Pharmakonzern Novartis streicht Tausende Jobs in der Schweiz

In der Schweiz sollen in den nächsten Jahren Tausende Jobs bei Novartis wegfallen. Auch Großbritannien ist von dem Abbau betroffen.
Update: 25.09.2018 - 11:34 Uhr Kommentieren
Novartis streicht bis zu 2000 Jobs in der Schweiz Quelle: Reuters
Novartis

Der Konzern streicht bis zu 2000 Stellen in der Schweiz.

(Foto: Reuters)

ZürichDer Schweizer Pharmakonzern Novartis streicht wegen sinkender Erträge im Medikamentengeschäft in der Schweiz und in Großbritannien mehr als 2500 Stellen. Im Heimatmarkt Schweiz werden über die nächsten vier Jahre bis zu 2150 Arbeitsplätze – und damit fast jede sechste Stelle – wegfallen, wie Novartis-Chef Vasant Narasimhan am Dienstag bekannt gab.

Netto werden Novartis zufolge in der Schweiz bis 2022 etwa 1700 Jobs wegfallen. Am stärksten betroffen ist der Konzernsitz in Basel mit etwa 1000 Stellenstreichungen. Aber auch die Standorte Schweizerhalle, Stein und Locarno verlieren Mitarbeiter.

Am britischen Grimsby sollen rund 400 Jobs verloren gehen. Der Stellenabbau sei Teil eines laufenden Prozesses, erklärte der seit Februar an der Konzernspitze stehende Manager.

Narasimhan erneuerte das Bekenntnis von Novartis zum Standort Schweiz, wo der Konzern seine Wurzeln habe. Auch nach dem Job-Abbau würden in dem Land rund zehn Prozent der Belegschaft und die größte Forschungseinheit angesiedelt sein. Zudem investiert der Konzern in die Produktion moderner Arzneien wie etwa die Zelltherapie.

Novartis hat im Rahmen des 2016 aufgelegten Sparprogramms bereits in den USA, Japan und anderen Ländern Jobs abgebaut. Um rentabler zu werden, will der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten bis 2020 die Kosten um eine Milliarde Dollar senken.

Novartis kämpft mit sinkenden Umsätzen bei altbewährten Medikamenten. Ähnlich wie dem Basler Konkurrenten Roche laufen auch bei Novartis einige Patente für so genannte Blockbuster aus.

Der Job-Abbau in der Schweiz und in Großbritannien sei Teil eines laufenden Prozesses, sagte der Novartis-Chef. Über mögliche künftige Stellenstreichungen würde informiert, sobald es angebracht sei. Novartis werde unter Berücksichtigung der angekündigten Ausgliederung der Augenheilsparte Alcon 2022 weltweit weniger als 100.000 Mitarbeiter beschäftigen. Aktuell sind es rund 125.000.

Novartis gilt als weltgrößter Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Der seit Februar amtierende Konzernchef Narasimhan will die Entwicklung neuer Medikamente forcieren und dabei stärker auf die Auswertung der Datenbestände des Konzerns setzen.

Zugleich gelobte der Firmenchef, nach einer Reihe von Schmiergeldzahlungen verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die Auszahlung von Boni an Vertriebsmitarbeiter wird daher jetzt auch an ihr ethisch korrektes Verhalten geknüpft.

An der Börse kletterten die Novartis-Aktien um 0,8 Prozent. Sie gehörten damit zu den stärksten Schweizer Bluechips. Die nun angekündigten Maßnahmen dürften nicht die Letzten sein, erklärte UBS-Analyst Michael Leuchten.

Das Bestreben des Unternehmens, im Pharmageschäft eine Betriebsgewinnmarge (Ebit) im mittleren 30er-Bereich zu erreichen, erfordere Schritte zur Steigerung der Rentabilität. Im vergangenen Jahr betrug die Ebit-Marge des größten Geschäftsbereichs 31,3 Prozent.

  • mic
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Pharmakonzern - Novartis streicht Tausende Jobs in der Schweiz

0 Kommentare zu "Pharmakonzern: Novartis streicht Tausende Jobs in der Schweiz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%