Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Proteste Conti-Mitarbeiter verwüsten Büros

Reifen zu verbrennen war gestern: Die Beschäftigten von Continental in Frankreich gehen noch einen Schritt weiter: Sie stürmten ein Verwaltungsgebäude und verwüsteten Büros. Und das Beste ist: Hunderte Mitarbeiter werden heute nach Hannover reisen.
Reifen brannten bei Continental schon, nun werden Büros verwüstet. Quelle: ap

Reifen brannten bei Continental schon, nun werden Büros verwüstet.

(Foto: ap)

HB PARIS. Die Proteste der von Betriebsschließungen bedrohten Angestellten in Frankreich verschärfen sich weiter. Bis zu 500 Beschäftigte des Automobilzulieferer Continental hätten das Gebäude der Regionalverwaltung in Compiègne nördlich von Paris gestürmt und Büros verwüstet, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ am Mittwoch. Anschließend machten sie sich über den Begrüßungspavillon des Conti-Werks in Clairoix her.

Auslöser war eine Gerichtsentscheidung am Vortag, nach der Conti das Werk mit 1120 Arbeitsplätzen schließen darf. Die Gewerkschaften hatten versucht, das zu verhindern und darauf verwiesen, dass Conti sich nicht an frühere Absprachen gehalten habe.

Am Mittwochabend wollen etwa 1000 französische Conti-Beschäftigte nach Hannover reisen, um dort während der Hauptversammlung gemeinsam mit deutschen Beschäftigten gegen die geplanten Schließungen zu protestieren. „Continental stürzt unsere Familien ins Elend. Wir sind jetzt keine Schafe mehr, sondern Löwen“, warnte Gewerkschafter Xavier Mathieu.

Unterdessen endete am Dienstagabend die siebte Geiselnahme von Führungskräften. Zwei Manager des Autozulieferers Molex im südfranzösischen Villemur-sur-Tarn waren 25 Stunden lang von Beschäftigten festgehalten worden. Sie kamen unter der Auflage frei, umgehend Verhandlungen aufzunehmen. Die Gewerkschafter fordern unter anderem höhere Abfindungen von der US-amerikanischen Leitung des Unternehmens. Das Molex-Werk in der Nähe von Toulouse soll im Sommer geschlossen werden, weil es unrentabel ist. Die rund 300 Mitarbeiter zweifeln dies an.

In den vergangenen Wochen waren in Frankreich bereits Topmanager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern über Nacht festgehalten worden. Alle sagten nach den Geiselnahmen höhere Abfindungen zu.

Startseite