Porsche-Prozess Stuttgarter Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat nach den Freisprüchen im Porsche-Prozess gegen den früheren Vorstandschef Wendelin Wiedeking und den früheren Finanzvorstand Holger Härter Revision eingelegt.
Wendelin Wiedeking (M), der frühere Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche, ist  vom Gericht vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen worden. Quelle: dpa
Porscheprozess

Wendelin Wiedeking (M), der frühere Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche, ist vom Gericht vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen worden.

(Foto: dpa)

StuttgartDie Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat nach den Freisprüchen im Porsche-Prozess gegen den früheren Vorstandschef Wendelin Wiedeking und den früheren Finanzvorstand Holger Härter Revision eingelegt. Ein Behördensprecher bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag).

Den beiden Managern war Marktmanipulation bei der VW-Übernahmeschlacht 2008 vorgeworfen worden. Damals schwankte der VW-Börsenkurs, Anleger verloren Milliarden. Laut Urteil vom Freitag ließen sich die Angeklagten aber nichts zu schulden kommen.

Die nun eingelegte Revision ist eher ein formaler Schritt, die Frist für die Rechtsmittel wäre Ende März abgelaufen. Es gehe zunächst einmal um die Fristwahrung und darum, sich die Revision vor dem Bundesgerichtshof offenzuhalten, sagte der Sprecher. Wohl bis Anfang Juni liegt die schriftliche Urteilsbegründung der Stuttgarter Richter vor. „Wir möchten erstmal die schriftliche Urteilsbegründung prüfen“, sagte der Sprecher der Ankläger. Nach Zustellung des Urteils haben die Ankläger einen Monat Zeit, um definitiv über ihren Revisionsantrag zu entscheiden.

Der einzig Wahre
Er ist seit Jahren das Topmodell der 911-Baureihe: der Porsche 911 Turbo.
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Seit der aktuellen Baureihe hat Porsche noch eins draufgelegt, den Turbo S. Beide Varianten haben jetzt die jüngste Modellpflege erhalten und – fast schon selbstverständlich – nochmals an Leistung und Performance zugelegt. Nötig gewesen wäre das wohl kaum, mit 520 und 560 PS standen beide Modelle bereits gut im Futter.

540 oder 580 Pferdestärken
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Die neuen Top-Modelle der Baureihe 991 II, wie der überarbeitete 911 intern heißt, bringen im Falle des Turbo 540 PS und beim Turbo S 580 PS auf die Straße. Da kommt die Leistung auch wirklich an – das nochmals überarbeitete Allrad-System sorgt für eine enorme Traktion.

Die neuen Turbos auf das Leistungsplus zu beschränken, würde dem Update aber nicht gerecht.
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Um sich von den ebenfalls zwangsbeatmeten Carrera und Carrera S mit 3,0 Litern Hubraum abzuheben, bleibt es beim Turbo bei 3,8 Litern – beim S-Modell hat Porsche zudem einen größeren Verdichter eingebaut. Leistungstechnisch gab es außer einem erhöhten Einspritzdruck kaum etwas zu verbessern, deshalb haben sich die Ingenieure der Fahrbarkeit des Boxermotors angenommen.

Dabei stand die aktive Boost-Funktion im Fokus:
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Im Sport- und Sport-Plus-Modus wird mit einem kleinen Trick das Ansprechverhalten der Lader verbessert. Bei schnellen Lastwechseln bleiben die Drosselklappen offen, das Gas wird in diesem Moment nur über die Einspritzmenge und den Zündzeitpunkt gesteuert.

Die offene Drosselklappe sorgt aber für einen konstanten Luftstrom am Turbolader, der somit weiter läuft und den Ladedruck so hoch hält. Das Ergebnis: Das Turboloch ist nicht einmal mehr zu erahnen, die Verzögerung beim Ansprechen gleich null.

Unterwegs nahe Johannesburg
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Auf der ehemaligen Formel-1-Strecke im südafrikanischen Kyalami, wo Porsche die Turbo-Modelle vorgestellt hat, ließ sich der Effekt des aktiven Boosts aber kaum herausfahren – im Verlauf der hügeligen Strecke gibt es kaum schnelle Lastwechsel, die Kurven sind viel weitläufiger als auf einer Landstraße. Eine enge Schikane fehlt ebenfalls. Dafür konnte der in "Lava Orange" lackierte Turbo S in Kyalami eine andere Stärke ausspielen: Die schon fast unheimliche Traktion seines Allrads.

Blick auf die Mittelkonsole
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Mit all der Elektronik von Motor, Allrad, Getriebe, Fahrwerk und Lenkung lässt sich der 1,6 Tonnen schwere Sportwagen erstaunlich handlich auf der Rennstrecke bewegen – aktive Motorlager, Hinterachslenkung, Wankausgleich, aktive Spoiler vorne und hinten und Torque Vectoring machen es möglich.

Beim Turbo S gehört das fast alles zur Serienausstattung, beim Turbo sind Systeme wie die Hinterachslenkung gegen Aufpreis erhältlich.

Auf der ehemaligen F1-Rennstrecke
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Die aufwändige Technik und die enorme Leistung können aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach den wenigen Kilometern auf dem Kyalami Grand Prix Circuit Linienwahl und Bremspunkt des Fahrers entscheidender für eine gute Rundenzeit sind als etwa der 40-PS-Unterschied zwischen einem Turbo und einem Turbo S.

„Das Einlegen der Revision geschieht offensichtlich fristwahrend, da die schriftliche Urteilsbegründung erst in ein paar Wochen vorliegen wird. Die formale Frist zur Einlegung der Revision beträgt nur wenige Tage“, sagte  Wiedekings Verteidiger Hanns Feigen.

„Es bleibt zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft nach einem klaren Prozessverlauf und den deutlichen Worten des Urteilsspruchs am vergangenen Freitag nach Lektüre der Urteilsbegründung dann endlich Einsicht zeigt und von weiteren Schritten absieht. Das Urteil ist in der Sache völlig richtig.“

  • dpa
  • mwb
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