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Praxair-Zusammenschluss Linde startet Fusion neu – Büchele geht sofort

Linde und sein US-Konkurrent Praxair starten einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss. Vorstandschef Wolfgang Büchele muss allerdings sofort abtreten. Der neue Firmensitz soll im Ausland liegen.
Update: 07.12.2016 - 17:22 Uhr 1 Kommentar
Der Linde-Chef räumt seinen Posten sofort. Quelle: dpa
Wolfgang Büchele

Der Linde-Chef räumt seinen Posten sofort.

(Foto: dpa)

MünchenLinde verhandelt wieder mit dem US-Rivalen Praxair über einen Zusammenschluss. Alle Aufsichtsräte hätten auf der Basis des neuerlichen Vorschlags der Amerikaner für neue Verhandlungen gestimmt, teilten die Münchner am Mittwoch mit. Damit hat Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle auch die zuvor fragliche Unterstützung der Arbeitnehmervertreter für die Fusionsgespräche. Vorstandschef Wolfgang Büchele wird aber dabei keine Rolle mehr spielen, er stellt sein Amt sofort zur Verfügung.

Für die Verhandlungen reaktiviert Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzles seinen alten Vertrauten Aldo Belloni. Der 66-jährige frühere Linde-Anlagenbauvorstand kehrt dafür eigens aus dem Ruhestand zurück und hat sich bis Ende 2018 als Vorstandchef verpflichten lassen.

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„Es gibt niemanden, der besser weiß als Aldo Belloni, wie entscheidend in unserer Branche Größe und Wettbewerbsfähigkeit für den langfristigen Erfolg sind“, lobte ihn Reitzle. „Er bringt 34 Jahre Linde-Erfahrung, davon 14 Jahre Erfahrung im Vorstand der Linde AG, mit, und wir haben volles Vertrauen, dass er mit großem Sachverstand das nächste Kapitel unserer Unternehmensgeschichte in unserem Interesse mitgestalten wird.“

Der erste Anlauf zu einem Zusammenschluss von Linde und Praxair war im September gescheitert, weil man sich bei der Wahl des Firmensitzes und der Struktur des fusionierten Unternehmens nicht einig geworden war. In der Folge hatte Linde-Finanzchef Georg Denoke gehen müssen und Vorstandschef Büchele sein Ausscheiden Ende April angekündigt.

Die Gespräche über den Zusammenschluss zum größten Industriegasekonzern der Welt waren vor zwei Monaten überraschend geplatzt, weil sich beide Seiten nicht über zentrale Fragen wie den Firmensitz, Entwicklungsstandorte und Führungspersonalien einigen konnten.

Offenbar hat Praxair nach dem ersten gescheiterten Anlauf nun ausreichend Zugeständnisse an die Münchner gemacht. Der Firmensitz des neuen Konzerns soll im europäischen Ausland liegen. Favorit sei London, erfuhr das Handelsblatt aus US-Industriekreisen. Im Gespräch sind aber auch noch unter anderem die Niederlande und Irland. Die Rolle der deutschen Standorte soll laut aktueller Verhandlungsbasis aber im Vergleich zu früheren Plänen gestärkt werden. So sollen laut Industriekreisen wichtige Funktionen und auch Vorstandsposten in München bleiben. Der neue Konzern soll den Namen Linde tragen.

Ein dem US-Konzern nahestehender Insider sagte, Praxair sei Linde bei „sozialen Themen“, etwa der Besetzung von Spitzenpositionen, entgegen gekommen.

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