Pharmakonzern erhöht Prognose Bayer will erstmals 50-Milliarden-Schwelle knacken

Das erste Quartal hätte für Bayer und Vorstandschef Werner Baumann kaum besser laufen können. Der Pharma- und Chemiekonzern macht knapp 40 Prozent mehr Gewinn. Und erhöht die Prognose – dank der Tochter Covestro.
Update: 27.04.2017 - 08:37 Uhr 1 Kommentar
Der Pharma- und Chemiekonzern hat ein starkes erstes Quartal hingelegt. Quelle: dpa
Bayer-Werk in Leverkusen

Der Pharma- und Chemiekonzern hat ein starkes erstes Quartal hingelegt.

(Foto: dpa)

LeverkusenGute Geschäfte mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln haben dem Pharma- und Chemiekonzern Bayer zum Jahresauftakt ein Gewinnplus beschert. Vor allem Verkaufsschlager wie das Schlaganfallmittel Xarelto ließen bei dem Leverkusener Konzern im ersten Quartal die Kassen klingeln. So erhöhte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um 15 Prozent auf 3,89 Milliarden Euro, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg um knapp zwölf Prozent auf 13,24 Milliarden Euro.

Vor der Übernahme des Saatgutriesen Monsanto kam das vor allem für Aspirin bekannte Unternehmen auch in seiner eigenen Agrarsparte Cropscience voran. Wegen des deutlichen Umsatz- und Ergebnisschubs bei der Kunststoff-Tochter Covestro erhöhte Bayer die Prognose für 2017.

So soll der Bayer-Umsatz 2017 nun auf etwa 51 Milliarden Euro wachsen, nachdem bisher mehr als 49 Milliarden Euro angepeilt worden waren. Das wäre ein Rekordhoch. Das Ebitda vor Sondereinflüssen soll im unteren Zehner-Prozentbereich zulegen, hier hatten sich die Leverkusener bisher lediglich den mittleren einstelligen Prozentbereich zugetraut. Der Kunststoffhersteller Covestro hatte bereits am Dienstag seine Quartalszahlen vorgelegt und nach einem überraschend kräftigen Ergebnisanstieg ebenfalls die Prognose erhöht.

Bayer verdiente unter dem Strich mit 2,08 Milliarden Euro knapp 38 Prozent mehr. Im Agrargeschäft kam dem Unternehmen vor allem eine positive Umsatzentwicklung in Nordamerika zugute. Insgesamt erhöhten sich die Erlöse der Sparte um 3,2 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro, das Ebitda um 2,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der künftigen Tochter Monsanto hatte im ersten Quartal schon eine starke Nachfrage nach Soja- und Maissaat einen Gewinnsprung gebracht. Auch beim US-Chemie-Riesen Dupont, der vor dem Zusammenschluss mit dem heimischen Rivalen Dow Chemical steht, war das Agrargeschäft zuletzt gut gelaufen.

Das sind die dicksten Deals 2016
Platz 12: Microsoft kauft LinkedIn
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Das soziale Netzwerk LinkedIn richtet sich hauptsächlich an professionelle Kunden, die Geschäftsbeziehungen pflegen oder knüpfen möchten. Im Juni erklärte Microsoft, das Unternehmen für 25 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Quelle: Dealogic

Platz 11: Abbott Laboratories kauft St Jude Medical
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Das große Fusionsfieber in der Pharmabranche scheint etwas abgeflaut. Die Übernahme von St. Jude Medical durch Abbott Laboratories für 27,1 Milliarden Dollar zählt dennoch zu den größten Deals 2016. St. Jude stellt medizinische Geräte für Krankheiten des Herzens und des Nervensystems wie Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren her. Benannt ist das Unternehmen nach dem Apostel Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle.

Platz 10: Softbank kauft ARM Holdings
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Im Juli wurde die Übernahme angekündigt, im September war sie perfekt: Für 28,7 Milliarden Euro übernahm der japanische Mobilfunkriese Softbank den britischen IT-Konzern ARM Limited. ARM soll als eigenständiges Unternehmen allerdings bestehen bleiben, auch das Personal soll aufgestockt werden.

Platz 9: General Electric kauft Baker Hughes
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Am Ende war der Widerstand zu stark: Im Mai 2016 scheiterte die 28 Milliarden Euro schwere Fusion der Öldienstleister Halliburton und Baker Hughes am Widerstand US-amerikanischer und europäischer Kartellbehörden. Im Oktober kündigte dann der US-Industrieriese General Electric an, Baker Hughes für 29,3 Milliarden Euro zu übernehmen und sein Öl- und Gasgeschäft mit dem Ölfeldausrüster zusammenzulegen. Eine Entscheidung gegen den Trend: Die Energiebranche steckt angesichts niedriger Ölpreise bereits seit 2015 in einer Dauerkrise.

Platz 8: Centurylink kauft Level 3 Communications
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Im Oktober 2016 gab der US-Telekomkonzern Centurylink bekannt, den Telekomdienstleister Level 3 Communications für 30,6 Milliarden Euro zu übernehmen. Level 3 betreibt ein Glasfasernetz von 120.000 Kilometern Länge, mehrere Backbones und vier transatlantische Verbindungen von Europa nach Nordamerika. Im Rahmen der NSA-Affäre geriet das Unternehmen in Verdacht, Daten deutscher Nutzer an US-Geheimdienste weitergegeben zu haben, dementierte die Vorwürfe jedoch.

Platz 7: Enbridge kauft Spectra Energy
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Der kanadische Konzern Enbridge ist der größte Pipelinebetreiber der Welt. Im September kündete das Unternehmen an, den US-Rivalen Spectra Energy übernehmen zu wollen. Die Finanzplattform Dealogic misst dem Deal einen Wert von 38,5 Milliarden Euro zu.

Platz 6: Chemchina kauft Syngenta
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Chinesische Staatskonzerne gerieten 2016 in einen regelrechten Kaufrausch, auch in Deutschland gingen die Asiaten auf Shoppingtour. Mit dem ersten Megadeal des Jahres fuhr Chemchina allerdings gleich mal einem deutschen Industriegiganten in die Parade: Anfang Februar kündigte die China National Chemical Corporation die Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta an – und schnappte die Schweizer damit BASF unter der Nase weg. Dealogic bewertet den Deal mit 43 Milliarden Euro.

Bei Bayer glänzte vor allem das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten. „Besonders erfolgreich waren wir erneut mit unseren Hauptwachstumsprodukten, die insgesamt um währungsbereinigt 20 Prozent zulegen konnten“, erklärte Konzernchef Werner Baumann. Bayer-Aktien legten vorbörslich 1,2 Prozent zu.

Finanzvorstand Johannes Dietsch wird das Unternehmen Ende Mai 2018 auf eigenen Wunsch verlassen, wie Bayer weiter mitteilte. Seine Nachfolge werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

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1 Kommentar zu "Pharmakonzern erhöht Prognose: Bayer will erstmals 50-Milliarden-Schwelle knacken"

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  • Kenne mich mit Wirtschaftseckdaten nicht so aus, aber 40% scheint doch recht viel zu sein.

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