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Pharmakonzern Bayer schafft nach Übernahme von Ask Bio eigene Plattform für Gentherapie

Mit einer gesonderten Einheit innerhalb der Pharmasparte treibt der Konzern die Forschung voran. Die Gentherapie gilt als Feld mit großem Potenzial.
02.12.2020 - 21:35 Uhr Kommentieren
Der Konzern wertet die Gentherapieforschung mit einer eigenen Abteilung innerhalb der Pharmasparte auf. Quelle: dpa
Bayer-Werk in Leverkusen

Der Konzern wertet die Gentherapieforschung mit einer eigenen Abteilung innerhalb der Pharmasparte auf.

(Foto: dpa)

Frankfurt Auch in der Covid-Pandemie treibt Bayer das Engagement in der Gen- und Zelltherapie voran. Nach Übernahme des amerikanischen Gentherapie-Spezialisten Ask Bio hat der Leverkusener Konzern dazu jetzt innerhalb der Pharmasparte eine gesonderte Plattform für Zell- und Gentherapie (C&GT) etabliert. Ziel ist, die „zunehmend führende Position“ auf dem Gebiet auszubauen.

Man vollziehe damit einen „tiefgreifenden Transformationsschritt“ für das Geschäft, erklärte Stefan Oelrich, Chef der Bayer-Pharmasparte. „Dies ist ein sehr wichtiger Moment für Bayer“, sagte er. Zell- und Gentherapien gehörten zu den innovativsten Ansätzen in der Gesundheitsversorgung. „Es ist unser Ziel, mit an der Spitze dieser Revolution in der Wissenschaft zu stehen.“

Bayer hatte Ende Oktober mit dem US-Biotechunternehmen Ask Bio die Übernahme für bis zu vier Milliarden Dollar vereinbart und damit einen entscheidenden Expansionsschritt auf dem Feld vollzogen.

Das US-Unternehmen hält dort wichtige Patente, hat die Basistechnologie für mehrere bereits zugelassene Gentherapien von anderen Firmen entwickelt und bringt eine Reihe eigener Entwicklungsprojekte mit. Die Hälfte des Kaufpreises wurde dabei mit Vollzug des Deals am 1. Dezember fällig, der Rest muss in Abhängigkeit bestimmter Entwicklungserfolge gezahlt werden.

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    Zum Leiter der neu geschaffenen Zell- und Gentherapie-Einheit ist nun der ehemalige Boehringer-Ingelheim-Manager Wolfram Carius ernannt worden. Beim Pharmaunternehmen hatte er lange die Biotechproduktion geleitet.

    Das Entwicklungsportfolio von Bayer im Bereich der Gen- und Zelltherapien umfasst nach Angaben des Leverkusener Konzerns inzwischen fünf Projekte in fortgeschrittener Entwicklung sowie mehr als 15 präklinische Projekte. Strategisch konzentriere man sich dabei unter anderem auf Stammzelltherapien – mit Schwerpunkt auf induzierte pluripotente Zellen, „iPSCs“ –, auf die Gen-Augmentation, bei der defekte Gene durch den Transfer zusätzlicher Gene kompensiert werden, sowie auf das Gen-Editing und allogene Zelltherapien in verschiedenen Indikationen.

    Einen ersten maßgeblichen Schritt im Bereich der Zelltherapien hatte Bayer bereits 2019 mit der Übernahme von Bluerock Therapeutics vollzogen. Die Strategie des Konzerns zielt nach Aussage Oelrichs nun darauf, das Entwicklungsprogramm jährlich um drei weitere Projekte in der klinischen Entwicklungsphase zu ergänzen.

    Grafik

    Gentherapien zeichnen sich dadurch aus, dass defekte Gene abgeschaltet oder durch neue ersetzt werden. Als Transfervehikel – sogenannte Vektoren – dienen dabei in aller Regel gentechnisch modifizierte Viren. Das Konzept unterscheidet sich damit grundlegend von gängigen Pharmawirkstoffen, die auf der Ebene von Proteinen oder Enzymen in den Stoffwechsel eingreifen. Anders als viele klassische Arzneimittel ist die Gentherapie damit auf eine grundlegende, dauerhafte Beseitigung von Krankheitsursachen ausgelegt.

    Mit einer Reihe von Zulassungen hat die Technologie in den vergangenen Jahren den Schritt in die medizinische Praxis vollzogen. Auch eine Reihe anderer großer Pharmakonzerne hat sich in jüngerer Zeit auf dem Gebiet mit größeren Akquisitionen engagiert.

    Der Schweizer Pharmariese Novartis etwa erwarb für 8,7 Milliarden Dollar die US-Firma Avexis, die die Gentherapie Zolgensma gegen die Erbkrankheit spinale Muskelatrophie entwickelte. Roche zahlte Ende des vergangenen Jahres 4,3 Milliarden Dollar für die US-Firma Spark. Gilead schluckte das Biotechunternehmen Kite Pharmaceuticals für fast zwölf Milliarden Dollar.

    Mehr: Bayers Übernahme von Ask Bio ist eine rationale Wette auf die Zukunft.

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