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Problemmarkt Europa Ford kommt voran

Der amerikanische Automacher Ford fasst wieder Fuß in Europa. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 14 Prozent. Dennoch müssen drei Werke geschlossen werden.
24.07.2013 Update: 24.07.2013 - 15:23 Uhr Kommentieren
Zukünftig öfter in Europa zu sehen: Das hofft der amerikanische Autohersteller Ford. Quelle: Reuters

Zukünftig öfter in Europa zu sehen: Das hofft der amerikanische Autohersteller Ford.

(Foto: Reuters)

Dearborn Nach einer langen Durststrecke scheint Ford im Europageschäft die Wende geschafft zu haben. Im zweiten Quartal stiegen die Verkäufe wieder und die Verluste sanken. Es gebe Hinweise darauf, dass sich die Wirtschaft im Allgemeinen und die Autobranche im Speziellen stabilisierten, teilte der US-Konzern am Mittwoch am Sitz in Dearborn bei Detroit mit.

Es sind mit die ersten Anzeichen, dass sich die Lage in der von der Absatzkrise in Westeuropa gebeutelten Autoindustrie langsam bessert. Ford rechnet nun statt mit einem Jahresverlust von 2,0 Milliarden Dollar in Europa noch mit einem Minus vor Steuern von 1,8 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro). Das wäre etwa so viel wie im vergangenen Jahr. Bis zur Mitte des Jahrzehnts will Ford wieder Geld in Europa verdienen, wie Finanzchef Bob Shanks bekräftigte.

Ford verlor im zweiten Quartal vor Steuern in Europa noch 348 Millionen Dollar nach 404 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der verkauften Autos stieg von 359 000 auf 391 000 Stück. Neue Modelle und die stärkere Konzentration auf Endkunden statt etwa Mietwagenfirmen machten sich bezahlt, erklärte Shanks. „Europa macht gute Fortschritte bei der Umsetzung unseres Umbauplans.“

Die Wende geht aber mit harten Einschnitten einher: Ford schließt drei Werke in Großbritannien und Belgien, was 6200 Jobs kostet. Ende dieser Woche sollen die Lichter in Southampton und Dagenham ausgehen, Ende 2014 dann auch in Genk. Das soll Überkapazitäten abbauen und die Kosten in der Produktion senken. Ford besitzt hierzulande große Werke in Köln und Saarlouis.

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    Momentan verdient Ford genauso wie der Opel-Mutterkonzern General Motors sein Geld vor allem auf dem Heimatmarkt Nordamerika. Konzernweit stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 38,1 Milliarden Dollar und der Gewinn verbesserte sich um 19 Prozent auf unterm Strich 1,2 Milliarden Dollar. Damit übertraf Ford die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg vorbörslich um drei Prozent.

    „Wir rechnen damit, dass 2013 ein starkes Jahr für Ford wird“, erklärte Konzernchef Alan Mulally. Die Ergebnisse in allen Regionen hätten sich verbessert. Zu den wichtigen Märkten für den Konzern zählen neben Nordamerika und Europa auch Russland, China und Südamerika. In der Heimat stellt Ford Tausende neue Mitarbeiter ein, vor allem für die Produktion der gefragten Pick-up-Trucks.

    Erzrivale General Motors gibt seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal an diesem Donnerstag bekannt. Auch GM hatte viel Geld bei seinen Europatöchtern Opel und Vauxhall verloren und steuert mit Einschnitten wie der Schließung des Werkes Bochum gegen. GM hatte bereits im ersten Quartal die Verluste in Europa reduzieren können, musste allerdings weiterhin einen Verkaufsrückgang hinnehmen.

    • dpa
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