu handeln, um Patienten weltweit einen sicheren und wirksamen Impfstoff zur Verfügung zu stellen“, erklärte Biontech-Chef und -Mitgründer Ugur Sahin.

Eine Grundsatzvereinbarung für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs hatten Pfizer und Biontech bereits Mitte März bekanntgegeben. Finanzielle Details handelte man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht voll aus. In China arbeitet Biontech im Rahmen einer ähnlichen Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen Fosun zusammen.

Biontech ist einer der führenden Akteure auf dem Feld der Messenger-RNA (mRNA), einer Nukleinsäure, die in den Körperzellen für die Übersetzung von Genen in Eiweißstoffe (Proteine) verantwortlich ist.

Curavec arbeitet ebenfalls an Impfstoff

Diese Eigenschaft nutzen die Forscher des Biotechunternehmens, um aus mRNA Arzneiwirkstoffe und Impfstoffe zu entwickeln. Der geplante RNA-Impfstoff soll Zellen des Immunsystems auf indirekte Weise anregen, Antikörper gegen das Sars-Cov2-Virus zu bilden, das für die Covid-19-Pandemie verantwortlich ist.

Neben Biontech arbeiten auch die Tübinger Firma Curevac und das amerikanische Biotechunternehmen Moderna an einem Impfstoff auf Basis von mRNA. Die Technologie ist bisher noch weitgehend unerprobt, sie bietet aber eine Chance, dass sowohl die Entwicklung eines solchen Impfstoffs als auch der Aufbau hinreichend großer Produktionskapazitäten schneller erfolgen könnte als bei herkömmlichen Impfstoffen.

Biontech fokussiert sich eigentlich auf die Entwicklung von neuartigen Krebstherapien. Mit der Corona-Pandemie rückte schlagartig auch das Potenzial der mRNA-Technologie für Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten in den Vordergrund.

Erste Produktkandidaten aus der Entwicklung von Moderna sind vor wenigen Tagen in die klinischen Tests gegangen. Dem will Biontech nun bis Ende April folgen.

Curevac plant die ersten Versuche an Menschen bisher für den Frühsommer. Die meisten Fachleute gehen zwar davon aus, dass die RNA-Wirkstoffe auch im Erfolgsfall frühestens im kommenden Jahr eine Zulassung erhalten und in größerem Stil eingesetzt werden könnten.

Fünf Dutzend Impfstoff-Projekte

Neben den RNA-Projekten arbeiten Pharmafirmen und Forschungsinstitute weltweit an zahlreichen weiteren Impfstoffprojekten. Eine Übersicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt insgesamt rund fünf Dutzend Vorhaben im Bereich Covid-19.

Dazu gehören auch zahlreiche Projekte auf Basis etablierter Impfstoff-Konzepte, darunter etwa der Einsatz von modifizierten Viren, von abgetöteten Viren, Proteinen und Proteinfragmenten.

Auf deutscher Seite ist neben Biontech und Curevac auch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung engagiert, das an zwei Impfstoffkandidaten auf Basis von modifizierten Pocken- und Masern-Viren arbeitet.

Nach Angaben der WHO wurden bislang nur für zwei der insgesamt 62 Impfstoffprojekte klinische Versuche aufgenommen. Neben einem Impfstoffkandidaten von Moderna handelt es sich dabei um ein Projekt der Pekinger Instituts für Biotechnologie.

Mehr: Pharmaindustrie sucht intensiv nach Covid-19-Therapien – Doch es gibt ein großes Problem.

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