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Pharmakonzern Neue Wirkstoffe treiben Wachstum von Novartis

Der Pharmakonzern kann sein Ergebnis zweistellig steigern. Für 2020 bleibt der Konzern optimistisch – und peilt weiter starkes Wachstum an.
29.01.2020 - 09:06 Uhr Kommentieren
2019 haben fünf ihrer neuen Wirkstoffe mit Milliardenpotenzial die Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde erhalten. Quelle: Reuters
Novartis

2019 haben fünf ihrer neuen Wirkstoffe mit Milliardenpotenzial die Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde erhalten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, Zürich Dank neuer Wirkstoffe und einiger stark wachsender Medikamente hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn kräftig steigern können.

Das Unternehmen, das nach der Abspaltung der Augenheilsparte Alcon im vergangenen Jahr jetzt aus den beiden großen Geschäftsbereichen Pharma (Innovative Medicines) und Nachahmermedikamente (Sandoz) besteht, wuchs um sechs Prozent auf 47,4 Milliarden Dollar, währungsbereinigt legte der Konzern um neun Prozent zu.

Das Kernergebnis kletterte 12 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar, währungsbereinigt lag das Plus bei 14 Prozent. Zweistellige Zuwächse bei den milliardenschweren Medikamenten Cosentyx gegen Schuppenflechte sowie dem Herzmedikament Entresto trugen zu der Entwicklung bei.

Zudem wurden im vergangenen Jahr fünf neue Wirkstoffe mit Milliardenpotenzial von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen, deren Zulassung in weiteren Märkten angestrebt wird. Zu den Wirkstoffen gehören etwa die Gentherapie Zolgensma gegen Spinale Muskelatrophie, Mayzent zur Behandlung von multipler Sklerose sowie Beovu gegen die Augenerkrankung Altersbedingte Makuladegeneration.

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    Novartis CEO Vasant Narasimhan wertet das abgeschlossene Jahr als außergewöhnlich. Der operative Gewinn legte insgesamt um acht Prozent auf neun Milliarden Dollar zu, währungsbereinigt lag das Plus bei 14 Prozent. In der knapp 38 Milliarden Dollar Umsatz schweren Pharmaeinheit konnte das operative Ergebnis sogar um 18 (währungsbereinigt plus 24 Prozent) gesteigert werden.

    Die Marge stieg um zwei Prozentpunkte auf 24,6 Prozent. Damit sieht Narasimhan das Unternehmen auf dem besten Weg „um mittelfristig bei Innovative Medicines eine Kerngewinnmarge im mittleren bis hohen 30er-Prozentbereich zu erzielen.“

    Auch an der Börse zeigten die Zahlen Wirkung: Die Kurs von Novartis nahm am Morgen um 1,22 Prozent zu. Die Aktionäre sollen an dem Erfolg des Pharmakonzern beteiligt werden: Novartis schlägt eine Erhöhung der Dividende um vier Prozent auf 2,95 Schweizer Franken vor.

    Novartis habe mit seinem Jahresergebnis nicht enttäuscht, urteilt ZKB-Analyst Michael Nawrath. "Der Ausblick deutet auf unvermindertes Wachstum hin". Vontobel-Analyst Stefan Schneider spricht von "soliden Ergebnissen". Der Ausblick entspreche den Erwartungen, urteilen auch die Analysten der UBS.

    Auf Ebene des Gesamtkonzerns gerechnet machte Novartis mit 7,1 Milliarden Dollar übrigens 44 Prozent weniger Gewinn als noch 2018, was unter anderem auf den Verkauf der Beteiligung an dem Joint Venture mit dem Pharmakonzern GSK zu freiverkäuflichen Arzneimittel zurückzuführen ist.

    Positive Zwischenbilanz

    Der Ausblick des Konzerns bleibt unverändert optimistisch. So sollen die Umsätze auch künftig im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zulegen. Narasimhan setzt dabei auf 15 bedeutende Markteinführungen, die gerade im Gange seien oder noch bevorstehen.

    Das stärkste Wachstum erhofft sich Novartis im Geschäft mit innovativen Medikamenten, während die Generika-Sparte Sandoz nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen soll. Das operative Einkommen soll im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich zulegen. Der Ausblick entspricht damit in etwa dem Wachstum, das der Konzern im vergangenen Jahr erzielt hat.

    Kontinuität verspricht der Novartis-Chef auch beim Kostenmanagement. Ein Kostensenkungsprogramm über zwei Milliarden Franken steht vor dem Abschluss, nun sollen weitere 1,5 Milliarden Franken an Effizienzmaßnahmen umgesetzt werden, erklärte Narasimhan.

    Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als CEO kann der 43-jährige Mediziner eine positive Zwischenbilanz ziehen. Der gebürtige Amerikaner mit indischen Wurzeln treibt bei Novartis einen strategischen und kulturellen Wandel voran, der das Unternehmen zu einem weltweit führenden Arzneimittelunternehmen machen soll, gestützt auf fortschrittlichen Therapieplattformen und Datenwissenschaften.

    Unter seiner Führung hat Novartis eigenen Angaben zufolge strategische Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 70 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Dazu gehört die Abspaltung des Augenheilkundekonzerns Alcon, der bei seinem Börsendebüt im April vergangenen Jahres mit rund 27 Milliarden Dollar bewertet wurde.

    Außerdem kaufte Novartis 2018 die US-Biotechfirma Avexis für 8,7 Milliarden Dollar, deren innovative Gentherapie Zolgensma gegen die schwerste Form von der Muskelerkrankung, Spinale Muskelatrope, im Mai 2019 die Zulassung in den USA erhielt und bis Ende 2019 insgesamt bereits 361 Millionen Dollar einbrachte.

    Die Einmaltherapie gilt bei einem Preis von 2,1 Millionen Dollar als das weltweit teuerste Medikament. Im November vergangenen Jahres kündigte Novartis zudem die Übernahme der US-Biotechnologiefirma The Medicines Company für 9,7 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen entwickelt ein innovatives Cholesterin-Mittel, das laut Novartis ebenfalls ein Blockbuster werden könnte.

    Mehr: Die Einzeldosis des Medikaments Zolgensma kostet über zwei Millionen Dollar. Nun werden 100 Therapien von Novartis verlost. Das Vorgehen des Konzerns wirft Fragen auf.

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