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Porzellan Rosenthal-Verkauf geht auf die Zielgerade

Die Rettung der Porzellan-Ikone-Rosenthal rückt näher. Am Mittwoch eröffnete das Amtsgericht Hof das Insolvenzverfahren.
Scherbenhaufen: Die Firma Rosenthal ist insolvent - doch eine Rettung erscheint möglich. Quelle: dpa

Scherbenhaufen: Die Firma Rosenthal ist insolvent - doch eine Rettung erscheint möglich.

(Foto: dpa)

MÜNCHEN. Gleichzeitig erklärte Insolvenzverwalter Volker Böhm, ein Verkauf Rosenthals an den italienischen Besteckhersteller Sambonet Paderno werde in immer wahrscheinlicher.

"Die Verhandlungen mit Sambonet haben ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, werden aber noch einige Wochen in Anspruch nehmen, da noch einige Detailfragen verhandelt werden müssen", erklärte der Insolvenzverwalter. Böhm geht davon aus, noch im Frühjahr den Verkauf abschließen zu können.

Sambonet ist seit Monaten der Favorit für die Rosenthal-Übernahme. Der Deal war kurz vor Weihnachten fast perfekt, doch die Pleite des Rosenthal-Mutterkonzerns Waterfood Wedgewood machte einen Strich durch die Rechnung. Die Pleite der Mutter zwang Rosenthal in die vorläufige Insolvenz, Böhm musste den Verkaufsprozess komplett neu aufrollen. In den vergangenen Wochen wurden weitere 40 Angebote für Rosenthal geprüft, das Ergebnis bleibt das gleiche: Sambonet Paderno bleibt erste Wahl für Rosenthal.

Für die Belegschaft brechen dennoch harte Zeiten an. Von den 1 300 Beschäftigten werden 300 entlassen, jede dritte Stelle in der Verwaltung wird gestrichen. Eine Transfergesellschaft für die entlassenen Beschäftigten ist geplant, bislang steht die Finanzierung aber noch nicht. Böhm lässt aber keinen Zweifel an dem Sinn der Rosskur. "Mit den geplanten Maßnahmen bereiten wir das Unternehmen auf eine Übernahme vor", sagte Insolvenzverwalter Böhm. "Zugleich haben wir damit einen wichtigen Schritt getan, Rosenthal auch ohne einen baldigen Verkauf fortführen zu können."

Welche Rolle das bisherige Management unter Vorstandschef Ottmar Küsel spielen wird, ist unklar. Küsel und der übrige Vorstand bleibe im jetzt eröffneten Insolvenzverfahren "unterstützend und beratend" tätig., hieß es am Mittwoch. Der potenzielle Käufer Sambonet wolle im Falle einer Übernahme die Kenntnisse Küsels und seiner Kollegen weiter nutzen.

Die Traditionsmarke Rosenthal ist seit Jahren in schweren Gewässern. Seit dem Verkauf an Waterfood Wedgewood geht es kontinuierlich bergab. Nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung im September waren die eigenen Mittel faktisch aufgebraucht, das Eigenkapital ging gegen null.

Die Rezession und die wegbrechenden Märkte in Spanien und Großbritannien machen Rosenthal zusätzlich zu schaffen. Immer öfter landet Rosenthal-Porzellan in kritischen Absatzkanälen wie Rabattaktionen.

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