Pharmakonzern Novartis traut sich wieder mehr Wachstum zu

Der Pharmakonzern Novartis will seinen Umsatz 2018 nach Jahren der Stagnation wieder steigern. Auch die Aktionäre sollen vom Wachstum des weltgrößten Herstellers von verschreibungspflichtigen Medikamenten profitieren.
Update: 24.01.2018 - 09:56 Uhr Kommentieren
Der Schweizer Pharmakonzern plant für das Jahr 2018 mit größeren Umsätzen. Quelle: Reuters
Novartis

Der Schweizer Pharmakonzern plant für das Jahr 2018 mit größeren Umsätzen.

(Foto: Reuters)

Basel, FrankfurtDer Schweizer Pharmakonzern Novartis traut sich dank neuer Medikamente nach Jahren der Stagnation wieder Wachstum zu. „Da mehrere wichtige Markteinführungen bevorstehen und unserer neues Betriebsmodell etabliert ist, sieht Novartis einem nachhaltigen Wachstum entgegen“, erklärte Konzernchef Joseph Jimenez am Mittwoch. Der Amerikaner, der Ende Januar nach acht Jahren an der Novartis-Spitze abtritt, hinterlässt seinem Nachfolger Vasant Narasimhan allerdings auch Baustellen: Dieser muss eine endgültige Lösung für die Augenheilsparte Alcon finden, zudem kämpft die Generika-Tochter Sandoz vor allem in den USA mit Gegenwind.

Für das laufende Jahr stellt der weltgrößte Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten ein Umsatzwachstum um einen niedrigen bis mittleren Prozentbetrag in Aussicht. Der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn dürfte stärker im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkurseffekten. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz mit 49,1 Milliarden Dollar um zwei Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Unter dem Strich verdiente Novartis im vergangenen Jahr 7,7 Milliarden Dollar Reingewinn.

An der Börse kamen die Ankündigungen von Novartis gut an. Der Aktienkurs stieg nach Eröffnung um mehr als zwei Prozent. Die Zuversicht von Novartis basiert auch auf den erfolgreichen Marktzulassungen des vergangenen Jahres sowie weiteren geplanten Produkteinführungen: Der Baseler Konzern konnte 2017 insgesamt 16 wichtige Zulassungen melden, hat weitere 16 bedeutende Zulassungsanträgen gestellt, wovon sechs Produkten von der US-Behörde FDA als therapeutischer Durchbruch eingestuft werden.

Den größten Anteil zum Geschäft steuerte auch 2017 das Pharmageschäft bei: Der Bereich legte um ein Prozent (währungsbereinigt um zwei Prozent) auf 33 Milliarden Euro zu. Dabei konnten das Portfolio an neuen Medikamenten, darunter das Mittel Cosentyx gegen Schuppenflechte sowie verschiedene Krebsmedikamente die Umsatzverluste durch den Patentablauf beim wichtigen Leukämiemedikament Glivec ausgleichen. Das operative Ergebnis stieg um fünf Prozent auf knapp 7,8 Milliarden Dollar.

Sorgenkind von Novartis ist derzeit das Generikabereich der Firmentochter Sandoz. Insbesondere der Preiswettbewerb in den USA setzt dem Unternehmen zu, weil sich die Kunden zu immer größeren Abnehmern zusammenschließen. Dort verlor Sandoz 2017 rund zwölf Prozent an Umsatz. Damit liegt die Firma aber im Rahmen der Branchenentwicklung: Nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Iqvia hat der Generikamarkt in den USA im vergangenen Jahr rund elf Prozent an Umsatz verloren. Insgesamt stagnierte der Sandoz-Umsatz bei zehn Milliarden Dollar, die Marge sank von 14,2 auf 13,6 Prozent.

Besser sieht es dagegen wieder bei der Augenheilkundetochter Alcon aus, die in der Vergangenheit hinter dem Branchenwachstum zurückfiel. Im vergangenen Jahr änderte sich das unter anderen durch die Einführung neuer Produkte: Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr um vier Prozent, das operative Ergebnis schrumpfte allerdings noch um drei Prozent.

Wie vor Monaten bekannt gegeben, überlegt Novartis, Alcon abzuspalten. Eine mögliche Transaktion wird aber nicht vor dem ersten Halbjahr 2019 wahrscheinlich sein, heißt es. Erst muss Alcon noch weiter wachsen und eine bessere Marge erzielen.

Der scheidende Konzernchef Joseph Jimenez hat in seinem letzten Jahr an der Spitze des weltgrößten Herstellers von verschreibungspflichtigen Medikamenten mehr verdient. Im Vergleich zu dem Amerikaner, der das Unternehmen nach acht Jahren an der Spitze verlässt, muss sich sein Nachfolger zudem mit weniger zufrieden geben. Jimenez strich im vergangenen Jahr insgesamt 11,3 Millionen Franken (9,6 Millionen Euro) ein nach 10,6 Millionen Franken im Jahr 2016, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der im Februar an die Konzernspitze rückende Vasant Narasimhan soll dieses Jahr 8,9 Millionen Franken erhalten. Die Chefs von Schweizer Großkonzernen zählen zu den bestbezahlten Managern in Europa. 2016 war Roche-CEO Severin Schwan der Top-Verdiener.

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