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Pharmakonzern Kritik an hohen Medikamentenpreisen bei Novartis

Vor allem neuartige Behandlungsmethoden wie Gen- und Zelltherapien sind sehr teuer. Die Konzernführung betont die „bemerkenswerten“ Erfolge der Behandlungsmethoden.
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Der Sitz des Konzerns in Basel. Quelle: Reuters
Novartis

Der Sitz des Konzerns in Basel.

(Foto: Reuters)

ZürichDie Führungsriege des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat sich bei der Aktionärsversammlung Kritik wegen der hohen Preise vor allem für neuartige Behandlungsmethoden wie Gen- und Zelltherapien anhören müssen. Mit diesem Geschäftsmodell nehme der Konzern das Versicherungssystem praktisch in Geiselhaft, sagte Veronika Hendry, Präsidentin des Schweizer Stimmrechtsberaters Actares, am Donnerstag auf der jährlichen Aktionärsversammlung in Basel.

Kaum jemand in der Bevölkerung werde einem schwer kranken Kind oder Erwachsenen eine solche Behandlung versagen wollen. Die breite Diskussion um die äußerst hohen Preise etwa für Krebsmedikamente schaffe Ressentiments und Unverständnis, sagte Hendry. „Daher unsere Forderung: Wenn schon solche exorbitanten Produktpreise, dann schaffen sie auch mehr Transparenz, wie es zu solchen Preisen kommt.“

Novartis-Chef Vasant Narasimhan antwortete, er strebe Medikamentenpreise an, die auf dem Behandlungserfolg basierten und gleichzeitig dem Unternehmen einen gerechten Ertrag einbrächten, so dass es seine Forschung fortsetzen könne. „Ich denke, dass in der Diskussion über Preise für Zell- und Gentherapien deren bemerkenswerte Wirkung oft verloren geht“, sagte er.

„Das sind echte Durchbrüche, die mit einmaliger Infusion der Therapien erreicht werden und die keine lebenslange Behandlung erfordern.“ Der seit gut einem Jahr an der Konzernspitze stehende Amerikaner setzt auf spezialisierte, auf Patienten abgestimmte Arzneien und neue Behandlungsansätze wie Gentherapie – die hohe Renditen versprechen.

Althergebrachte, weit verbreitete Therapieformen dagegen werden aus dem Portfolio genommen. Dass die Branche umdenkt und bei der Preisfindung neue Ansätze suchen muss, zeichnet sich seit längerem ab. Schuldengeplagte Regierungen, Krankenkassen und Patienten hinterfragen zunehmend die Preispraxis der Pharmakonzerne.

Zu neuer Aktualität verholfen haben dem Reizthema die ersten kommerziell verfügbaren Gen- und Zelltherapien: Denn Mittel wie Kymriah von Novartis oder Luxturna von Spark Therapeutics versprechen zwar nach nur einmaliger Anwendung Heilung – von einem schwer zu behandelnden Blutkrebs beziehungsweise einer seltenen Erbkrankheit, die zur Erblindung führt. Doch die Kosten dafür sind mit 475.000 beziehungsweise 850.000 US-Dollar exorbitant.

Die Chefs von Novartis, Roche und anderen Arzneimittelherstellern zeigen sich offen für neue Preismodelle. Dabei zeichnet sich ab, dass sich die Kosten am Behandlungserfolg orientieren und Ratenzahlung möglich sein sollen. „Wir brauchen einen Mechanismus, um sagen zu können: Diese Gentherapie hat nicht gewirkt, also wird das Unternehmen nicht bezahlt“, sagte Novartis-Chef Narasimhan jüngst der Nachrichtenagentur Reuters.

  • rtr
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