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Pharmaindustrie Der Kampf gegen Corona stärkt Sanofi-Chef Paul Hudson

Innerhalb weniger Monate hat der neue Sanofi-Chef den Pharmakonzern aus seiner Stagnation gerissen – und auf den Kampf gegen Corona eingeschworen.
24.04.2020 - 16:55 Uhr Kommentieren
Seit September führt der Brite den französischen Pharmariesen Sanofi. Quelle: Simone PEROLARI/REA/laif
Paul Hudson

Seit September führt der Brite den französischen Pharmariesen Sanofi.

(Foto: Simone PEROLARI/REA/laif)

Paris Erst seit einem halben Jahr ist er Chef von Sanofi – viel Zeit, sich an seine neue Rolle heranzutasten, blieb ihm nicht. Die ersten sechs Monate waren für Paul Hudson ein einiges Beschleunigungserlebnis. Zunächst ging es „nur“ darum, den Pharmakonzern aus seiner jahrelangen Stagnation zu reißen. Und dann kam Corona.

Dass die Quartalszahlen, die Hudson jetzt vorlegte, so viel besser ausfallen als in der Vergangenheit üblich, liegt auch an der Coronakrise. Sanofi hat das Malaria-Medikament Plaquénil mit dem Wirkstoff Hydroxychloroquin im Angebot, das Erkrankten nach Ansicht verschiedener Virologen helfen könnte.

US-Präsident Donald Trump pries das Mittel etwas vorschnell als „Geschenk Gottes“ an, mittlerweile mehren sich allerdings auch die skeptischen Studien. Dennoch beflügelte der Hype um Plaquénil den Konzern.

Noch größeres öffentliches Interesse findet das Bemühen von Sanofi, gemeinsam mit dem britischen Pharmagiganten GlaxoSmithKline (GSK) einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln. In der zweiten Jahreshälfte will Hudson mit den Ergebnissen der gemeinsamen Forschungen in die klinische Entwicklung gehen, Ende 2020 soll das Produkt fertig sein.

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    Mitarbeiter bescheinigen dem 52-jährigen Briten trotz aller Herausforderungen der vergangenen Monate ein überraschend entspanntes Auftreten. Das verschmitzte Lächeln zählt zu seinen Markenzeichen; er agiert als Teamgeist, nicht als Alleinherrscher, erscheint gern ohne Krawatte und ist bekennender Fußballfan.

    Notizen braucht er nicht, er redet frei. Und entscheidet schnell. Der Manager ging nach seinem Antritt bei Sanofi im September vergangenen Jahres sofort in die Offensive. Er sortierte weniger einträgliche Sparten und Produkte aus, legte einen Sparplan vor und entwickelte eine neue Kommunikationsstrategie. Hudson sprach von einem „versteckten Juwel“, das er wieder zum Glänzen bringen wollte.

    Enthusiasmus vermitteln

    Sanofi-Präsident Serge Weinberg charakterisierte Hudson kürzlich als starke Persönlichkeit, die wisse, wie man Leute führt. „Er ist in der Lage, Enthusiasmus zu vermitteln“, schwärmte er. Ein Enthusiasmus, der längst auch die Börse erreicht hat. Innerhalb von sechs Monaten legte die Aktie um 8 Prozent zu, in den vergangenen vier Wochen sogar um mehr als 20 Prozent.

    Es ist ein Höhenflug, den auch die Erlöse widerspiegeln. Sie stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 8,973 Milliarden Euro. Und das nicht nur durch die Aktivitäten auf dem Gebiet der Corona-Seuche.

    Erfolgreich ist ebenfalls das Medikament Dupixent gegen Hauterkrankungen und Asthma. Auch Medikamente gegen Krebs oder Autoimmunerkrankungen laufen gut.

    Hudson, Sohn eines Buchhalters, studierte in Manchester Wirtschaft und Marketing und entschied sich danach für die Pharmabranche. Er arbeitete unter anderem bei der britischen Gruppe AstraZeneca und ab 2016 als Generaldirektor von Novartis.

    „Ich wollte in einem Bereich arbeiten“, bekannte er einmal, „der das Leben der Menschen berührt und wirklich verändert.“ Sollte Sanofi tatsächlich die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corna-Virus gelingen, dürfte sich diese Wunschvorstellung vollends erfüllen.

    Mehr: Pharmariesen bündeln ihre Kräfte gegen Covid-19

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