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Preisdruck Solarkrise trifft auch Zulieferer Wacker Chemie

Durch die Krise der Solarindustrie ist die Nachfrage nach Silizium gesunken. Das bekommt nun auch der Zulieferer Wacker Chemie zu spüren. Der Gewinn brach um drei Viertel ein.
24.10.2012 Update: 24.10.2012 - 09:57 Uhr Kommentieren
Wacker führt die Entwicklung vor allem auf die Schwäche der Photovoltaik-Industrie zurück, für die das Traditionsunternehmen hochreines Silizium liefert. Quelle: dapd

Wacker führt die Entwicklung vor allem auf die Schwäche der Photovoltaik-Industrie zurück, für die das Traditionsunternehmen hochreines Silizium liefert.

(Foto: dapd)

München Die grassierende Krise der Solarindustrie macht dem Zulieferer Wacker Chemie immer mehr zu schaffen. Im vergangenen Quartal brach der Gewinn der Münchner um drei Viertel auf 27 Millionen Euro ein, während der Umsatz um sechs Prozent auf 1,2 Milliarden Euro schrumpfte. An der Börse setzt die Wacker-Aktie ihre Talfahrt fort. Mit einem Minus von 1,5 Prozent war sie größter Verlierer im MDax.

Wacker führte die Entwicklung vor allem auf die Schwäche der Photovoltaik-Industrie zurück, für die das Unternehmen hochreines Silizium liefert. "Anhaltender Preisdruck, hohe Lagerbestände, die schwierige finanzielle Situation vieler Marktteilnehmer und die Anti-Dumping-Klagen gegen chinesische Solarhersteller kennzeichnen derzeit unser Polysiliziumgeschäft", erklärte Vorstandschef Rudolf Staudigl. Wacker beliefert auch chinesische Solarzellenhersteller, deren Billigexporte in die EU manche heimische Hersteller und Politiker mit Strafzöllen belegen wollen.

Vor allem in Europa und Deutschland, wo Solarspezialisten zuletzt reihenweise pleite gingen, laufe der Absatz schlecht. Erstmals seit langem drosselte das Unternehmen die Produktion des einst heiß begehrten grauen Halbmetalls, nachdem die Auslastung der stromfressenden Anlagen auf 80 Prozent schrumpfte. Angesichts eines Preisverfalls von 40 Prozent innerhalb eines Jahres tritt Staudigl nun auch bei der Expansion auf die Bremse. Das bereits begonnene US-Werk im Bundesstaat Tennessee soll nun erst Mitte 2015 hochlaufen, 18 Monate später als bisher geplant. Wacker hatten den neuen Fertigungsstandort in den Vereinigten Staaten angesiedelt, um dort auf längere Frist von den niedrigen Energiekosten zu profitieren.

Den rapiden Preis- und Margenverfall für den Rohstoff fängt Wacker nach Meinung von Experten allerdings noch verhältnismäßig gut ab. "Wacker ist hier nach wie vor auf einem soliden Niveau, wenn man den Preisverfall und die Auslastung bedenkt", sagte Analyst Stefan Freudenreich von Equinet. Im kommenden Jahr müssten die Münchner in ihrer Polysiliziumsparte allerdings mit einem Betriebsverlust rechnen. Verdiente Wacker früher Renditen von über 50 Prozent mit Silizium, bleiben heute gerade noch 29 Prozent hängen. Die Weltmarktpreise für das Halbmetall mit seinen speziellen Eigenschaften sackten von einst über 200 Dollar pro Kilo auf zuletzt um die 18 Dollar. "Das ging extremer und schneller vonstatten als alle erwartet hatten", sagte Analyst Freudenreich.

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    Auch die Tochter Siltronic, die Siliziumscheiben (Wafer) für die Chipbrachen fertigt, bereitet Vorstandschef Staudigl Kummer. Das schwankungsanfällige Geschäft sehe trüben Zeiten entgegen. "In der Halbleiterindustrie haben sich die Perspektiven für die kommenden Monate eingetrübt. Wichtige Kunden haben in den letzten Wochen ihre Geschäftserwartungen bis zum Jahresende reduziert", hieß es. Die Waferlager seien derzeit genauso voll wie die für Polysilizium und würden über die kommenden Monate bei den Kunden erstmal abgebaut. Für das Gesamtjahr rechnet Wacker mit einem Konzernumsatz zwischen 4,6 und 4,7 Milliarden Euro nach 4,9 Milliarden im Vorjahr und einem operativen Gewinn (Ebitda) von etwa 750 Millionen Euro, gut ein Viertel weniger als 2011.

    Für Stabilisierung sollen wie zuletzt Wackers Sparten abseits der Halbleitergeschäfts sorgen. Außerhalb Europas gebe es durchaus Wachstumschancen, hieß es. Der Konzern verdiente zuletzt gut an Produkten aus der Polymer- und Silikonchemie. "Wachstumstreiber für Bauanwendungen sind die Märkte in Asien und Südamerika. Bei Dispersionen kommt zusätzliche Nachfrage vor allem aus der Teppich- und Verpackungsindustrie in den USA", teilte das Unternehmen mit. Zudem wolle Wacker seine Position als weltgrößter Hersteller für Kaugummi-Rohmasse ausbauen.

    • rtr
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