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Pharmariese Merck Rezeptfreie Medikamente sind der Hoffnungsträger

Der Darmstädter Pharmakonzern Merck will sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten ausbauen – der Abstand zu den Marktführern ist riesig. Spartenchefin Uta Kemmerich-Keil will das Problem nun auf ihre Weise lösen.
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Das Merck-Hauptquartier in Darmstadt: Das Geschäft mit Alltagsarzneien von Aspirin bis Alka-Seltzer ist für die Hersteller hochattraktiv. Quelle: dpa

Das Merck-Hauptquartier in Darmstadt: Das Geschäft mit Alltagsarzneien von Aspirin bis Alka-Seltzer ist für die Hersteller hochattraktiv.

(Foto: dpa)

London Sie sollen die Nase bei Erkältung frei machen, die Immunabwehr stärken oder schlicht Kopfschmerzen lindern. Rezeptfreie Mittel fürs Wohlbefinden aus Apotheke, Drogerie oder Supermarkt haben Konjunktur. Weltweit werden jährlich rund 200 Milliarden Dollar mit rezeptfreien Arzneien umgesetzt, schätzt die Unternehmensberatung Bain. Ein Riesengeschäft, von dem sich auch der Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA einen größeren Anteil verspricht. Das Darmstädter Dax-Unternehmen will sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten ausbauen – auch wenn der Abstand zu den Marktführern im Segment riesig ist. Letztlich sei nicht die globale Größe entscheidend, sondern die Position in den jeweiligen nationalen Märkten, sagte Uta Kemmerich-Keil, die neue Chefin der Consumer-Health-Sparte von Merck., dem Handelsblatt am Rande einer Branchentagung in London.

Es ist der Kampf um die medizinischen Helferlein. Das Geschäft mit Alltagsarzneien von Aspirin bis Alka-Seltzer ist für die Hersteller hochattraktiv. In Fachkreisen heißen rezeptfreie Arzneien OTC-Präparate, weil sie einfach über die Ladentheke - auf Englisch: Over the counter (OTC) - verkauft werden dürfen. Zwar sind die Gewinnmargen niedriger als bei verschreibungspflichtigen Arzneien, doch mit 15 bis 20 Prozent immer noch stattlich. OTC-Präparate sind zudem oft schon seit Jahrzehnten auf dem Markt, Ärger, drohende Klagen wegen plötzlich auftretender Nebenwirkungen oder ungünstige Ergebnisse klinischer Studien sind daher selten – und in den letzten Jahren wuchs die Nachfrage global stärker als nach rezeptpflichtigen Mitteln.

Das Segment lockt darum zunehmend auch die großen Pharmakonzerne an. Bayer-Boss Marijn Dekkers will die Leverkusener zur weltweiten Nummer eins bei rezeptfreien Medikamenten machen und hat dieses Jahr bereits die Sparte rezeptfreier Medikamente des Schweizer Wettbewerbers Novartis geschluckt, was den Jahresumsatz auf etwa zehn Milliarden Dollar steigert. Auch der neue britische Wettbewerber GlaxoSmithKline brachte jüngst seine Sparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Novartis ein und schuf so einen neuen Marktführer. Merck bringt es dagegen nur auf umgerechnet knapp eine Milliarde Dollar Umsatz in dem Bereich - was die Darmstädter nur auf Rang elf weltweit bringt. Für eine größere Akquisition ist jedoch nach der erst im September erfolgten Übernahme den US-Laborausrüster Sigma-Aldrich für 13,1 Milliarden Euro wenig Spielraum.

Reicht das, um gegen die größeren Konkurrenten bestehen zu können?
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