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Pischetsrieder will in höherwertige Segmente VW setzt weiter auf China

Die Wolfsburger Volkswagen AG hat in den ersten zwei Monaten für die Marke VW in Deutschland einen Absatz auf Vorjahresniveau erzielt und ihren Marktanteil bei einem sinkenden Gesamtmarkt weiter gesteigert.

HB GENF. Das sagte VW-Vertriebsvorstand Detlef Wittig am Dienstag auf dem Genfer Automobilsalon. Für den Gesamtmarkt erwartet Wittig einen Rückgang um 3 bis 4 Prozent. "Wir haben unseren Marktanteil gesteigert", führte er aus. Eine genaue Zahl wollte er noch nicht nennen. In China will der Konzern Wittig zufolge im laufenden Jahr deutlich mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr.

VW wolle 800 000 bis 900 000 Pkw verkaufen im Vergleich zu 698 000 Pkw inklusive Importe im Vorjahr. Der Konzern werde wegen des stark wachsenden Marktes in China aber möglicherweise Marktanteile verlieren. Langfristig wolle VW einen Anteil von 30 Prozent halten. 2003 hatte der Marktanteil laut Wittig noch bei rund 35 Prozent gelegen. "Wir werden sicherlich Marktanteile verlieren, wenn der Markt sich weiter mit 30 Prozent Wachstum entwickelt", sagte er. "So schnell werden wir die Kapazitäten nicht steigern können", sagte er weiter.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder plant keine Werksschließung. Dies werde „ganz sicher nicht“ geschehen, sagte er am Dienstag der dpa auf dem Genfer Autosalon. Entsprechende Spekulationen waren aufgekommen, nachdem die Volkswagen AG (Wolfsburg) in der vergangenen Woche ein Maßnahmepaket zur Kostensenkung beschlossen hatte. Wenn man in einem Konzern 50 bis 60 verschiedene Modelle habe, könne man die dafür installierte Kapazität nicht immer gleichzeitig ausnutzen. Die Erweiterung der Modellpalette werde schon bald wieder für mehr Auslastung sorgen.

Pischetsrieder sagte, VW halte an dem Ziel fest, in diesem Jahr 600 000 Golf zu verkaufen. „Ob wir das schaffen, werden wir am Ende des Jahres sehen“, meinte er. Ähnlich äußerte sich der Autoboss zu der Prognose, den Absatz im VW-Konzern in diesem Jahr von 5,0 auf 5,5 Millionen Fahrzeuge zu steigern. Dazu müsse man wissen, was sich Ende des Jahres tue. Es mache keine Sinn, eine konkrete Zahl zu verfolgen, sagte Pischetsrieder. „Mehr Autos zu verkaufen geht leicht - damit Geld zu verdienen, ist die schwierigere Frage.“

Der Automanager sagte zu Medienberichten, wonach sein Stuhl wackele, dies „ist kein Thema, dass mich in irgendeiner Weise beschäftigen würde“. Mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piech gebe es „überhaupt keinen Dissenz“ über die Strategie - auch nicht mit Audi- Chef Martin Winterkorn, ergänzte Pischetsrieder. Winterkorn war in Zeitungsberichten als potenzieller Pischetsrieder-Nachfolger genannt worden.

Zu dem finanziellen Umfang des Kostensenkungsprogramms „formotion“ wollte sich Pischetsrieder nicht äußern. Er betonte, damit solle VW eine solide Zukunft gesichert werden, falls die schwache Konjunktur und die Dollarschwäche anhielten. „Um unter diesen negativen Annahmen unsere Ziele zu erreichen, haben wir dieses Programm aufgelegt.“ Es gehe nicht primär darum, in diesem oder einem anderen Jahr das Ergebnis zu verbessern, sondern dauerhaft ein verbessertes Niveau der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Einzelheiten will der VW-Chef auf der Bilanzpressekonferenz von VW am 9. März erläutern.

Pischetsrieder verteidigte erneut die Strategie, verstärkt in höherwertige Automobilsegmente vorzudringen. VW müssen in allen Segmenten annähernd gleich stark vertreten sein, zumal die Oberklasse mit Abstand am profitabelsten sei. Das eine machen, bedeute nicht, das ander zu lassen, entgegnete er auf Forderungen, VW müsse sich wieder mehr auf preiswertere Automobile konzentrieren. Eine Entscheidung, auf welcher technischen Plattform das Projekt C1 (Modell zwischen Passat und Phaeton) gebaut werde, falle im April. In der Diskussion als Plattformen sind der Maseratti Quattroporte und der Audi A6. Der Anteil von VW am schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania stehe nicht zur Disposition.

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