Produktion 2003 trotz Krise der Luftfahrtbranche stabil Airbus überflügelt Erzrivalen Boeing

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat 2003 erstmals mehr Verkehrsflugzeuge gebaut als der transatlantische Konkurrent und Erzrivale Boeing. Das europäische Unternehmen konnte seine Produktion nämlich trotz Krise der Luftfahrtbranche stabil halten.
Ein Airbus A380 über den Wolken, Foto: dpa

Ein Airbus A380 über den Wolken, Foto: dpa

HB PARIS. Airbus habe im vergangenen Jahr 305 Flugzeuge im Wert von rund 19,3 Mrd. € ausgeliefert, teilte die im französischen Toulouse ansässige Tochter des europäischen Luft- und Rüstungskonzerns EADS am Donnerstag mit. Das dritte Jahr in Folge sicherte sich Airbus zudem mehr Aufträge als der in Chicago ansässige US-Konzern. Dieser lieferte 281 Flugzeuge aus und verbuchte Brutto-Neuaufträge für 240 Maschinen verbuchte. Airbus hat bereits Brutto-Neuaufträge für 284 Flugzeuge im Wert von 32,8 Mrd. Dollar auf der Basis der Katalogpreise erhalten.

Für 2004 rechnet Airbus mit annähernd 300 Flugzeugauslieferungen - Boeing mit 275 bis 290. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr zudem Aufträge für rund 250 Flugzeuge, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht.

Die Branchenerholung sei nicht so stark wie noch vor drei Monaten erwartet, sagte Airbus-Manager John Leahy der Nachrichtenagentur Reuters. „Asien ist gut, aber ich hätte bis heute gerne mehr Aktivität in Europa gesehen.“ Der US-Markt entwickle sich sehr schwach und Airbus rechne nicht damit, von einer größeren US-Fluggesellschaft Bestellungen von Airbus- oder Boeing-Maschinen zu sehen.

In einer Mitteilung erklärte Airbus-Chef Noel Forgeard, das Unternehmen sei gut positioniert, um von der Markterholung zu profitieren. „Alles in allem hat Airbus die Schwierigkeiten im Jahr 2003 gut gemeistert“, fügte Forgeard hinzu.

Der europäische Mitbewerber hat in der Branchenkrise anders als Boeing auf Massenentlassungen verzichtet. Während der US-Konzern in der Folge der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA seine Produktionskapazitäten nahezu halbierte, baute Airbus seinen Marktanteil aus.

Wegen des gesunkenen Dollarkurses zum Euro könnte das laufende Jahr für Airbus aber schwierig werden. Die Einnahmen von Airbus sind vorwiegend in Dollar, die Kosten dagegen fallen in etwa zur Hälfte in Euro an. Damit sind jährlich rund zehn Mrd. € an Einnahmen vom Euro-Dollar-Wechselkurs abhängig. Für dieses und nächstes Jahr hat sich Airbus den Angaben nach aber weitgehend gegen diese Wechselkursrisiken abgesichert. Zudem versucht Forgeard mit einem Vier-Jahres-Plan die Kosten um 1,5 Mrd. € zu senken, vornehmlich über Preissenkungen bei den Zulieferern.

Airbus gehört zu 80 % EADS, die verbleibenden 20 % hält die britische BAE Systems.

Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%