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Pharmaindustrie Diese Medikamente sind 2018 auf den Arzneimarkt gekommen

Die Pharmabranche hat 2018 die Zahl neuer Wirkstoffe weiter gesteigert. Erstmals gibt es Zelltherapien gegen Leukämie und neue gentechnische Therapien.
18.12.2018 - 10:55 Uhr Kommentieren
Diese Medikamente sind 2018 auf den Arzneimarkt gekommen Quelle: dpa
Medikamente

36 neue Wirkstoffe brachte die Pharmabranche in diesem Jahr auf den deutschen Markt, vier Medikamente mehr als im Zehnjahresdurchschnitt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Neue Therapien gegen Krebs zu finden hat für viele Pharmaunternehmen hohe Priorität. Seit Jahren schon sind die Zulassungszahlen in diesem Bereich besonders hoch, die weltweiten Ausgaben für Krebstherapien sind laut Marktreport des IQVia-Instituts von 96 Milliarden Dollar 2013 auf 133 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr gestiegen.

Auch in der Statistik der neu eingeführten Medikamente 2018 spielten Krebsmedikamente die größte Rolle: Ein Drittel der in diesem Jahr neu in Deutschland auf den Markt gebrachten Wirkstoffe sind Präparate gegen Tumore oder Leukämien. Das zeigt die an diesem Dienstag veröffentlichte Statistik des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA).

Insgesamt hat die Pharmabranche in diesem Jahr 36 neue Wirkstoffe in Deutschland auf den Markt gebracht, vier mehr als noch 2017. Und auch im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, der sich auf 32 Neueinführungen pro Jahr beläuft, präsentiert sich die Branche 2018 überdurchschnittlich innovativ.

Eine Zulassung bekamen übrigens insgesamt 43 Medikamente in Deutschland, darunter zwei neue Antibiotika, die noch nicht auf dem Markt sind. Auch diese Zahl ist deutlich höher als 2017, als 31 neue Medikamente eine Zulassung erhielten.

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    Die Bevölkerung hat aber ganz andere Vorstellungen von der Innovationskraft der Pharmabranche: Sie schätzt die Zahl der pro Jahr zugelassenen Wirkstoffe auf 172. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1000 Bundesbürgern im Auftrag des Pharmaunternehmens UCB.

    Allerdings gehen die Bürger auch von einer deutlich höheren Erfolgsquote der klinischen Forschung aus. Sie nehmen an, dass durchschnittlich mehr als ein Fünftel der klinisch erprobten Medikamente später auch auf den Markt kommt. Tatsächlich schaffen es von 100 Wirkstoffen nur drei bis vier, zeigen Zahlen der Branche.

    Zu den neuen Krebsmedikamenten, die 2018 in Deutschland zugelassen wurden, gehören erstmals zwei CAR-T-Zell-Therapien der Firmen Gilead und Novartis. Bei diesen Behandlungsverfahren werden einem Patienten bestimmte Immunzellen (T-Zellen) entnommen und im Labor gentechnisch umprogrammiert. Nachdem sie wieder in den Körper des Patienten zurückgeführt worden sind, können sie Krebszellen aufspüren und zerstören.

    Bislang kommt diese Behandlung nur für wenige Patienten mit bestimmten Leukämien oder Lymphomen in Betracht, und sie hat schwere Nebenwirkungen, die aber von Spezialisten beherrscht werden können. Sie bringt aber die Chance einer monate- oder sogar jahrelangen Tumorkontrolle mit sich.

    Auch 2018 setzt sich der Trend zu personalisierter Medizin fort: Bei fünf weiteren Krebsmedikamenten wird über ihre Eignung der Therapie für einen Patienten im Einzelfall anhand eines Gentests entschieden.

    Gleich zehn Neueinführungen gab es in diesem Jahr gegen Stoffwechselstörungen. Das ist nach Einschätzung des Pharmaverbands eine außergewöhnlich hohe Zahl. Dazu gehören Medikamente gegen die Volkskrankheit Diabetes Typ 2 ebenso wie gegen einige seltene angeborene Stoffwechselstörungen, wie beispielsweise das Sly-Syndrom. An dieser Krankheit mit Knochendeformationen und Sehstörungen leiden weltweit weniger als 100 Menschen.

    Insgesamt wurden in diesem Jahr 16 Medikamente gegen seltene Erkrankungen eingeführt, fünf mehr als noch 2017. Den Status einer Orphan Drug haben Medikamente, die gegen Krankheiten gerichtet sind, an denen höchstens fünf von 10.000 EU-Bürgern leiden.

    Die allermeisten Neueinführungen 2018 kommen übrigens aus den Laboren ausländischer Hersteller. Ein Wirkstoff stammt aus einem deutschen Labor: Das Anti-Virus-Medikament für Patienten mit Stammzelltransplantationen von Aicuris aus Wuppertal. Die Biotechfirma hatte sich bei der Entwicklung für die letzten Studienphasen und die Vermarktung mit dem Pharmakonzern MSD zusammengetan.

    Die Liste der Neueinführungen des VFA beschränkt sich auf neue Wirkstoffe. Jenseits dieser Entwicklungen gab es aber auch viele neue Produkteinführungen im Bereich der Nachahmermedikamente. So wurden 2018 mehr als ein Dutzend Biosimilars in Deutschland zugelassen, Nachahmerprodukte von Biotechmedikamenten. Viele richten sich gegen Entzündungskrankheiten wie Rheuma und Schuppenflechte, aber auch gegen Krebs.

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