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Projekt „iGlove“ Die magische Hand von Bosch

Intelligente Handschuhe könnten wie derzeit die Roboter die Industrie auf den Kopf stellen. Autozulieferer Bosch hat ein solches Gerät in China entwickelt. Aber kann der Konzern schneller sein als die Konkurrenten?
20.08.2016 - 12:45 Uhr
Bosch hat den smarten Handschuh in China entwickeln lassen. Quelle: Bosch
Produktentwicklerin Aria Jiang

Bosch hat den smarten Handschuh in China entwickeln lassen.

(Foto: Bosch)

Stuttgart Der schwarze Handschuh sieht aus wie die Modelle für den alpinen Skisport aus den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die damals hippen Handschuhe hatten einen etwas unförmigen Ventildeckel; bei Bedarf konnte man heiße Atemluft hineinblasen, um die von der Kälte erstarrten Finger wieder zum Leben zu erwecken. In das heutige Modell wird keine Luft gepumpt. Es ist vollgestopft mit Sensoren und Elektronik, kommt aus China und hat eine völlig andere Funktion.

„Die eingebauten Sensoren erkennen die Bewegungen der Handfläche und Finger“, sagt Aria Jiang, Produktentwicklerin von Automotive Electronics bei Bosch in China. Der smarte Handschuh „iGlove“ ist ihr Baby. Und wenn alles klappt, dann könnte dieser die Arbeit am Band revolutionieren.

Danach sah es am Anfang gar nicht aus. Ursprünglich sollte die Erfindung taubstummen Menschen bei der Kommunikation helfen und von Gebärdensprache in gesprochene Sprache übersetzen. „Das hat sich als zu aufwändig erwiesen. Auch waren die Marktchancen nicht groß genug“, sagt die Entwicklerin. Sie war nur kurz enttäuscht und hat dann schnell viel erfolgversprechendere Einsatzmöglichkeiten in der vernetzten Fertigung gefunden. Der intelligente Handschuh kann Einlernphasen von Beschäftigen deutlich verringern, dem Mitarbeiter zu den korrekten Montageschritten anleiten oder Produktionsschritte wie die Entnahme von Bauteilen dokumentieren. „Die Daten werden dann via Blutooth berührungslos an einen Rechner oder an ein Smartphone übertragen und dort mit vorab gespeicherten Bewegungsabläufen verglichen“, sagt Aria Jiang.

Ihr Chef Xiaojian Yang ist optimistisch: „Wir arbeiten in Suzhou intensiv am Ausbau der vernetzten Fertigung. Und dabei kann der iGlove eine wichtige Rolle spielen.“

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    Die nötige Präzision der Sensoren ist trotz großer Mühen erreicht. „Die Pilotphase in Wuxi ist abgeschlossen. Wir sind praktisch serienreif. Momentan prüfen wir die Möglichkeiten der konkreten Einführung“, betont Yang.

    Das sind die größten Autozulieferer
    Platz 14: Valeo
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    14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

    (Foto: Reuters)
    Platz 13: Goodyear
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    Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

    (Foto: AFP)
    Platz 12: Lear Corporation
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    Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

    (Foto: dpa)
    Faurecia
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    Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile.

    (Foto: dpa/picture-alliance)
    Platz 10: Michelin
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    Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Johnson Controls
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    Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

    (Foto: dpa)
    Platz 8: Bridgestone/Firestone
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    Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

    (Foto: Reuters)

    Erstkunde sind wie bei der Industrietechnik üblich erst einmal die eigenen Bosch-Werke, bevor der Konzern an den Markt tritt. Diese Vorgehensweise hat Bosch auch beim Apas, einem Roboter, der mit seiner Sensorik Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten kann. Künftig könnten diese sensiblen Roboter auf menschliche Kollegen mit intelligenten Handschuhen treffen.

    „Die erste Idee kam 2013 auf. Ab 2014 begannen wir mit der Entwicklung“ berichtet die Entwicklerin. Ihr Team besteht aus zehn Leuten. Die Software kommt aus dem kalifornischen Forschungszentrum, das eingebettete System und die Softwaretechnik aus Suzhou.

    Start-up konkurriert mit Bosch
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