Pharmakonzern Bayer will Augenmittel verstärkt einsetzen

Der deutsche Pharmariese Bayer will sei lukratives Augenmittel Eylea in Europa verstärkt einsetzen. Dafür soll das Medikament nun auf einem weiteren Krankheitsfeld zugelassen werden.
Kommentieren
Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen: Eylea gehört zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien des Konzerns. Quelle: dpa

Das Werk der Bayer AG im Chemiepark in Leverkusen: Eylea gehört zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien des Konzerns.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutschlands größter Arzneimittelhersteller Bayer will sein lukratives Augenmittels Eylea in Europa vermehrt einsetzen. Der Leverkusener Konzern beantragte bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, das zu spritzende Präparat bei einem weiteren Krankheitsfeld zuzulassen, wie Bayer am Mittwoch mitteilte. Bayer will erreichen, dass künftig auch Patienten mit Sehschärfenverlust bei einem Ödem der Netzhaut infolge eines retinalen Venenastverschlusses mit dem Präparat behandelt werden können.

„Dies ist bereits die vierte Indikation für Aflibercept zur Injektion ins Auge, für die wir die Zulassung in der EU beantragen“, sagte der Entwicklungsleiter von Bayer-HealthCare, Jörg Möller. Aflibercept ist der Wirkstoffname des Mittels. In Europa ist das Medikament bereits zur Behandlung von zwei Augenkrankheiten zugelassen.

Wer die Pharmawelt beherrscht
SIDNEY
1 von 16

Aufsteiger 1: Valeant (Kanada)

Der kanadische Pharmariese wächst und wächst – hauptsächlich durch Zukäufe. Im Jahr 2013 kaufte Valeant den Kontaktlinsenhersteller Bausch & Lomb aus den USA für 8,7 Milliarden Dollar. Im Bereich Augengesundheit wollen die Kanadier ganz vorne mitmischen. Beim Umsatz hat es der Konzern zumindest schon einmal in die Top 30 der Welt geschafft. Die Pharma-Erlöse stiegen um 62,4 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

Quellen: Unternehmen, HB-Schätzungen

BIOGEN IDEC
2 von 16

Aufsteiger 2: Biogen Idec (USA)

Erst Ende März 2013 wurde das Multiple-Sklerose-Mittel Tecfidera in den USA zugelassen. Doch die Tablette ist eine Goldgrube für das aufstrebende US-Biotech-Unternehmen Biogen Idec. Im Jahr 2013 steigerte es dank Tecfidera den Umsatz um gut ein Viertel auf 6,9 Milliarden Dollar.

huGO-BildID: 20842319 Actavis, Kapseln
3 von 16

Aufsteiger 3: Actavis (Irland/USA)

Das Unternehmen ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Nachahmerpräparaten. Doch allzu großes Wachstum verspricht dieses Geschäftsfeld nicht unbedingt, da der Preisverfall oft das Mengenwachstum aufzehrt. Actavis wächst daher vor allem mit Übernahmen: In den vergangenen drei Jahren steckte der Konzern mehr als 14 Milliarden Dollar in Zukäufe. Der Konkurrent Forest Laboratories soll nun für 25 Milliarden Dollar ebenfalls geschluckt werden. Im Jahr 2013 legte der Umsatz um 46,7 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar zu.

Merck Darmstadt
4 von 16

Deutsche Unternehmen: Merck

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern wächst im Jahr 2013 moderat. Der Umsatz legt um 2,6 Prozent auf umgerechnet 7,9 Milliarden Dollar zu (Schätzung). In der Rangliste der größten Pharmaunternehmen der Welt schafft es Merck damit auf Platz 23. Das könnte sich aber ändern, denn das Unternehmen plant einen Zukauf: Die Darmstädter bieten rund zwei Milliarden Dollar für die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic Materials – eine ehemalige Hoechst-Tochter, die unter anderem Komponenten für Apples iPad liefert.

Boehringer Ingelheim GmbH
5 von 16

Deutsche Unternehmen: Boehringer Ingelheim

Das Familienunternehmen ist der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern. Im Jahr 2013 hielt Boehringer Ingelheim die Umsätze stabil und landet mit umgerechnet 14,7 Milliarden Dollar (Schätzung) auf Platz 17 der Rangliste. Aktuell ist Boehringer in den USA mit einer Klagewelle konfrontiert. Mehr als 2000 Kläger werfen dem Unternehmen vor, für schwere und zum Teil tödliche Blutungen nach einer Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Pradaxa verantwortlich zu sein.

An employee monitors the high-throughput screening of substances at the Pharma Research Center of Bayer HealthCare in Wuppertal
6 von 16

Deutsche Unternehmen: Bayer

Bayers Pharma-Umsätze wachsen, die Leverkusener legen zum sieben Prozent zu und rücken in der Rangliste mit umgerechnet 14,9 Milliarden Dollar Umsatz auf Platz 16 vor. Gerade Bayers neue Medikamente wie das Schlaganfallmittel Xarelto laufen prächtig. Die Umsatzziele für die fünf stärksten Medikamente wurden erhöht.

huGO-BildID: 5144903 Teva Pharmaceutical Industries Ltd, Produktion
7 von 16

Platz 10: Teva (Israel)

Der weltgrößte Generika-Hersteller kommt aus Israel: Teva. Im Jahr 2013 stagnierte der Umsatz des Konzern allerdings bei gut 20 Milliarden Dollar. Große Hoffnungen ruhen auf dem neuen Chef Erez Vigodman. Teva ist auch in Deutschland aktiv – so gehört seit 2009 die Ulmer Ratiopharm zum Konzern.

Eylea gehört zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien des Konzerns. Bayer hatte die Spitzenumsatzerwartung für das Mittel im Februar um 500 Millionen Euro auf mindestens 1,5 Milliarden Euro im Jahr erhöht. Im vergangenen Jahr fuhr Bayer mit Eylea 333 Millionen Euro ein. Wichtigstes Konkurrenzpräparat ist das Medikament Lucentis der Schweizer Rivalen Novartis und Roche.

  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Pharmakonzern: Bayer will Augenmittel verstärkt einsetzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%