Preisabsprachen Kartellamt verhängt Millionen-Bußgeld gegen Edelstahlfirmen

Über 200 Millionen Euro müssen unter anderem Arcelor-Mittal, Saarstahl und ein Branchenverband wegen verbotener Preisabsprachen zahlen.
Update: 12.07.2018 - 13:01 Uhr Kommentieren
Kartellamt verhängt Millionen-Bußgeld gegen Edelstahlfirmen Quelle: dpa
Arcelor-Mittal

Der Stahlproduzent muss im Zusammenhang mit verbotenen Absprachen eine Millionenstrafe zahlen.

(Foto: dpa)

BonnWegen verbotener Preisabsprachen und des Austauschs wettbewerblich sensibler Informationen hat das Bundeskartellamt gegen sechs Edelstahlunternehmen und einen Branchenverband Bußgelder von insgesamt rund 205 Millionen Euro verhängt. Ins Rollen gekommen ist das Verfahren Ende 2015 mit einer branchenweiten Durchsuchung nach einem sogenannten Kronzeugenantrag des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine, wie das Kartellamt am Donnerstag in Bonn berichtete.

Betroffen gewesen seien Hersteller, Weiterverarbeiter und Händler von Edelstahlprodukten. Die Hersteller haben nach Angaben der Wettbewerbshüter zumindest seit 2004 bis zur Durchsuchung im November 2015 unter anderem die Berechnung für sogenannte Schrott- und Legierungszuschläge für Edelstahlprodukte untereinander abgestimmt. „Die Unternehmen haben über Jahre hinweg wichtige Preisbestandteile beim Vertrieb von Edelstahl abgesprochen“, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt.

Die Verstöße seien durch Routine-Überprüfungen innerhalb des Unternehmens aufgedeckt und dem Bundeskartellamt offengelegt worden, teilte Voestalpine mit. Mittlerweile seien die schwerpunktmäßig betroffenen Mitarbeiter nicht mehr in dem Unternehmen tätig. Als Kronzeuge sei gegen das österreichische Unternehmen kein Bußgeld verhängt worden.

Von den Geldbußen betroffen sind nach Angaben des Kartellamts neben den Edelstahlunternehmen und einem mittlerweile aufgelösten Branchenverband auch zehn Personen. Gegen vier weitere Unternehmen und einen Verband dauerten die Ermittlungen noch an.

Die betroffenen Firmen, darunter die Stahlkonzerne Arcelor-Mittal und Saarstahl AG, hätten die Vorwürfe eingeräumt und einer einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens zugestimmt, hieß es. Mehreren Unternehmen hätten zudem bei der Aufklärung des Falls mit dem Kartellamt kooperiert, so dass dies bei der Höhe des Bußgelds berücksichtigt worden sei.

Eine Saarstahl-Sprecherin wies darauf hin, dass das Unternehmen „offen und konstruktiv“ mit dem Bundeskartellamt zusammengearbeitet habe.

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