Pharmakonzern Roche warnt vor Wachstumsverlangsamung

Die Konkurrenz macht dem Schweizer Pharmakonzern Roche zu schaffen: Wegen zunehmender Konkurrenz für milliardenschwere Krebsmedikamente stellt sich der Konzern im laufenden Jahr auf weniger Wachstum ein.
Update: 01.02.2018 - 09:53 Uhr Kommentieren
Der Pharmakonzern erwartet für das laufende Jahr eine Stagnation des Umsatzes. Quelle: Reuters
Roche

Der Pharmakonzern erwartet für das laufende Jahr eine Stagnation des Umsatzes.

(Foto: Reuters)

BaselDer Schweizer Roche-Konzern stellt sich wegen der zunehmenden Konkurrenz für milliardenschwere Krebsmedikamente auf weniger Wachstum ein. Der Umsatz dürfte dieses Jahr unter Ausschluss von Wechselkurseffekten stagnieren oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag steigen, wie das Pharmaunternehmen am Donnerstag mitteilte. Dank der US-Steuerreform soll der Gewinn allerdings stärker zulegen und seinen Aktionären stellte Roche erneut mehr Dividende in Aussicht. Beim bereinigten Gewinn je Genussschein und Aktie peilt das Unternehmen aus Basel ein Plus im hohen einstelligen Bereich an. Die Steuerreform dürfte dem Konzern einen hohen dreistelligen Millionenbetrag bringen, sagte Finanzchef Alan Hippe.

2017 steigerte Roche den Erlös währungsbereinigt um fünf Prozent auf 53,3 Milliarden Franken (46 Milliarden Euro). Roche drohen Umsatzausfälle, weil für die Milliarden-Krebsarzneien MabThera, Herceptin und Avastin nach dem Ablauf des Patentschutzes günstigere Nachahmermedikamente auf den Markt drängen. Erste Spuren zeigten sich beim größten Umsatzbringer MabThera: In Europa, wo dieses Jahr sogenannte Biosimilars der biotechnologisch hergestellten Blutkrebsarznei von Celltrion und Novartis auf den Markt gekommen sind, sanken die Verkaufserlöse um elf Prozent, weltweit stiegen sie nur noch geringfügig. Analysten befürchten deswegen eine mehrjährige Durststrecke. Roche-Chef Severin Schwan zeigte sich allerdings zuversichtlich, die Einbußen wettmachen zu können.

Von den jüngst auf den Markt gebrachten Medikamente steuerte Krebs-Immuntherapie Tecentriq vergangenes Jahr 487 Millionen Franken zum Umsatz bei. 869 Millionen Franken setzte Roche mit dem seit März verkauften Mittel Ocrevus gegen Multiple Sklerose um.

Unter dem Strich stand 2017 wegen Wertminderungen und Abschreibungen mit 8,83 Milliarden Franken um neun Prozent weniger Gewinn. Den Aktionären will das Roche trotzdem mehr Dividende zahlen: 8,30 Franken je Genussschein und Aktie, 0,10 Franken mehr als vergangenes Jahr. 

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