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Pharmaindustrie Warum Roche einen neuen Ableger gründet

Das deutsche Gesundheitswesen wird immer digitaler. Der Schweizer Pharmakonzern will davon profitieren.
03.03.2020 - 17:20 Uhr Kommentieren
Die Schweizer starten einen Ableger für Digital Health in Berlin. Quelle: Bloomberg
Roche-Logo

Die Schweizer starten einen Ableger für Digital Health in Berlin.

(Foto: Bloomberg)

Berlin Die Digitalisierung der Medizin wälzt die Pharmabranche um. Unternehmen suchen nach datenbasierten Geschäftsmodellen, um ihr Arzneimittel-Kerngeschäft zu erweitern. Robert Schnitzler, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschland-Organisation des Schweizer Pharmakonzerns Roche, sagt: „Das ganze Gesundheitsökosystem entwickelt sich weiter. Der Schwerpunkt wird in Zukunft auf innovativer Diagnostik zur Prävention beziehungsweise wesentlich früher erfolgender Intervention im Krankheitsfall liegen.“

Schnitzler ist auch Geschäftsführer von RoX Health in Berlin. Nach Informationen des Handelsblatts gründet Roche den neuen Ableger, um vielversprechende Start-ups mit Expertise und Kapital zu unterstützen.

Standort und Zeitpunkt sind kein Zufall: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) treibt die Digitalisierung voran. Im Januar trat ein Gesetz in Kraft, das neuen Gesundheitsanwendungen den Weg in die Regelversorgung und damit die Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) deutlich erleichtern soll.
Spahns Digitale-Versorgung-Gesetz bietet der Start-up-Szene große wirtschaftliche Chancen, und auch etablierte Pharmaunternehmen wittern das Geschäft. „RoX Health hat das Ziel, die Roche-eigenen digitalenGesundheitslösungen sowie die Lösungen von Start-ups aus dem Gesundheitsbereich in Deutschland in die Regelversorgung zu überführen“, sagt Schnitzler.

Geplant ist, dass sich junge Firmen mit innovativen Ideen von Roche-Experten durch den regulatorischen Dschungel der deutschen Zulassungsverfahren begleiten lassen können. Für Investitionen in Start-ups steht Kapital aus dem 500 Millionen Schweizer Franken schweren Roche Venture Fund zur Verfügung.

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    Roche ist nicht der erste Pharmakonzern, den es angesichts des datengetriebenen Wandels der Medizin nach Berlin zieht. Das US-Unternehmen Pfizer unterhält in der Hauptstadt bereits einen „Healthcare Hub“.

    Daneben gibt es mit Risikokapital ausgestattete Inkubatoren wie Heartbeat Labs, die Digital-Health-Unternehmen in der Gründungsphase unterstützen. Und auch Spahns Ministerium schuf im vergangenen Jahr den „Health Innovation Hub“, der zwar nicht investiert, aber Gründer bei der Umsetzung ihrer Ideen berät.

    Spahn verspricht sich von der Digitalisierung eine bessere Patientenversorgung. Auch Schnitzler sagt: „Es geht darum, digitale Biomarker für die breite Versorgung nutzbar zu machen.“ Biomarker sind Datenmuster, aus denen medizinische Erkenntnisse gewonnen werden können. Sie können die frühzeitige Krankheitsdiagnose oder sogar Prognosen über künftige Gesundheitsprobleme ermöglichen.

    Bei den neuen Therapiemöglichkeiten geht es aber auch ums Geschäft. Die Krankenkassen befürchten, gerade in den ersten Jahren viel Geld für Apps ausgeben zu müssen, die womöglich gar keinen medizinischen Zusatznutzen haben. Der GKV-Spitzenverband kritisiert das für die digitalen Anwendungen angestrebte Bewertungsverfahren als zu lasch.

    Roche ist seit einiger Zeit im Digitalgeschäft unterwegs. Der Konzern übernahm etwa den US-Datenspezialisten Flatiron und die Diabetiker-App mySugr. In Berlin sollen bis Jahresende zehn Mitarbeiter tätig sein. „Das Projekt hat Pilotcharakter“, sagt Schnitzler. „Wir wollen erst einmal den Markt kennen lernen und eine Schnittstelle zu Start-ups schaffen.“

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