Pharmakonzern Probleme im Diabetes-Geschäft setzen Sanofi zu

Der Gewinn des Pharmakonzerns Sanofi ist im dritten Quartal um 1,1 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro gesunken. Probleme machte vor allem das Diabetes-Geschäft. Die Tendenz wird sich wohl noch verstärken.
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Allein in diesem Jahr ist der Umsatz mit Diabetes-Medikamenten in den USA um 20 Prozent eingebrochen. Quelle: Reuters
Sanofi in Paris

Allein in diesem Jahr ist der Umsatz mit Diabetes-Medikamenten in den USA um 20 Prozent eingebrochen.

(Foto: Reuters)

ParisDie Generikakonkurrenz im Diabetes-Geschäft macht Sanofi zu schaffen. Der französische Pharmakonzern schraubte seine Erwartungen für das seit einiger Zeit unter Druck stehende Kerngeschäft am Donnerstag zurück. Zwischen 2015 und 2018 sei jährlich mit einem Umsatzrückgang von sechs bis acht Prozent zu rechnen.

Zuvor war Sanofi von vier bis acht Prozent ausgegangen. Allein in diesem Jahr sei der Umsatz mit Diabetes-Medikamenten in den USA um 20 Prozent eingebrochen. Die Tendenz werde sich im vierten Quartal noch weiter verstärken, warnte Sanofi. So hatten die Drogeriekette CVS und der Versicherer United Health Sanofis Insulinmittel Lantus zugunsten des preiswerteren Generikums Basaglar von Eli Lilly von ihren Verkaufslisten gestrichen.

Die Gewinnbringer der Pharmabranche
Platz 10: Prevenar
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Der Impfstoff schützt vor der Infektionskrankheit Pneumokokken, einer bakteriellen Lungenentzündung, die vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Dem Pharma-Riesen Pfizer bringt der Impfstoff jährlich 5,7 Milliarden Dollar ein.

Platz 9: Lantus
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Den Insulin-Stift von Sanofi nutzen weltweit Millionen Diabetiker – und bescheren dem französischen Pharmakonzern jährlich Einnahmen von mehr als sechs Milliarden Dollar.

Platz 8: Herceptin
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Unter dem Namen Herceptin vermarktete der Baseler Pharmakonzern Roche einen Antikörper, der zur Behandlung von einigen Brust- und Magenkrebsformen eingesetzt wird. Die Entwicklung der Arznei durch den Krebsforscher Dennis Slamon wurde 2008 unter dem Titel „Living Proof“ verfilmt. Bis heute hat auch Roche seine Freude an dem Medikament: Es generiert pro Jahr einen Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar. Damit trägt Herceptin allein mehr als zehn Prozent zum Jahresumsatz von Roche bei.

Platz 7: Avastin
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Mit Avastin hat Roche ein weiteres profitables Krebsmedikament im Portfolio: Avastin ist beispielsweise für Darm-, Lungen- oder Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Die Baseler verdienen pro Jahr 6,72 Milliarden Dollar mit dem Wirkstoff.

Platz 6: Revlimid
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Der Wirkstoff des US-Pharmakonzerns Celgene ist in Europa als „Orphan Drug“ zugelassen – also als Medikament für seltene Krankheiten. Das bedeutet, dass es nur in wenigen Fällen verschrieben wird, die Therapiekosten jedoch sehr hoch sind. Das Krebsmittel bringt Celgene im Jahr knapp 7 Milliarden Dollar.

Platz 5: MabThera/Rituxan
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Das wichtigste Krebsmittel von Roche generiert jährlich 7,23 Milliarden Dollar Umsatz. Der unter den Namen MabThera und Rituxan vermarktete Wirkstoff gilt als Vorreiter der sogenannten gezielten Krebstherapie, bei der die Antikörper mittels Gentechnik hergestellt werden.

Platz 4: Remicade
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Die Ampullen der US-Pharmariesen Johnson & Johnson sowie Merck & Co. helfen gegen zahlreiche Krankheiten: In Europa ist das Medikament als Therapie etwa für die chronische Darmerkrankung Morbus Crohn oder die Hautkrankheit Schuppenflechte zugelassen. Der Allrounder bringt den beiden Konzernen jährliche Einnahmen von 8,2 Milliarden Dollar.

Für den Konzern insgesamt bekräftigte Sanofi den Ausblick für 2017 und rechnet weiterhin mit einem weitgehend stabilen Gewinn. Nach dem guten Start des neuen Hautmedikaments Dupixent in den USA hatte Sanofi erst im Sommer seine Gewinnaussichten besser eingeschätzt.

Im dritten Quartal sank der Gewinn des Unternehmens indes um 1,1 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen um 4,7 Prozent auf rund neun Milliarden Euro zu. Vor allem das über ein Tauschgeschäft erworbene Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Gesundheitspräparaten von Boehringer Ingelheim entwickelte sich gut. Hier kletterte der Umsatz um 48,5 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro.

  • rtr
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