Produktionsrückgang Stahlverband senkt Prognose erneut

Schlechte Stimmung in der deutschen Stahlbranche: Die Branche prognostiziert, dass die Produktion um ein Viertel zurückgehen wird, weil die Nachfrage eingebrochen ist. Etliche Angestellten müssen bereits in Kurzarbeit gehen. International entspannt sich die Lage ein wenig.
Keine Nachfrage, keine Produktion: Etliche Stahlarbeiter müssen in Kurzarbeit. Quelle: dpa

Keine Nachfrage, keine Produktion: Etliche Stahlarbeiter müssen in Kurzarbeit.

(Foto: dpa)

HANNOVER. Die Lage der deutschen Stahlindustrie hat sich weiter eingetrübt. „Die gegenwärtigen Frühindikatoren deuten nicht darauf hin, dass mit einer Verbesserung im zweiten Quartal zu rechnen ist“, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Er schraubte daher die Erwartung für das Gesamtjahr weiter zurück. Der Verband geht nun von einem Rückgang der Produktion um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 45,8 Mio. Tonnen aus. Erst vor wenigen Wochen hatte Kerkhoff eine Prognose von minus 20 Prozent genannt.

Die Stahlindustrie wird von der weltweit gesunkenen Nachfrage gebeutelt, vor allem die Unternehmen der Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie haben ihre Bestellungen reduziert. Im ersten Quartal sackte der Stahlausstoß der deutschen Hütten bereits um 40 Prozent ab und damit stärker noch als der Rückgang bei den Bestellungen. Die Differenz hängt mit den hohen Lagerbeständen zusammen. Kerhoff hofft nun auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Nach Angaben von Salzgitter-Chef Wolfgang Leese ist der Abbau der Bestände bei einigen Stahlsorten abgeschlossen. Dennoch rechnet er für das laufende Quartal nicht mit einer Erholung, wie er auf der Hannover Messe betonte. Mit der Warnung vor weiteren möglichen Abschreibungen setzte er die Aktie der Niedersachsen unter Druck. Nach einer freundlichen Eröffnung gab der Titel zwischenzeitlich vier Prozent nach.

Salzgitter hat wie Marktführer Thyssen-Krupp seine Produktion drastisch eingeschränkt und 8 000 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Branchenweit arbeiten rund die Hälfte der 90 000 Stahlarbeiter kürzer.

Während Deutschlands Stahlkocher von der Krise belastet werden, steigt in anderen Regionen die Produktion wieder. Wie der Weltstahlverband mitteilte, sank der Ausstoß im ersten Quartal zwar im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent. Allerdings zog die Produktion im März gegenüber Februar um knapp zehn Prozent an. Grund ist eine höhere Stahlherstellung in China, Russland und Südkorea. Experten begründeten die Entwicklung mit einer leichten Belebung in Asien. Bei einigen Stahlsorten steige die Nachfrage wieder, hieß es. Es scheine, dass das Investitionsprogramm in China nun seine Wirkung entfalte.

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