Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Piëch fehlt bei der Porsche-HV Der Wegbleiber

Bei der Hauptversammlung der Porsche SE drehte sich alles um Ferdinand Piëch. Dabei glänzte er durch Abwesenheit. Doch bei den Aktionären in Stuttgart waren die Sympathien ohnehin klar verteilt.
13.05.2015 - 13:55 Uhr Kommentieren
Der gestürzte VW-Patriarch blieb auch der Porsche-Hauptversammlung am Mittwoch fern. Quelle: dpa
Ferdinand Piëch

Der gestürzte VW-Patriarch blieb auch der Porsche-Hauptversammlung am Mittwoch fern.

(Foto: dpa)

Stuttgart Ferdinand Piëch war nicht da und irgendwie doch. „Herr Professor Piëch hat sein Kommen abgesagt“, berichtet Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche zu Beginn der Hauptversammlung der Porsche SE. Sieben nüchterne Worte provozieren ein Raunen und zynisches Gelächter bei den Aktionären.

Eine Begründung bleibt aus. Piëch hatte bereits die Teilnahme bei der Aufsichtsratssitzung am Vorabend abgesagt, ohne Gründe zu nennen. Am Morgen dann der kurze Anruf seines Büros beim Versammlungsleiter, auch nicht am Treffen der 4.000 Anteilseigner in der Stuttgarter Porsche-Arena teilzunehmen.

Ganz anders ist die Stimmung, als Versammlungsleiter Wolfgang Porsche den Namen von Vorstandschef Martin Winterkorn nennt. Schon bei der ersten Silbe gibt es tosenden Beifall. In Stuttgart sind die Sympathien klar verteilt, und das seit längerem.

Wolfgang Porsches Statements auf der Hauptversammlung der Porsche SE. Quelle: Martin Buchenau
Druckreif

Wolfgang Porsches Statements auf der Hauptversammlung der Porsche SE.

Schon zu Zeiten der Übernahmeschlacht um Volkswagen war Piëch als Aufsichtsratschef von VW und Gegenspieler des damaligen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking in der Schwabenmetropole nicht gut gelitten. Hier wird er nicht als Retter gesehen, sondern als derjenige, der die Übernahme von VW durch Porsche torpediert hat. Nach den Turbulenzen um seinen Rückzug während der vergangenen Wochen hat er sich zumindest offene Anfeindungen der Aktionäre erspart.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Auch wenn sich unter den gut 4.000 Aktionären so gut wie alles um den Personalkonflikt der vergangenen Wochen drehte, so versuchte Martin Winterkorn in seiner Rede doch, den Blick auf das Geschäftliche zu lenken. Der Vorstandschef von Volkswagen übernimmt diese Aufgabe auch bei der übergeordneten Holding, der Porsche SE.

    Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen bei VW nahm Winterkorn diesmal aber keinerlei Bezug auf Ferdinand Piëch. Er war nicht da, warum also noch einmal über Vergangenes reden? Lieber redete Winterkorn über sich selbst. „Als starke Beteiligungsholding haben wir maßgeblich von der hervorragenden Entwicklung des Volkswagen-Konzerns profitiert“, sagt er gleich am Anfang. Wobei Winterkorn ziemlich direkt auch Winterkorn lobt.

    Es folgt die neue Strategie der Holding. Die ist mittlerweile nicht mehr nur an Volkswagen beteiligt. Das amerikanische Technologieunternehmen Infix, ein Spezialist für Verkehrsinformationen und das verknüpfte Auto, nimmt zumindest einen kleinen Teil ein. 41 Millionen Euro hat man dafür ausgegeben. Das sind Peanuts bei einer Nettoliquidität von 2,27 Milliarden Euro. Weitere Beteiligungen sollen folgen, kündigte Winterkorn jedenfalls schon mal an.

    Der neue Clan um Winterkorn
    Berthold Huber
    1 von 20

    Der neue Interims-Aufsichtsratschef von Volkswagen: Der ehemalige Vorsitzende der IG Metall die Arbeitnehmer im Gremium an. Bislang hegte der Aufsichtsrat ein vertrauensvolles Verhältnis zu Vorstandschefs Winterkorn, so stellte er sich im April gegenüber Spiegel Online hinter ihn. „Wir haben mit Herrn Winterkorn einen hervorragenden Automobilisten und Vorstandsvorsitzenden, der unser vollstes Vertrauen hat“, sagte Hubert.

    (Foto: dpa)
    VW-Aufsichtsrat
    2 von 20

    Im VW-Aufsichtsrat, der über Winterkorns Zukunft entscheidet, sitzen zehn Arbeitnehmervertreter und zehn Arbeitgebervertreter. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende.

    (Foto: dpa)
    Julia Kuhn-Piëch und Louise Kiesling
    3 von 20

    Die zwei neuen Frauen im Aufsichtsrat. Julia Kuhn-Piëch ist Immobilienmanagerin und bereits Mitglied des Aufsichtsrats der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe. Kiesling ist Geschäftsführerin diverser Unternehmen, unter anderem von der Textilmanufaktur Backhausen. Die beiden nehmen den Platz von Ursula und Ferdinand Piëch ein, die vor kurzem ihr Amt niedergelegt hatten. Der Grund dafür war ein laut eigenen Aussagen unüberbrückbarer Konflikt um VW-Chef Martin Winterkorn.

    (Foto: Reuters)
    Hussain Ali al-Abdulla
    4 von 20

    Al-Abdulla ist Vertreter des Emirats Katar. Der Staat am Persischen Golf hält über die Gesellschaft Qatar Holding insgesamt 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen. Zu den aktuellen Vorgängen gab es keine direkten Äußerungen von ihm. Diskretion zeichnet den Anker-Aktionär aus.

    (Foto: dpa)
    Stefan Weil
    5 von 20

    In der Öffentlichkeit präsent ist hingegen das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Stimmrechte an VW hält. „Diskussionen dieser Art sind in jedem Fall schädlich für das Unternehmen“, sagte Ministerpräsident Weil zum Machtkampf. „Wenn man etwas zu besprechen hat, dann sollte man das intern tun. Die Vertreter des Landes Niedersachsen werden sich nicht an einer öffentlichen Diskussion beteiligen.“ Das war zumindest kein weiterer Dolchstoß für Winterkorn.

    (Foto: dpa)
    Olaf Lies
    6 von 20

    Der Wirtschaftsminister Niedersachsens ist der zweite Vertreter des Landes im Aufsichtsrat. Er stärkte ebenfalls Winterkorn den Rücken. „Wir schätzen die Arbeit des Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn sehr. (...) Ich sehe der Ankündigung durch Herrn Piëch auch aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Aufsichtsrat sehr gelassen entgegen.“ Das bedeutet, dass das Land Niedersachsen sich bei einer Kampfabstimmung auf die Seite der Arbeitnehmer schlagen könnte.

    (Foto: dpa)
    Wolfgang Porsche
    7 von 20

    Die Familien Porsche und Piëch halten über die Porsche Automobil Holding SE die Mehrheit am Volkswagen-Konzern. VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche (l.) distanzierte sich von seinem Cousin Piëch. Damit drohte ein Konflikt zwischen den Familien Porsche und Piëch. „Die Aussage von Herrn Dr. Piëch stellt seine Privatmeinung dar, welche mit der Familie inhaltlich und sachlich nicht abgestimmt ist“, ließ Wolfgang Porsche als Vertreter der Porsche-Familie ausrichten.

    (Foto: dpa)
    Fortschritte auf juristischer Seite
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Piëch fehlt bei der Porsche-HV - Der Wegbleiber
    0 Kommentare zu "Piëch fehlt bei der Porsche-HV: Der Wegbleiber"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%