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Pharmakonzern Warum Celgene zu den Wucherern der US-Pharmabranche zählt

Hohe Pharma-Preise sorgen in den USA für Unmut. Der Konzern Celgene hat etwa seine Preise erhöht, sorgte aber auch für ein Verbot von Generika.
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Celgene hat in den vergangenen sieben Jahren den Preis um 88% erhöht. Quelle: Bloomberg
Medikamente gegen Krebs

Celgene hat in den vergangenen sieben Jahren den Preis um 88% erhöht.

(Foto: Bloomberg)

New YorkProfitgier in der Pharmabranche ist ein großes Thema in den USA und Celgene steht besonders in der Kritik. Das Biotech-Unternehmen hat in den vergangenen Jahren dank massiver Preiserhöhungen seinen Umsatz gesteigert. Gleichzeitig sorgte Celgene dafür, dass Nachahmerpräparate (Generika) nicht auf den Markt kamen. Die Folge: Viele Krebspatienten in den USA können sich die teure Behandlung nicht leisten.

Im vergangenen Jahr hat zudem die US-Aufsichtsbehörde FDA Celgene zusammen mit anderen Pharmaherstellern offiziell an den Pranger gestellt. Die FDA veröffentlichte eine Liste jener Pharma-Unternehmen, gegen die am meisten Beschwerden vorliegen, weil sie die Entwicklung von Generika aktiv verhindern.

Als dann im Herbst auch noch ausgerechnet der ehemalige CEO von Celgene, Bon Hugin, als Republikaner für den Senatorenposten in New Jersey antrat, geriet das Unternehmen noch stärker ins Rampenlicht. Schließlich hatte Celgene unter Hugins Führung die Preise für Medikamente drastisch erhöht. Sein demokratischer Gegner gewann die Wahl, in der er Hugin als profitgierigen Bösewicht der Pharmabranche darstellte.

Keine Preiskontrollen

Tatsächlich hat Celgene die Preise für seine Medikamente kräftig erhöht. Das wichtige Krebsmedikament Revlimid etwa kostete bei seiner Zulassung 6000 Dollar pro Monatsdosis und liegt heute bei 19.000 Dollar. Das sorgte für Zuspruch bei den Investoren, aber für Wut bei den Patienten.

Die Amerikaner sind es leid, dass sie für ihre Medikamente deutlich mehr bezahlen müssen als Patienten in anderen Ländern, weil es de facto keine Preiskontrolle gibt. Der Inbegriff des raffgierigen Pharma-Managers ist Martin Shkreli. Der Chef von Turing Pharmaceuticals hatte den Preis für Daraprim – ein lebenserhaltenes Medikament für Neugeborene und Aidskranke – von 13,50 Dollar auf 750 Dollar pro Tablette heraufgesetzt.

Das Problem der Wucherpreise hat die Politik erreicht. Donald Trump hat die Unzufriedenheit der Menschen gespürt und im Wahlkampf versprochen, den hohen Preisen für Medikamente Einhalt zu gebieten. Aus Angst vor der Wut des Präsidenten verzichteten auch viele Hersteller vorübergehend auf allzu hohe Preiserhöhungen.

Doch mit dieser neuen Bescheidenheit ist nun Schluss. Zum Jahresbeginn haben die US-Pharmafirmen viele ihrer Produkte um durchschnittlich 6,3 Prozent erhöht. Das geht aus einer Studie von RX Savings Solutions hervor, einem Anbieter von Software, die die Medizinkosten für die Mitarbeiter von Unternehmen senken soll.

Auch Generika-Anbieter bitten bei Morphin oder Blutdrucksenkern stärker zur Kasse. Trump gab sich trotz der neuen Preiserhöhungen siegessicher. Er erwarte, dass es zu „massiven“ Rückgängen kommen werde, sagte er am Mittwoch vor Reportern, ohne Details zu nennen.

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