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Pharmakonzern Bayer-Chef Baumann: Mehrzahl der Stellen wird nicht in Deutschland abgebaut

Die Bayer-Beschäftigten wollen gegen den Stellenabbau auf die Straßen gehen. Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, steht noch nicht fest.
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Die Mitarbeiter betonen, dass durch den Stellenabbau Know-how und wichtige, innovative Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gingen. Quelle: AFP
Bayer

Die Mitarbeiter betonen, dass durch den Stellenabbau Know-how und wichtige, innovative Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gingen.

(Foto: AFP)

Frankfurt, WuppertalWenige Tage nach der Bekanntgabe eines massiven Arbeitsplatzabbaus im Bayer-Konzern wollen Beschäftigte in Wuppertal protestieren. Der Betriebsrat des Standortes mit mehr als 3000 Mitarbeitern hat für Montagmittag zu einem Demonstrationszug aufgerufen. Er befürchtet nach eigenen Angaben, dass der Konzern durch den Stellenabbau Know-how und wichtige innovative Arbeitsplätze unwiederbringlich verliere.

„Es gibt viel Unverständnis, aber auch Wut im Bauch“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Michael Schmidt-Kieß am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Demo sei kurz vor einer Ansprache des Vorstandsvorsitzenden geplant, die am Montagnachmittag an alle deutschen Standorte übertragen werden solle. Bayer hatte am Donnerstag unter anderem angekündigt, dass eine neue Produktionsstätte in Wuppertal, die den Regelbetrieb noch nicht aufgenommen hat, schrittweise stillgelegt werden soll.

Dabei geht es um die Herstellung eines sogenannten Faktor-8-Wirkstoffes, der die Blutgerinnung verstärkt. Weil viele Konkurrenzprodukte auf den Markt gekommen seien, will Bayer die Produktion an einem US-Standort konzentrieren. Laut Betriebsrat werden in diesem Biotechnologiebereich nun rund 350 hoch spezialisierte Arbeitsplätze in Wuppertal bereits 2019 wegfallen.

Ursprünglich hatte der Bayer-Konzern Investitionen in der Größenordnung von ungefähr 500 Millionen Euro in diesen neuen Betrieb angekündigt. Der Wuppertaler Betriebsratschef forderte, dass für jeden Betroffenen eine Perspektive gefunden werden müsse – und zwar rasch, wie er mit Verweis auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage betonte.

Die Schließung des Faktor-8-Werkes werde sich nicht verhindern lassen. Darüber hinaus sei im Forschungs- und Entwicklungsbereich in den nächsten Jahren ein Personalabbau zu befürchten. Wie viele der weltweit insgesamt 12 000 wegfallenden Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden, stehe noch nicht fest. Er verwies darauf, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 ausgeschlossen seien.

„Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl der 12.000 Stellen, wie schon gemutmaßt wurde“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Er versicherte nochmals, dass der Arbeitsplatzabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen solle.

„Wir haben mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, bis Ende 2025 grundsätzlich auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland zu verzichten.“

Bayer drücken nach dem Kauf des US-Saatgutriesen, der den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat im Programm hat, per Ende September Schulden von rund 36,5 Milliarden Euro. Vor allem den Bereich Tiergesundheit will Baumann abgegeben. Obwohl der Bereich weltweit auf der Marktposition fünf liege, sei es nicht gelungen, „uns langfristig nach oben zu arbeiten“, räumte der Bayer-Chef ein.

„Durch die Konsolidierung in der Branche sind wir relativ gesehen kleiner geworden.“ Laut Baumann muss Bayer nicht lange nach einem Käufer suchen. „Für attraktive Geschäfte gibt es immer Interessenten, die sich auch schon bei uns melden“, sagte der Manager.

Rückstellungen für etwaigen Schadensersatz im Zusammenhang mit Klagen gegen Monsanto wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat haben die Leverkusener nicht gebildet. „Rückstellungen haben wir – wie üblich – lediglich für die Verteidigungskosten gebildet“, sagte Baumann. „Gegen dieses eine Urteil, das uns zu Schadenersatz verpflichtet, haben wir Berufung eingelegt. Wir sind sehr davon überzeugt, dass alle Fakten zu unseren Gunsten sprechen.“

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  • rtr
  • dpa
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