Pläne der Bundesregierung Elektroautos sollen auf die Busspur

Die Politik will Elektroautos fördern: Fahrzeuge mit Stromantrieb sollen künftig auf der Busspur fahren dürfen, zudem sind besondere Parkplätze geplant. Auch einige Hybridautos profitieren.
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Strom tanken an der Ladesäule: Neben reinen Elektrofahrzeugen will die Bundesregierung auch alltagstaugliche Plug-In-Hybride fördern. Quelle: dpa

Strom tanken an der Ladesäule: Neben reinen Elektrofahrzeugen will die Bundesregierung auch alltagstaugliche Plug-In-Hybride fördern.

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BerlinBundesverkehrs- und Bundesumweltministerium haben sich auf Eckpunkte für ein Elektromobilitätsgesetz verständigt. Darin wird erstmals festgelegt, welche Art von Fahrzeugen künftig als Elektroautos gelten und deshalb Vorteile erhalten.

„Neben reinen Elektrofahrzeugen wollen wir auch die besonders alltagstauglichen Plug-In-Hybride privilegieren – sofern sie einen echten Umweltvorteil aufweisen“, bestätigte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Voraussetzung dafür ist, dass ihre elektrische Reichweite groß genug ist, um Alltagsfahrten emissionsfrei zu bewältigen.“ Eine Plakette sollen Modelle erhalten, die entweder maximal 50 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen oder aber mindestens 30 Kilometer rein elektrisch fahren können. Den Entwurf des Elektromobilitätsgesetzes müssen die Minister noch abzeichnen.

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Akkumulator

Ein wiederaufladbarer Speicher für elektrische Energie auf elektrochemischer Basis. Im engeren Sinne ist mit Akkumulator beziehungsweise Akku lediglich eine einzelne Speicherzelle gemeint, allgemeinsprachlich werden aber auch die zusammengeschalteten Speicherelemente wie sie im E-Auto vorkommen als „Akku“ bezeichnet.

Auch die Bezeichnung „Batterie“ ist hierfür gängig, auch wenn sie historisch oder fachsprachlich in etwas eingeschränkterem Sinne genutzt wurde und wird. Häufig in der Bedeutung von „nicht-aufladbare Batterie“. Letztlich kann man „Batterie“ als Oberbegriff verstehen, unter den neben nicht-wiederaufladbaren Speichern eben auch Akkus fallen. In vielen Fällen werden beide Begriffe heute synonym verwendet, lediglich, wenn speziell die Wiederaufladbarkeit betont werden soll, empfiehlt sich das präzisere „Akku“.

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Ampere

Einheit der elektrischen Stromstärke (A). Stellt man sich den Stromfluss analog als Fließen von Wasser durch ein Rohr vor, entspricht die Stromstärke dem Rohrdurchmesser. Der Wasserdruck ließe sich mit der Stromspannung (V) gleichsetzen. Beide Faktoren gemeinsam entscheiden, wie hoch die Leistung ist. Letztlich also, wie viel Energie für den Betrieb eines Wasserrades oder Motors zur Verfügung steht.

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Brennstoffzelle

Spricht man von einem Brennstoffzellen- oder Wasserstoff-Fahrzeug, so ist dennoch ein Elektrofahrzeug gemeint. Bei diesem tank man statt Strom, Diesel oder Benzin aber flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

huGO-BildID: 17868798 Mitsubishi Motors Corporation Führende Automobilhersteller für Standards bei der Elektromobilität * Projekt CHAdeMO* ni
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Chademo

Abkürzung für „Charge de Move“ und Bezeichnung des japanischen Schnellladesteckers-Systems, das vom Energiekonzern Tepco und den Autoherstellern Nissan, Mitsubishi, Toyota und Subaru entwickelt wurde. Die typische Ladeleistung liegt bei 50 kW, es sind allerdings auch höhere Werte möglich. Konkurrenzstandard ist das deutsche CCS-System, beide Steckertypen sind nicht kompatibel.

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CCS

Steht für „Combined Charging System” und ist die deutsche Version des Schnellladesteckers für Gleichstrom mit hohen Ladeleistungen bis 170 kW. Er kommt lediglich als festes Ladekabel an Stationen vor. Genutzt werden kann er aktuell nur von sehr wenigen Fahrzeugen, etwa dem VW E-Up.

Der Konkurrenz-Standard ist das Chademo-System eines japanischen Konsortiums, der vor allem von japanischen und französischen Autos unterstützt wird. Alle Hersteller des europäischen Automobilhersteller-Verbandes ACEA unterstützen den CCS-Standard. 

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Elektroauto

Im engeren Sinne die Bezeichnung für ein batteriegetriebenes E-Auto mit oder ohne Range Extender. Im weiteren Sinne sind bezogen auf ihre Antriebsart auch Brennstoffzellen-Fahrzeuge E-Autos. Auch Plug-in-Hybride werden häufig – besonders in offiziellen Statistiken – den E-Autos zugeschlagen.

Die deutschen Hersteller wollen in diesem Jahr 16 Modelle auf den Markt bringen. „Bis zum Jahr 2017 werden fast alle Plug-In-Hybride umfasst sein“, sagte Hendricks. Ab 2018 sollen dann verschärfte Anforderungen gelten. Dann muss ein Fahrzeug 40 statt 30 Kilometer elektrisch fahren können. „Damit geben wir den Herstellern genügend Zeit, noch bessere Batterien zu entwickeln“, sagte die Ministerin.

Halter von Elektrofahrzeugen mit Plakette sollen im Straßenverkehr profitieren. In einer ersten Stufe sollen die Fahrer Busspuren mitbenutzen dürfen und Sonderparkplätze nutzen können. In einem zweiten Schritt will der Bund Details wie Haftungsfragen oder Regeln zum Aufbau von Ladesäulen festlegen.

  • dhs
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  • ...und jeder, der seine sieben Sinne beisammen hat, hat auch mittlerweile begriffen, das Öl eine kostbare und endliche Ressource ist (Stichwort "PeakOil") die man andernorts weitaus sinnvoller einsetzen kann, als sie in den Tank zu kippen, wo circa 70% als Abwärme verpuffen. Aber Hauptsache immer schön bequem, ihre Gewohnheiten umstellen können dann die anderen.

    @Marc_Hofmann
    Hier braucht man eigentlich nur Volker Pispers zitieren:
    "Wir retten jetzt erstmal die Arbeitsplätze. Ob wir einen Planeten wirklich brauchen, das ist doch wissenschaftlich noch gar nicht erwiesen."

    Na denn "Gute Nacht!" Bleibt nur zu hoffen, dass die Zeit derart antiquierte Einstellungen von alleine beseitigt.

  • @Wolfsfreund
    Mit Ihrer Logik hätte sich niemals ein nur wenige Kilometer schaffendes, unglaublich teures Automobil gegen ein günstiges Pferd durchgesetzt, welches an jeder Stelle im Überfluss vorhandenes Futter aufnehmen konnte im Gegensatz zu damals nicht existierenden Möglichkeiten Benzin zu tanken und fast überall entlang kam, denn es gab noch keine Autostraßen.

  • Schauen Sie mal nach den staatlichen Förderungen der "Nischenprodukte" Braunkohle- und Atomstrom. Ihre "Windmühle" genannte Art Strom zu erzeugen ist keinesfalls mehr Scheinmarkt als herkömmliche Energieproduktion.
    Erst informieren, dann seine Meinung kund tun...

  • @ Marc_Hofmann

    Exakt so ist es. Keiner, der seine sieben Sinne beisammen und/oder nicht Geld wie Heu hat, kauft sich eine der alltagsuntauglichen Elektrokisten (ich denke immer mit Grausen an kalte, dunkle Wintertage: Matsch und Schnee, Scheibenwischer an, Scheinwerfer an, Heizung volle Pulle oder es gibt Frostbeulen). Da helfen auch Busspurprivilegien nichts.

    "...oder aber mindestens 30 Kilometer rein elektrisch fahren können."
    ---
    Na, was für eine Wahnsinnsanforderung. Die macht klar, wie sehr hier Elektroautos politisch korrekt künstlich gepusht werden sollen. Die Minimalanforderung ist viel zu niedrig angesetzt. M.E. müßten das mindestens 100 km bei o.a. Wetterbedingungen sein, alles andere ist Augenwischerei. Und selbst das wäre wirklich nur eine *Minimal*anforderung und ein solches Auto keineswegs "fernflugtauglich" (ich bin Reichweiten von 600 bis über 1000 km gewohnt), unabhängig davon, daß die meisten E-Autos Minikisten sind, bei denen schon ein Großeinkauf Probleme bereitet.

    Über E-Fahrzeuge können wir reden, wenn die Reichweite standardmäßig bei runden 500 km liegt (bei Dreckswetter wie oben beschrieben), eine durchgehende Reisegeschwindigkeit von angenehmen 130 km/h möglich ist (auch am Berg!), der Nutzwert bei dem eines gewöhnlichen Kombis liegt, also 4 Personen, 500...600 kg Zuladung, der Akku an jeder Tankstelle in jedem Kaff binnen weniger Minuten geladen werden kann UND so ein Fahrzeug nicht mehr kostet als ein Benziner/Diesel gleicher Ausstattung und Leistung.
    Davon sind wir noch Jahrzehnte entfernt, wenn's überhaupt mal möglich sein sollte (Akku-Technik). Da sehe ich die Zukunft langfristig eher in der Brennstoffzellentechnik, sofern den Technikern/Ingenieuren/Wissenschaftlern nicht was ganz anderes einfällt, z.B. eine praktische, miniaturisierte Anwendung des MIGMA-Konzeptes.

  • Die Elektorautos werden nicht auf der Busspur landen, sondern auf dem marktwirtschaftlichen Abstellgleis!
    Ein E-Auto, bleibt wie eine Windmühle und Solarmodul ein Nischenprodukt in der Marktwirtschaft. Nur extrem hohe Subventionen/Abgabenzwang per EEG lässt einen "Schein Markt" für die EE-Produkte entstehen. Und dies auf Kosten den deutschen Wohlstand und Industriearbeitsplätzen.

  • Na, dann will ich mal dafür beten, das wir 2025 an die 50% Elektrofahrzeuge haben. Dann wird es auf den normalen Fahrspuren endlich wieder leerer. (Die sind dann ja alle auf der Busspur!)

    Läßt sich denn in diesem Land jeder von dummer Politik blenden?

  • Es muss endlich einmal ein Ende haben, Entwicklungen direkt zu subventionieren. Damit wird kein einziger Arbeitsplatz in D geschützt. Und was nutzt es billige Werksverträge zu subventionieren, wenn dann noch Sozialleistungen hinzukommen, da Aufstocker?
    Die E-Autos sollen doch nur die CO2 Bilanz "schönen". Wenn sie wirklich so ein Gewinn sind, dann setzen die sich auch durch. Allerdings beid er derzeitigen Preislage für Strom dank EEG Umlage???

  • E-Autos dienen dazu die CO2 Bilanz zu "schönen", damit die spritfressenden Boliden weiterhin gebaut werden können OHNE die Kasse der Automobilhersteller zu belasten

  • WAs für ein Blödsinn... und nehmen wir mal an die E-Autos wären ein Erfolg und es gibt bald 4 Millionen in Deutschland. Dann ist die Busspur gleich der absolute Witz

  • Der Staat schwimmt derzeit im Geld, wenn die GROKO wirklich die Welt retten und das Abschmelzen der Polkappen verhindern will, sollte Merkel sofort über den eigenen Schatten springen und die E-Autos massiv mit einmaligen € 10.000,-- fördern.

    Der Impuls für die Wirtschaft (neue sichere Arbeitsplätze für lange Zeit bei Produzenten und Zulieferern) wird gigantisch sein.

    Steuerfreiheit, die Nutzung von Busspuren, freies Parken in den Innenstädten usw. werden ein Übriges bewirken; man muss es nur wollen.

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