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PharmakonzernRoche baut Diagnostikproduktion in Deutschland aus

Mit einem 600-Millionen-Euro-Projekt will Roche seine Kapazitäten erweitern. Weitere Investitionen stünden aber wegen der deutschen Gesundheitspolitik auf dem Prüfstand.Siegfried Hofmann 07.03.2023 - 17:29 Uhr Artikel anhören

Der Schweizer Konzern zählt zu den größten Produzenten und Investoren auf dem deutschen Pharmamarkt.

Foto: Reuters

Mannheim . Trotz harscher Kritik an der Gesundheitspolitik verstärkt der Schweizer Pharmakonzern Roche seine Aktivitäten in Deutschland mit einer weiteren Großinvestition. So will der Pharmariese an seinem Standort Penzberg in Bayern 600 Millionen Euro in den Bau eines neuen Produktionszentrums für Diagnostika stecken, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Dieses soll 2027 seinen Betrieb aufnehmen. Auch die Mitarbeiterzahl soll weiter wachsen.

Der Konzern unterstreicht damit seine Rolle als einer der führenden Pharmainvestoren hierzulande. Penzberg ist neben Mannheim und Grenzach-Wyhlen einer der drei Hauptstandorte von Roche in Deutschland. Das auf biotechnische Produktion und Forschung konzentrierte Werk hatte das Unternehmen 1997 mit der Übernahme von Boehringer Mannheim erworben und seither mehrfach ausgebaut.

Die gesamten Sachinvestitionen von Roche in Deutschland erhöhten sich im vergangenen Jahr auf das Rekordniveau von 675 Millionen Euro und addierten sich nach Angaben des Unternehmens in den letzten sechs Jahren auf rund 3,2 Milliarden Euro. Insgesamt tätigte der Pharmakonzern damit rund 16 Prozent seiner Sachinvestitionen in Deutschland, während er auf dem deutschen Markt nur fünf Prozent seiner Umsätze erzielt.

Ungeachtet der Ausbaupläne warnt Roche-Deutschlandchef Hagen Pfundner – ähnlich wie zuvor bereits etliche andere Pharmamanager – vor einer deutlichen Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch Gesetzesänderungen im Gesundheitsbereich. Sie sehen unter anderem einen erhöhten Zwangsrabatt für die Pharmahersteller und weitere Einschränkungen in der Preisfestsetzung für innovative Medikamente vor. „Damit wird uns hier mehr und mehr die Luft abgeschnitten“, sagte Pfundner.

Die aktuellen Investitionen und damit auch das Großprojekt in Penzberg seien von dieser Entwicklung zwar nicht berührt, weil die Vorplanungen bereits seit zwei Jahren laufen. Die längerfristigen Investitionsstrategien der Branche werden nach Einschätzung Pfundners indessen von den jüngsten Maßnahmen der Politik infrage gestellt. Auch bei Roche seien Überlegungen zu Erweiterungen oder Neuinvestitionen in Deutschland auf dem Prüfstand.

Es bestehe damit die Gefahr einer schleichenden Abwanderung der Branche. Die Gesetzesinitiative stelle einen Angriff auf Innovationen und Investitionen dar und schade einer Leitindustrie, die Arbeitsplätze schaffe und zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme beitrage.

Standort Deutschland spielt wichtige Rolle im Konzern

Der Baseler Konzern ist mit rund 18.000 Beschäftigten in Deutschland neben Boehringer Ingelheim, Sanofi und Bayer einer der größten Investoren und Produzenten in der hiesigen Pharmaindustrie. Das wiederum spiegelt sich auch in der Geschäftsstruktur wider. Roche Deutschland erzielte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 8,1 Milliarden Euro – davon machten Exporte an Schwestergesellschaften im Konzern 4,8 Milliarden Euro aus.

Insgesamt sank der Umsatz im vergangenen Jahr um knapp 15 Prozent, bedingt vor allem durch deutlich rückläufige Verkäufe und Auslieferungen von Coronaprodukten. Als weltweit führender Diagnostikahersteller hatte Roche in den beiden Vorjahren von einer hohen Nachfrage nach Covidtests erheblich profitiert. Das kam auch den Aktivitäten in Deutschland stark zugute, da der Konzern hier einen Großteil seiner Diagnostika produziert.

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Bereinigt um den Covideffekt sind die Gesamterlöse von Roche Deutschland im vergangenen Jahr nach Angaben des Unternehmens um knapp fünf Prozent auf 7,3 Milliarden Euro gewachsen. Rund zwei Milliarden davon entfielen auf das Arzneimittelgeschäft in Deutschland.

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