Premium-Autobauer Auch BMW spürt Chinas Schwäche

Deutsche Autobauer bekommen in China Probleme. Die Börsenturbulenzen belasten den größten Automarkt der Welt. Nachdem bereits Audi ein rückgängiges Wachstum vermelden musste, läuft es auch bei BMW nicht mehr rund.
Update: 14.07.2015 - 11:16 Uhr 1 Kommentar

China-Krise belastet BMW: Goldman Sachs senkt Kursziel

BMW bekommt auf dem chinesischen Markt offenbar Probleme. Der dortige Joint-Venture-Partner der Münchener, die Brilliance China Automotive Holding, erwartet für die erste Jahreshälfte einen Gewinnrückgang von etwa 40 Prozent. Zudem warnt das Unternehmen vor steigenden Kosten.

Die Aktie von Brilliance verlor am Dienstag an der Börse Hongkong 9,4 Prozent. Auch die BMW-Aktie startete zu Handelsbeginn in Frankfurt 1,2 Prozent im Minus, deutlich stärker als der Gesamtmarkt.

Die Gewinnwarnung ist ein erneutes Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach Oberklasseautos in China sinkt. Ursachen dafür dürften das nachlassende Wachstum und die Turbulenzen am Aktienmarkt sein. Jeder vierte BMW wird in China verkauft. Die Münchener haben bereits im Februar ihre chinesischen Händler mit knapp 700 Millionen Euro gestützt, weil die vom Konzern gesetzten Verkaufsziele 2014 nicht erreicht wurden.

„Wie wir von Händlern hören, hat die jüngste Volatilität am Aktienmarkt im Premiumsegment stärker zur Stornierung von Pkw-Aufträgen geführt als am bei Marken für den Massenmarkt“, sagt Barclays-Analyst Yang Song. Sinkende Preise, höhere Subventionen für Händler und die Kosten für die Einführung neuer Modelle hätten die Ausgaben im ersten Halbjahr in die Höhe getrieben.

Zudem startet BMW in wenigen Wochen sein neues Spitzenmodell, den Siebener BMW. Jeder zweite Siebener wird in China verkauft, das ist der mit Abstand wichtigste Markt für das Auto. Eine Marktschwäche in China könnte den Marktstart des Siebeners erheblich erschweren.
Außerdem drohen nun Überkapazitäten und damit Preiskämpfe im Luxusmarkt. Denn neben Audi und BMW baut auch Mercedes seine Produktion in China aus.

Auch für den deutschen Premium-Konkurrenten Audi läuft es in China derzeit alles andere als rund. Mit einem Minus von 5,8 Prozent im Juni musste der Autobauer erstmals seit Jahren einen satten Einbruch in seinem Geschäft dort hinnehmen.

Zum SUV gestaucht
BMW X1
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Äußerlich passt sich der neue X1 fugenlos in den aktuellen Stil der Marke ein. War der erste X1 noch irgendwo zwischen Kombi und SUV angesiedelt, schlägt sich die Neuauflage nun auf die zweite Seite. Daran hat vor allem das deutliche Höhenwachstum um fünf Zentimeter auf 1,61 Meter seinen Anteil. Die Länge schrumpfte gleichzeitig um rund vier Zentimeter auf 4,44 Meter, was für klassentypischere Proportionen sorgt.

Kompakt-SUV startet im Oktober
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Anders als der Vorgänger übernimmt der neue X1 diesmal nicht die Technik vom 1er, sondern bedient sich wie schon der 2er Active Tourer der neuen Frontantriebsplattform der Marke. Die Markteinführung ist für Oktober geplant, zuvor gibt es die offizielle Premiere auf der IAA in Frankfurt (19. bis 27. September).

Der Kofferraum ist stark gewachsen
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Der Kofferraum ist stark gewachsen

Zum Start gibt es zwei Benziner
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Bei den Motoren verzichtet der X1 anders als der 2er Active Tourer zunächst auf Dreizylindermotoren, setzt stattdessen auf die neue Generation von Vierzylinder-Triebwerken mit zwei Litern Hubraum. Zum Start gibt es zwei Benziner mit 141 kW/192 PS (20i) und 170 kW/231 PS (25i), beide in Kombination mit Allradantrieb.

Manuelles Sechsganggetriebe oder Achtgangautomatik
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Bei den Dieseln beginnt das Angebot mit dem über die Vorderräder angetriebenen 18d, der es auf 110 kW/150 PS bringt und als sparsamste Variante lediglich 4,1 Liter Kraftstoff verbrauchen soll. Darüber rangieren die Allradmodelle 20d und 25d mit 140 kW/190 PS beziehungsweise 170 kW/231 PS. Für die Kraftübertragung sorgen manuellen Sechsganggetrieben oder eine Achtgangautomatik.

Das Cockpit wirkt wertiger als zuletzt
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Serienmäßig kommt der X1 mit Klimaanlage, Audiosystem und i-Drive-Bedientechnik zum Kunden. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem das bereits aus anderen Modellen der Marke bekannte Head-up-Display, LED-Scheinwerfer und zahlreiche Assistenten. Darunter einen Tempomat mit Staufunktion und ein Notbremssystem für den Stadtverkehr.

Abschied vom klassischen Hinterradantrieb
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Der neue X1 ist nach 2er Active Tourer und 2er Gran Tourer bereits das dritte BMW-Modell auf der neuen Frontantriebs-Plattform. Die sogenannte UKL-Architektur wird darüber hinaus von der Schwestermarke Mini genutzt. Auch die für 2017 erwartete Neuauflage des BMW 1er wird sich vom klassischen Hinterradantrieb verabschieden.

Damit ist die Marke mit den vier Ringen im ersten Halbjahr nur noch mit zwei Prozent gewachsen. Im vergangenen Jahr hatte Audi in China noch ein Plus von 17,7 Prozent eingefahren. Audi verkauft jedes dritte Auto in China. Die Ingolstädter sind mit Abstand Marktführer im Premium-Segment in Fernost.

BMW erklärte, man sei trotzdem zuversichtlich, was das Geschäft in China betreffe. „Die mittel- und langfristigen Bedingungen und Aussichten für den chinesischen Automarkt bleiben attraktiv“, schrieb das Unternehmen in einer Mail. „Dazu zählen eine niedrige Autobesitz-Quote, eine wachsende Mittelschicht, unsere starke Marktposition und das fortgesetzte Wachstum im Premium-Segment.“

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Infografik – Absatz deutscher Hersteller in China

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1 Kommentar zu "Premium-Autobauer: Auch BMW spürt Chinas Schwäche"

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  • Wieso sollte man für Autos welche mit Teilen aus Asien gefertigt wurden solche Preise zahlen, das klappt ja auch im Rest der Welt nicht. Verchromte Plastikleisten, billigstes Leder und sonstiger Unsinn verkauft sich halt nicht gut.
    Von den Wartungskosten mal ganz abgesehen.

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