Philips mit neuem Kurs Erfolgreiche Medizintechnik lässt Anleger jubeln

Philips hat im letzten Quartal einen Verlust geschrieben. Doch operativ können die Niederländer zulegen. Der Konzern profitiert besonders von der guten Auftragslage für seine Medizingeräte. Anleger sind begeistert.
Trotz roten Zahlen unter dem Strich ist der Konzern zuversichtlich. Quelle: ap
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Trotz roten Zahlen unter dem Strich ist der Konzern zuversichtlich.

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FrankfurtÜber Monate kannte der Aktienkurs von Philips nur eine Richtung: nach unten. Am heutigen Dienstag aber schlug der niederländischen Konzern mit positiven Zahlen, insbesondere im Bereich Medizintechnik, die Erwartungen vieler Anleger: An der Börse in Amsterdam legte die Aktie daraufhin zeitweise um mehr als sieben Prozent zu. Da tat der Stimmung auch keinen Abbruch, dass Philips im Schlussquartal 2015 in die Verlustzone gerutscht ist. Schuld sind Einmaleffekte bei Pensionsrückstellungen, die Philips aber bereits im Vorfeld angekündigt hatte.

Der niederländische Mischkonzern befindet sich in einer großen Umbauphase. Wie Wettbewerber Siemens will auch Philips seine weniger margenstarke Lichtsparte abspalten und sich künftig vor allem auf das Geschäft rund um Gesundheit konzentrieren. Zugleich läuft ein internes Effizienzprogramm, mit dem das Wachstum angekurbelt werden soll.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen hier Fortschritte erzielt, auch wenn das Wachstum insgesamt noch an Fahrt gewinnen kann. Ohne Währungseffekte gerechnet stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um zwei Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebita) konnte Philips um zwei Drittel auf 1,37 Milliarden Euro steigern. Restrukturierungskosten und auch die Auslagerung der Pensionsrückstellungen schlugen mit mehr als 600 Millionen Euro zu Buche. Die Marge konnte von 3,8 auf 5,7 Prozent verbessert werden.

„Alles in allem war 2015 ein solides Jahr für Philips“, wertete Konzern-Chef Frans van Houten die Jahrenzahlen. Die Leistung des Unternehmens sei trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds kontinuierlich gesteigert worden. Die größte Sparte des Unternehmens, die Medizintechnik legte nominal dank Zukäufen und Währungseffekten um 19 Prozent auf knapp 11 Milliarden Euro zu, auf vergleichbarer Basis betrug das Wachstum vier Prozent. Besonderes erfolgreich war Philips in dieser Sparte im vierten Quartal. Der Auftragseingang kletterte um satte 15 Prozent, getrieben von einer guten Nachfrage in Nordamerika und Westeuropa.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Für das laufende Jahr stellte Firmenchef van Houten ein moderates Umsatzwachstum aber weiter steigende operative Verbesserungen in Aussicht. Der Prozess, die Lichtsparte abzuspalten, läuft nach Plan: Die Trennung soll in der ersten Jahreshälfte vollzogen werden. Nach wie vor hält sich Philips alle Optionen von Verkauf bis zum Börsengang für die Sparte offen, die 2015 rund 7,4 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

Vergangene Woche hatte Philips wegen Widerstands von US-Aufsichtsbehörden den Verkauf von Teilen seiner Lichtsparte abgesagt. Ursprünglich sollte die Lumileds-Sparte für LED und Autolicht-Bauteile mehrheitlich an ein Konsortium aus überwiegend chinesischen Investoren gehen. Philips wollte dafür rund 3,3 Milliarden Dollar einnehmen. Philips gab bekannt, dass man bereits mit potenziellen anderen Käufern spreche.

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