Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Pkw-Markt Deutschland Alle VW-Marken kämpfen weiter mit sinkendem Absatz

Neue Zulassungsstandards nach der WLTP-Norm bereiten dem Volkswagen-Konzern noch immer Probleme. Der Oktober lief erneut schlecht.
Kommentieren
VW: Alle Marken kämpfen im Oktober mit sinkendem Absatz Quelle: Bloomberg
Tiguan-Produktion in Wolfsburg

Nach den WLTP-bedingten Zwangspausen stabilisiert sich die VW-Produktion erst jetzt wieder.

(Foto: Bloomberg)

DüsseldorfAuch der Oktober ist für den Volkswagen-Konzern ein schwieriger Monat gewesen. Der VW-Konzern hatte in Deutschland im vergangenen Monat weiterhin mit der Umstellung auf die neuen Zulassungsstandards nach der WLTP-Norm zu kämpfen.

Alle Konzernmarken haben bei den Neuzulassungen noch einmal recht deutlich verloren, wie aus der am Freitag vom Kraftfahrtbundesamt veröffentlichten Statistik hervorgeht. Einziger Trost: Der VW-Konzern hatte im September noch deutlich schlechter abgeschnitten.

Die fünf großen Marken des Konzerns (VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche) sind im Oktober zusammen auf knapp 72.000 Pkw-Neuzulassungen gekommen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Rückgang von knapp 28 Prozent. Im September lag das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat noch bei etwa 61 Prozent.

Unverändert große Probleme haben nach wie vor die beiden Marken Audi und Porsche. Wie im September haben die beiden süddeutschen Konzerntöchter im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als 70 Prozent ihrer Neuzulassungen verloren.

Eine leichte Aufwärtstendenz gibt es bei der Marke Volkswagen mit einem Minus von knapp 19 Prozent (September: minus 61,9), bei Seat mit minus 12,5 Prozent (54,9) und bei Skoda mit minus 8,8 Prozent (43,6). Audi liegt vor allem wegen der verschleppten internen Aufklärung der Dieselaffäre im Vergleich mit den anderen Konzernmarken so deutlich zurück.

Der VW-Konzern hatte schon im Vorfeld gewarnt, dass die Oktober-Zahlen wieder schlecht ausfallen würden. Finanzvorstand Frank Witter deutete am Dienstag in einer Telefonkonferenz an, dass es im Konzern weiterhin Probleme mit der Umstellung auf die WLTP-Standards gegeben habe. Erst in den nächsten Monaten werde es wieder besser.

„Im November und im Dezember geben wir dann wieder wie gewohnt Gas“, betonte der Finanzchef. Volkswagen werde auch seine Variantenvielfalt reduzieren, das erleichtere die Umstellung auf die neuen Zulassungsstandards.

Seit dem Stichtag 1. September dürfen in Europa nur noch Autos verkauft werden, die den schärferen WLTP-Normen genügen. Sie gelten als realitätsnäher als die bislang verwendeten Prüfstandards („NEFZ“). Zum Stichtag hatte nur ein kleiner Teil der VW-Konzernmodelle den neuen Prüfzyklus durchlaufen.

Nach und nach erfüllen immer mehr Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern die WLTP-Standards. Zum Jahresende wollen die verschiedenen Konzernmarken den wesentlichen Teil hinter sich gebracht haben. Wegen der WLTP-Probleme musste auch die Produktion in einzelnen VW-Fabriken tageweise eingestellt werden.

Auch andere Hersteller leiden unter Rückgängen

In den kommenden Tagen werden auch die Zulassungszahlen für die anderen europäischen Länder veröffentlicht. Die deutschen Behörden geben ihre Zahlen vergleichsweise früh heraus. Sie sind ein erster Gradmesser dafür, wie sich die Zulassungszahlen auf dem gesamten Kontinent im Oktober entwickelt haben. Da die neuen WLTP-Zulassungsstandards für die gesamte EU gelten, dürfte in den anderen europäischen Staaten eine ähnliche Entwicklung wie in der Bundesrepublik zu beobachten sein.

In Deutschland sind die WLTP-Probleme nicht nur an den Zulassungszahlen aus dem VW-Konzern ablesbar. Im Oktober hatten etwa auch Nissan (minus 51 Prozent), Renault (minus 36) und Land Rover (minus 35) größere Rückgänge zu verzeichnen.

Bei den anderen großen deutschen Marken ist es im Oktober wieder aufwärtsgegangen. Nach dem Minus im September melden Mercedes (plus 19 Prozent) und BMW (plus 25) jetzt wieder Zuwächse. Der gesamte deutsche Markt für Neufahrzeuge ist im Oktober um gut sieben Prozent geschrumpft. Im September lag das Minus noch bei 30 Prozent. Im November und Dezember kalkuliert die gesamte Branche wieder mit Zuwächsen.

Mit den letzten beiden Monaten des Jahres wird die deutsche Automobilindustrie das tiefe WLTP-Loch aus den Sommermonaten allerdings nicht mehr wettmachen können. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kalkuliert für das gesamte Jahr bei der Pkw-Produktion mit einem Minus von sieben Prozent auf 5,3 Millionen Fahrzeuge. Der Export wird nach den VDA-Angaben voraussichtlich um sieben Prozent auf 4,1 Millionen Fahrzeuge fallen.

Bis Ende Oktober liegt der aktuelle Auftragseingang aus In- und Ausland unter dem Niveau des Vorjahres. Die Autohersteller hoffen darauf, dass sie die Rückgänge in Europa durch Zuwächse in anderen Teilen der Welt ausgleichen können.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Pkw-Markt Deutschland: Alle VW-Marken kämpfen weiter mit sinkendem Absatz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.