Porträt Elmar Degenhart – ein Herkules für Conti

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Wenn es um Wundermänner in der Autobranche geht, fällt auch immer wieder der Name Wolfgang Reitzle. Der führt zwar derzeit den Industriegase-Konzern Linde. Aus seiner Zeit vor allem bei BMW und später bei Ford hat er aber noch immer einen glänzenden Ruf in der Branche. So wurde er angesichts des Machtkampfs zwischen Neumann und dem Schaeffler-Boss Jürgen Geißinger immer mal wieder als mögliche Integrationsfigur an der Spitze eines neuen, gemeinsamen Konzerns genannt. Allerdings: Warum er sich - gut bezahlt und in sicherer Position bei Linde - das antun sollte, diese Frage hat noch niemand so recht beantworten können.

Daher gilt derzeit Degenhart als wahrscheinliche Variante. Der drahtige Manager, der viel Sport treibt und gern joggen geht, hat den Vorteil, dass er schon für beide Seiten gearbeitet hat. Schließlich saß er eine Zeit lang in der Geschäftsführung von Continental Teves. Auch sonst hat er bereits viel Erfahrung in der Branche gesammelt. Studiert hatte er zwar Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Seine Promotion am Fraunhofer für Produktionstechnik und Automatisierung-Institut ging um das Thema Reinraumtechnik. Doch danach machte er schnell Karriere in der Autobranche. So führte er für Bosch den Bereich Chassissysteme.

Und noch eine wertvolle Erfahrung hat Degenhart gesammelt, die ihm helfen könnte, die heikle Aufgabe zwischen allen Stühlen zu meistern: Er weiß, dass es nicht immer einfach ist, für ein Familienunternehmen zu arbeiten. Vor gut vier Jahren übernahm er die Führung der Keiper-Recaro-Gruppe und zugleich den Vorsitz der Geschäftsführung der Muttergesellschaft Putsch. Anfang 2008 musste er gehen - Martin Putsch aus der Familie wollte ans Ruder.

Bei Keiper Recaro reden sie immer noch gut über ihn. Verlässlich und zielorientiert sei der Ex-Chef. Er könne Probleme analysieren und Lösungen entwickeln. Nicht gerade kreativ oder charismatisch sei er. Aber ein guter Chef, auf dessen Wort man sich verlassen könne.

Auch bei den Arbeitnehmern reden sie noch gut von Degenhart - auch das könnte ihm bei einem möglichen Conti-Job helfen. Vom Typus her sei Degenhart ähnlich wie Neumann, sagt ein Gewerkschafter, verbindlich und aufgeschlossen: "Nicht so ein Eisenfresser wie Geißinger."

Allein: In der endlosen Übernahmeschlacht zwischen Conti und Schaeffler gab es schon viele überraschende Volten. Noch sollte niemand darauf wetten, dass am Ende wirklich der nette Herr Degenhart die Herkulesaufgabe stemmen soll.


Elmar Degenhart

1959: Er wird am 29. Januar geboren. Elmar Degenhart studiert später Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart und promoviert am Fraunhofer für Produktionstechnik und Automatisierung-Institut (IPA), Stuttgart, im Bereich Reinraumtechnik. Er macht später Karriere und wird Vorsitzender des Bereichsvorstands Chassissysteme bei der Robert Bosch GmbH und Mitglied der Geschäftsleitung von Continental Teves.

2005: Degenhart wird im Mai Chief Executive Officer (CEO) des Autozulieferers Keiper Recaro Group. Außerdem übernimmt er den Vorsitz der Geschäftsführung von dessen Muttergesellschaft, Putsch GmbH & Co. KG.

2008: Er tritt als Geschäftsführer von Putsch ab. Degenhart übernimmt im Herbst den Chefposten der Automotive-Sparte des Schaeffler-Konzerns im fränkischen Herzogenaurach.

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