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Pharmaindustrie Nun steigt auch Merck & Co ins Rennen um einen Corona-Impfstoff ein

Monate nach der Konkurrenz startet der Pharmariese seine Covid-19-Forschung – mit mehreren Deals. Er hat bereits mehrfach bewiesen, Wettbewerber noch einholen zu können.
26.05.2020 - 15:04 Uhr Kommentieren
Der Konzern forscht nun auch im Bereich Covid-19. Quelle: AP
Merck-&-Co-Mitarbeiter

Der Konzern forscht nun auch im Bereich Covid-19.

(Foto: AP)

Frankfurt Als letzter der großen Hersteller sucht nun auch Merck & Co nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Dafür hat der US-Konzern gleich mehrere Deals abgeschlossen.

Zum einen will Merck & Co die österreichische Biotechfirma Themis komplett übernehmen, mit welcher der Konzern bereits zuvor bei der Impfstoffentwicklung kooperiert hatte. Zum anderen plant der Pharmariese zwei größere Kooperationen.

Künftig arbeitet er mit der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) zusammen, einer nichtkommerziellen Forschungsorganisation, die sich bisher schwerpunktmäßig auf die Suche nach Impfstoffen gegen die Immunschwäche-Krankheit Aids konzentrierte. Zudem ist eine Kooperation mit der Biotechfirma Ridgeback Biotherapeutics verabredet worden, die an einem antiviralen Medikament gegen Covid-19 arbeitet.

Arbeit von Themis beschleunigen

Die österreichische Firma Themis arbeitet derzeit an einer Impfstoffplattform auf Basis eines Masernvirus und hat in diesem Rahmen auch bereits einen Produktkandidaten gegen das neue Coronavirus entwickelt. Die Arbeit daran will Merck & Co nun beschleunigen.

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    Im Laufe des Jahres sollen klinische Versuche mit dem Produkt starten. „Aufbauend auf der Arbeit des Instituts Pasteur hat Themis eine spezialisierte Expertise entwickelt, die die Fähigkeiten von Merck & Co in der Entdeckung, Entwicklung und globalen Produktion von Impfstoffen ergänzt“, beschreibt Merck-Forschungschef Roger M. Perlmutter die Ratio hinter dem Deal.

    Die 2009 gegründete Themis soll künftig als Tochterunternehmen des US-Pharmariesen geführt werden. Ein Kaufpreis für die Übernahme wurde nicht genannt.

    Mit der nichtkommerziellen Forschungsorganisation IAVI will Merck & Co Impfstoff-Kandidaten auf Basis eines genmodifizierten Vesicular-Stomatitis-Virus (VSV) entwickeln. Das Virus löst bei Menschen normalerweise allenfalls harmlose Infektionen aus und wird auch bereits als Vehikel für andere Impfstoffe getestet.

    Der antivirale Wirkstoff der Firma Ridgeback Biotherapeutics mit der Bezeichnung EIDD-2801 befindet sich in der Frühphase der klinischen Entwicklung. Das Molekül hat nach Angaben der Unternehmen im Labor gezeigt, dass es die Vermehrung verschiedener RNA-Viren, darunter auch das Sars-CoV-2-Virus, hemmen kann.

    Aufholjagd beginnt

    Mit dem Dreifachangriff im Bereich Covid-19 hat der US-Pharmariese nun die Aufholjagd gestartet, nachdem er bisher auf dem Feld noch kaum in Erscheinung getreten war. Dabei ist Merck & Co mit knapp acht Milliarden Dollar Umsatz weltweit die Nummer zwei im Impfstoffgeschäft, nach der britischen Glaxo-Smithkline (GSK) und vor Sanofi und Pfizer.

    Diese Konkurrenten haben bereits in den vergangenen Monaten begonnen, im Bereich Covid-19 zu forschen. So verbündeten sich Sanofi und GSK, um einen gemeinsamen Impfstoff zu entwickeln. Im zweiten Halbjahr sollen bereits die ersten klinischen Test für ihr Produkt starten.

    Sanofi kooperiert darüber hinaus mit der US-Firma Translate Bio bei der Entwicklung eines Impfstoffs auf Basis von Botennukleinsäuren (mRNA).

    Pfizer setzt ebenfalls auf mRNA in der Allianz mit der Mainzer Firma Biontech. Die Unternehmen haben bereits im April mit klinischen Studien für mehrere Produktkandidaten begonnen und wollen zur Jahresmitte erste Ergebnisse vorlegen. Andere Big-Pharmakonzerne wie Johnson & Johnson sowie Astra-Zeneca in Kooperation mit der Universität Oxford sind bereits mit großen Projekten im Rennen.

    Merck & Co liegt gegenüber diesen Konkurrenten zeitlich ein gutes Stück zurück. Aber der US-Konzern hat schon des Öfteren bewiesen, dass er auch aus der zweiten Reihe heraus die Konkurrenz noch einholen kann.

    Mehr: Was die Suche nach einem Corona-Impfstoff so schwierig macht.

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