Pharmakonzern Ungarn kaufen Sparte von Grünenthal

Der ungarische Pharmakonzern Gedeon Richter übernimmt das Geschäft der Aachener mit Verhütungsmitteln und stärkt damit seine Position in Westeuropa. Dort sieht es Möglichkeiten zu expandieren – erst im Oktober schlug das Unternehmen in der Schweiz zu.
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Der Budapester Pharmakonzern Gedeon Richter hat den westeuropäischen Markt für sich entdeckt. Quelle: dpa

Der Budapester Pharmakonzern Gedeon Richter hat den westeuropäischen Markt für sich entdeckt.

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WIEN/FRANKFURT. Ungarns größter Pharmakonzern Gedeon Richter entdeckt den deutschen Markt. Für 236 Mio. Euro übernimmt das Budapester Unternehmen die Verhütungsmittel-Sparte des Aachener Herstellers Grünenthal. Das ungarische Unternehmen will damit vor allem seine Expansion Richtung Westeuropa stärken. Grünenthal konzentriert sich künftig verstärkt auf die Produktion von Schmerzmitteln.

Gedeon Richter ist mit einem Jahresumsatz von umgerechnet etwa einer Mrd. Euro der größte Pharmakonzern in Ungarn und konzentriert sich auf die Produktion von Generika (Nachahmer-Medikamente). Das Unternehmen ist schon flächendeckend in Osteuropa vertreten. Es sieht jetzt aber Expansionsmöglichkeiten im Westen des Kontinents und ist hier auf Einkaufstour gegangen. Erst im Oktober hatte Gedeon Richter den Schweizer Pharmahersteller Preglem für knapp 340 Mio Euro übernommen. „Beide Zukäufe bieten uns exzellente Expansionsmöglichkeiten“, sagte gestern in Budapest Gedeon-Richter Vorstandschef Erik Bogsch. Etwa ein Viertel der Gedeon-Anteile befinden sich noch in Staatsbesitz, der Rest ist breit gestreut und an der Börse notiert. Die Grünenthal-Sparte wird durch Kreditaufnahme finanziert.

Aus Sicht von Analysten zahlen die Ungarn etwa das 3,3-fache des Umsatzes für die Grünenthal-Sparte, und damit einen relativ hohen Preis. Denn Grünenthal habe keine neuen Verhütungs-Produkte in der Entwicklung.

Grünenthal kommt unterdessen mit dem Verkauf der Sparte einen weiteren Schritt bei der Neuausrichtung voran. Das Aachener Familienunternehmen, das einst mit dem Contergan-Skandal für Aufsehen sorgte, ist mit zuletzt 881 Mio Euro Umsatz der fünftgrößte deutsche Pharmahersteller. Vom Gesamtumsatz entfallen heute bereits rund 70 Prozent auf Schmerzmittel, der Rest entfällt auf Verhütungsmittel, Antibiotika und Medikamente gegen zystische Fibrose – Segmente, die schon seit gut einem Jahr nicht mehr zum Kerngeschäft zählen.

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