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PIIGS-Unternehmen Konzerne in Krisenländern strotzen vor Kraft

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Vor Kraft strotzende Unternehmen

Auch die 29 italienischen Konzerne im Stoxx 600 sind alle profitabel. Während die konjunkturellen Frühindikatoren Italien am Rande einer Rezession zeigen, werden nach den bisherigen Halbjahresergebnissen und Prognosen für die restlichen Wochen des Geschäftsjahrs 2011 gleich acht Konzerne mehr als eine Milliarde Euro verdienen, darunter der Autobauer Fiat und Telecom Italia. Die Energiekonzerne Enel und Eni dürften einen Nettogewinn von zusammen zwölf Milliarden Euro einfahren.

Ähnlich robust ist das Bild in Portugal. Während die Finanzmärkte das kleine Land aufgrund seiner hohen Staatsverschuldung schon als nächsten Ausfallkandidaten identifiziert haben und dies mit auf über 15 Prozent gestiegenen Zinsen für Staatsanleihen signalisieren, strotzen die Firmen vor Kraft.

Der teilstaatliche Stromversorger EDP, an dessen Anteilen Deutschlands Eon interessiert ist, dürfte im laufenden Jahr mehr als eine Milliarde Euro verdienen – und damit den Rekordgewinn von 1,08 Milliarden Euro aus dem Vorjahr übertreffen. Das weltweit drittgrößte Windenergie-Unternehmen betreibt Windparks in Südwesteuropa und Amerika und gilt angesichts seiner starken Stellung bei den alternativen Energien als Perle unter den Energieversorgern.

In Irland schaffen es die Unternehmen besser als anderswo, in wirtschaftlich schwachen Jahren die Umsätze rasch herunterzufahren. So verhindern die Firmen in Krisenzeiten wie 2009 größere Verluste. In dem nach Ausbruch der Bankenkrise 2008 als erstes von den Finanzmärkten abgeschnittenen Land dominieren exportstarke Unternehmen wie die Fluggesellschaft Ryanair, der Baustoffriese CRH und der Nahrungsmittelhersteller Kerry. Sie erwirtschaften kaum zehn Prozent ihrer Umsätze auf dem Heimatmarkt, wo die Wirtschaft nur stagniert. Die Kerry Group ist mit ihrer weltweit bekannten Butter und anderen Produkten in 140 Ländern präsent.

„Konzerne wie Ryanair haben im Prinzip nur ihre Zentrale in Irland und profitieren von der robusten Weltwirtschaft“, sagt Chefvolkswirt Klude. Nachdem die irischen Firmen bereits im vergangenen Jahr ihre Nettogewinne um 39 Prozent gesteigert haben, dürften sie im laufenden Jahr noch einmal um ein Fünftel zulegen. Solch eine Dynamik erreichen europaweit nur die Deutschen.

Einen negativen Ausreißer unter den Krisenländern gibt es aber. Nur sieben der 600 größten europäischen Unternehmen sind griechisch. Den drei Finanzinstituten Piräus Bank, National Bank und Alpha Bank ist gemeinsam, dass sie auch in diesem Jahr tiefrote Zahlen bilanzieren. Die vier übrigen Firmen – der Glücksspielanbieter Opap, der Getränkeabfüller Hellenic Bottling, die teilverstaatlichte Telekomgesellschaft OTE und der staatliche Versorger Public Power – sind zwar nach Ablauf der ersten drei Quartale profitabel. Doch eine große Zukunft versprechen diese Branchen der geschlagenen griechischen Volkswirtschaft kaum.

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6 Kommentare zu "PIIGS-Unternehmen: Konzerne in Krisenländern strotzen vor Kraft"

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  • Die Gewinne werden nicht von den Fiat-Geschaeften erwirtschaftet sind von der Chrysler Tochter in den USA. Fiat hat massive Profitabilitaetsprobleme.

  • PS. Bei Versorgern, Telekoms und Pharma hat das schon längst begonnen. Weitere schädliche Volksbeglückungen werden weitere Quotenvorschriften (z.B. für geistig behinderte im Management (oops, wollte sagen, Ex-Politiker im Management), Mindestlöhne (klingen immer gut), Strafgebühren für die Gründung ausländischer Tochterfirmen, ein höherer EU-weiter Umsatzsteuersatz mit gleichzeitig Verbot von Bruttopreiserhöhungen für alle "lebenswichtigen" Branchen (Telekom, Internet, TV, Entertainment, Arzneimittel, Lebensmittel, Miete) sein. Das wird von der Kommission unter Leitung von D und F (und nach deren Bedarf) ausgekungelt und dann wird die Schuld durch Merkel und Sarkozy wieder wie bei Nichtrauchergesetzen etc. auf "die EU" geschoben, weil man ja so gar keinen Einfluss hatte.

  • Das trotzdem nicht in grossem Stil europäische Aktien gekauft werden, liegt an den politischen Risiken für Ausschüttungen und Nettogewinne nach Steuern sowie bei einigen Branchen (konsumentennahe Branchen, die anzugreifen populistisch ist) auch potentielle Erpressung bei der Preispolitik. Es wurde auch nicht erwähnt, das über 60% der meisten deutschen Exporte nach Europa gehen, also im Gegensatz zu spanischen und UK-Firmen sehr wohl im Krisengebiet sind. Da die EU-Staaten finanzielle Probleme haben und gleichzeitig die höchsten Einkommens- und Umsatzsteuersätze der Welt, werden sie versuchen, bei den großen Aktiengesellschaften mehr Einnahmen zu erpressen. Das in Europa wirtschaftlch naive und staatsgläubige Volk wird es gerne glauben und klatschen. Die Aktionäre haben den Schaden.

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    Meine treue und uneingeladene Begleitung und Mitleserschaft weiss sogar schon welche.
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    Sage ich euch doch schon die ganze Zeit, alles wird gut.
    Deshalb habe ich auch vorher schnell Aktien gekauft.
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  • Italien is eines der reichsten Länder der Welt.Norditalien hat eine Arbeitslosenquote von 3.5-4%.Die Dichte an Mittelstands-und Industrieunternehmen ist fast so hoch wie in Deutschland.Es wird aber seit 20 Jahren systematisch niedergewirtschaftet von inkompetente Politiker-im besonderen Berlusconi, der bis jetzt 4 Regierungen gestellt hat.Italien ist von der Wirtschaftsstruktur Deutschland ähnlicher als Frankreich, mit den etlichen gigantischen teilstaatlichen Monsterkonzerne und das völlige Fehlen von einem Mittelstand.Berlusconi muss sofort weg-sonst fällt Italien und dann gibts es für Deutschland nur Pest oder Cholera-entweder wird die EZB eingeschaltet um die Schulden wegzuinflationieren oder wir führen Eurobonds.Das sind die einzige Optionen, falls die Eurozone implodieren sollte und das hängt von Italien ab-eine Pleite des Landes wird uns 200-300 Mrd kosten.Um dann Frankfurt zu retten,muss der Schuldenstand in Berlin auf über 100% steigen.