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Pharmakonzerne Shire akzeptiert neue Milliarden-Offerte von Takeda

Die Übernahmewelle in der Pharmabranche gewinnt wieder an Schwung. Nun haben sich Takeda und Shire auf einen Milliarden-Deal geeinigt.
Update: 25.04.2018 - 10:44 Uhr Kommentieren
Der irische Pharmakonzern hat sich mit dem japanischen Rivalen Takeda auf einen Übernahmepreis geeinigt. Quelle: Reuters
Vitaminpillen von Shire

Der irische Pharmakonzern hat sich mit dem japanischen Rivalen Takeda auf einen Übernahmepreis geeinigt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, LondonDie Pharmaindustrie steuert auf eine milliardenschwere Übernahme zu. Mit einer auf 64 Milliarden Dollar aufgestockten Offerte erzielte der japanische Konzern Takeda im fünften Anlauf einen Durchbruch beim Rivalen Shire.

Das irische Unternehmen teilte am Dienstag mit, es habe seinen Aktionären eine Annahme des Angebots empfohlen. Shire ist aus einem kleinen Anbieter von Kalzium-Präparaten hervorgegangen und inzwischen auf die Behandlung seltener Krankheiten spezialisiert. Mit diesem Portfolio will der französische Takeda-Chef Christophe Weber sein Unternehmen in die obersten Ränge der Pharmabranche katapultieren.

Doch einige Investoren fürchten, dass er sich damit übernehmen könnte. Takeda-Aktien verloren in Tokio sieben Prozent, nachdem sie seit Bekanntwerden einer möglichen Offerte bereits 18 Prozent eingebüßt hatten. Shire-Papiere kletterten in London um vier Prozent.

Mit ihren ersten vier Angeboten waren die Japaner bei Shire abgeblitzt. Sollte es dieses Mal klappen, wäre die Übernahme nicht nur die bisher größte in der Pharmabranche in diesem Jahr. Es wäre auch die größte Akquisition eines japanischen Unternehmens im Ausland.

Dieser Deal bestätigt den allgemeinen Fusionstrend in der Pharmabranche. Viele Experten spekulieren bereits seit Monaten darüber, dass die Übernahmewelle in dem Sektor nach einem eher verhaltenen Jahr 2017 deutlich an Schwung gewinnen könnte. Indizien dafür waren bisher vor allem eine Reihe mittelgroßer Deals, darunter zuletzt etwa die Übernahme des Gentherapie-Unternehmens Avexis durch Novartis. Bereits Anfang des Jahres verstärkte sich Sanofi durch die Übernahme der Biotechfirmen Bioverativ und Ablynx.

Hintergrund ist die Tatsache, dass viele große Pharmakonzerne nach wie vor mit einer gewissen Wachstumsflaute kämpfen und darauf zielen, ihre Produktsegmente zu ergänzen.

Auch Takeda war in den zurückliegenden Jahren bereits aktiv in Sachen M&A, setzte dabei aber auch eher auf kleine und mittelgroße Zukäufe.2008 kauften die Japaner für neun Milliarden Dollar den US-Genomforschungs- und Krebsspezialisten Millennium. Drei Jahre später folgte die Übernahme der Schweizer Nycomed für zehn Milliarden Euro. Nycomed hatte zuvor die deutsche Altana geschluckt. Im vergangenen Jahr zahlte Takeda für den amerikanischen Krebsmittelspezialisten Ariad rund fünf Milliarden Dollar.

Diese Zukäufe haben den japanischen Konzern im Pharmageschäft aber letztlich nicht entscheidend vorangebracht. Der Arzneimittelumsatz ist in den letzten beiden Jahren zwar wieder gewachsen und erreichte 2017 umgerechnet rund 15 Milliarden Dollar. Insgesamt bewegen sich die Japaner damit aber in etwa auf dem Niveau von Anfang des Jahrzehnts. Mit Shire würden sie nun ihr Pharmageschäft auf etwa 30 Milliarden Dollar verdoppeln und damit unter die Top-10 der Pharmabranche aufsteigen.

Shire stimmte unterdessen einer Verlängerung für die eigentlich am Mittwoch auslaufende Frist der britischen Behörden zu, bis zu der eine abschließende Einigung erzielt werden muss. Nun habe Takeda noch bis zum 8. Mai Zeit für weitere Prüfungen und eine Bestätigung des Angebots. Wenn nötig, könne die Frist abermals verschoben werden.

Auch der Botox-Produzent Allergan hatte Interesse an Shire signalisiert, dann aber in der vergangenen Woche einen Rückzieher gemacht. Allergan-Aktionäre fürchteten Insidern zufolge, dass sich der in Dublin ansässige Konzern mit dem Kauf der ebenfalls dort beheimateten Firma übernehmen könnte. Auch das US-Pharmaunternehmen Abbvie stand im Jahr 2014 kurz vor dem Kauf von Shire, bevor eine Änderung der US-Steuergesetze den Deal platzen ließ.

Takeda greift für das Unternehmen, das auch Medikamente gegen Hyperaktivität herstellt, tief in die Tasche. Das jüngste Gebot liegt noch einmal gut vier Prozent über der vorigen Offerte und mehr als elf Prozent über dem ersten Angebot von Ende März. Der japanische Konzern selbst wird mit 33 Milliarden Dollar bewertet.

Deshalb sehen nicht alle Investoren den Vorstoß von Konzernchef Weber positiv. Es gibt Zweifel an Sinn und Möglichkeit, einen doppelt so großen Konzern zu übernehmen. Finanziell dürfte der Zukauf für Takeda mit großen Belastungen einhergehen, eine üppige Kapitalerhöhung könnte notwendig sein. Analysten zufolge wurde Takeda von Anlegern bisher vor allem für seine vergleichsweise hohe Dividende geschätzt.

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