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Pharmakonzerne Pfizer kauft Generika-Spezialisten Mylan für neun Milliarden Euro

Die US-Pharmakonzerne planen eine gemeinsame Generika-Firma. An der Börse sorgte die Nachricht bei Mylan für einen Kurssprung.
29.07.2019 Update: 29.07.2019 - 17:07 Uhr Kommentieren
Pfizer und Mylan planen gemeinsame Generika-Firma Quelle: AFP
Pfizer-Logo

Mit Mylan will der Konzern ein Unternehmen für Nachahmermedikamente gründen.

(Foto: AFP)

Frankfurt Mit dem geplanten Zusammenschluss des US-Arzneimittelherstellers Mylan mit der Upjohn-Sparte von Pfizer steht die nächste Milliarden-Transaktion im Pharmasektor bevor. Anders als in den vorangegangenen Deals in der Branche geht es in diesem Fall allerdings nicht darum, Innovationskraft und Produktpipeline zu verbreitern.

Die bevorstehende Fusion ist vielmehr eine Abwehrreaktion auf den anhaltenden Preisdruck im Bereich der patentfreien Medikamente (Generika). Vor allem auf dem US-Markt setzt das etliche Akteure unter Druck. Pfizer und Mylan formen nun einen neuen, globalen Branchenführer im Generikageschäft mit etwa 20 Milliarden Dollar Umsatz.

Sie etablieren dazu eine neue Gesellschaft, die Mylan komplett aufnimmt und außerdem die Pfizer-Tochter Upjohn, in der der US-Konzern sein Geschäft mit älteren, patentfreien Medikamenten des US-Konzerns zusammengefasst hat. Die Pfizer-Aktionäre werden an der neuen Gesellschaft eine Mehrheit von 57 Prozent halten. Die operative Führung indessen teilen sich Mylan-Verwaltungsratsvorsitzender Robert J. Coury als Executive Chairmann und Upjohn-Chef Michael Goettler als CEO.

Das Geschäft mit patentfreien Arzneien steht in den USA seit mehr als zwei Jahren bereits massiv unter Druck, unter anderem weil Versicherungen immer höhere Rabatte durchsetzen. Das schlägt sich in deutlichen Umsatz- und Ertragsrückgängen in diesem Teil der Branche nieder, während das Geschäft der großen Pharmakonzerne mit innovativen Produkten dank zahlreicher Neuzulassungen momentan relativ kräftig wächst.

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    Etliche Generikahersteller, darunter auch der bisheriger Marktführer Teva, sind aufgrund der Entwicklung bereits massiv unter Druck geraten. Auch Mylan hat in den letzten zwölf Monaten fast 50 Prozent an Wert verloren.
    Die Upjohn-Sparte von Pfizer verbuchte im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Das Biopharma-Geschäft mit den neueren, überwiegend noch patentgeschützten Produkten legte währenddessen um drei Prozent zu. Unter dem Dach von Upjohn vertreibt Pfizer seine etablierten, aber bereits patentfreien Medikamente wie den Cholesterinsenker Lipitor, das Erektionsmittel Viagra, oder das Schmerzmittel Celebrex. Bei Mylan sank der Umsatz im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar.

    Der nun unterzeichnete Deal zwischen Pfizer und Mylan untermauert zugleich den Trend zur Trennung zwischen innovativen Pharmageschäften und Generikaaktivitäten. In diesem Zuge haben sich in den letzten Jahren unter anderem Boehringer und Sanofi ganz oder überwiegend von ihren Generika-Aktivitäten getrennt. Der Baseler Konzern Novartis plant den Verkauf eines Teils seiner US-Generika-Aktivitäten. Und Analysten spekulieren bereits darüber, dass sich der Schweizer Konzern auch komplett von seiner Generika-Tochter Sandoz trennen könnte.

    Der US-Konzern Allergang verkaufte seine Generika-Sparte Actavis vor drei Jahren an die israelische Teva. Diese Übernahme wiederum entpuppte sich für Teva als enormer Fehlgriff unmittelbar vor dem Einbruch des US-Generikamarktes. Teva musste nachfolgend Wertberichtigungen in zweistelliger Milliardenhöhe verkraften, kämpft mit einer existenzbedrohenden Verschuldung von rund 27 Milliarden Dollar und hat seither fast 90 Prozent an Wert verloren.

    Pfizer und Mylan geben sich vor dem Hintergrund der Branchensituation und der Produktpalette der neuen Gesellschaft gar nicht erst die Mühe, die neue Firma als Wachstumsstory zu verkaufen. Das Unternehmen werde sich darauf fokussieren, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben, wolle dabei aber ein solides Investmentgrade sicherstellen.

    Die Firma werde 2020 auf Pro-forma-Basis einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen von 7,5 bis acht Milliarden Dollar erzielen und etwa vier Milliarden Dollar Free-Cashflow erwirtschaften. Etwa 25 Prozent davon werde man ausschütten. Soweit die angestrebte Verschuldungsquote von dem 2,5-fachen des Ebitda eingehalten wird, soll überschüssige Liquidität darüber hinaus für Aktienrückkäufe genutzt werden.

    Mehr: Array arbeitet mit Pfizer bereits seit Jahren bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten zusammen. Nun übernimmt der Pharmariese die Biotechfirma.

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