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Pharmakonzern Boehringer Sparkurs der Politik gefährdet deutsche Standorte

Für Boehringer Ingelheim wird ein profitables Geschäft in Deutschland offenbar immer schwerer. Schuld sei das Arzneimittelgesetz, das zu unangemessen niedrigen Preisen führe. Das gefährde die hiesigen Standorte.
03.08.2012 - 14:33 Uhr Kommentieren
Produktion von Respiratoren in Ingelheim. Quelle: dpa

Produktion von Respiratoren in Ingelheim.

(Foto: dpa)

Hannover/Ingelheim Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim schlägt wegen des Sparkurses im Gesundheitswesen Alarm. Es falle dem Unternehmen immer schwerer, seine Geschäfte und international ausgerichtete Funktionen in Deutschland profitabel zu betreiben, sagte Deutschland-Chef Engelbert Günster der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Man muss langsam nach Argumenten suchen, die noch für den Standort Deutschland sprechen.“ Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ingelheim bei Mainz und steuert von dort sein weltweites Geschäft.

Boehringer kritisiert das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz und dessen Umsetzung, das Pharmaunternehmen zu Kosten-Nutzen-Bewertungen und Preisverhandlungen über neue Medikamente zwinge. „Obwohl wir grundsätzlich nichts gegen eine faire und transparente Nutzenbewertung einzuwenden haben, haben wir hier den Eindruck, dass diese Vorgabe als reines Sparinstrument missbraucht wird“, sagte Günster. Wenn Preise für neue Arzneimittel - gemessen an den Forschungs- und Entwicklungskosten - unangemessen niedrig ausfielen, gefährde das mittelfristig die hiesigen Standorte.

Boehringer Ingelheim hat vier deutsche Standorte. Neben der Zentrale in Ingelheim sind dies Biberach, Dortmund und Hannover. Gute Geschäfte in Übersee hatten dem Pharmakonzern 2011 ein Umsatzplus eingebracht. Obwohl der europäische Markt schwächelte, wuchsen die Erlöse währungsbereinigt um 6,2 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss kletterte von 888 Millionen auf 1,48 Milliarden Euro.

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