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Prozess um Antipsychotikum Risperdal US-Gericht reduziert Schadenersatzstrafe für Johnson & Johnson von acht Milliarden auf sieben Millionen Dollar

Eine Jury hatte den Pharmakonzern zu einer Strafe von acht Milliarden Dollar verurteilt. Ein Richter kappt diese nun auf knapp sieben Millionen. Beide Seiten zeigen sich unzufrieden.
18.01.2020 - 00:06 Uhr Kommentieren
Johnson & Johnson findet die Reduzierung angemessen, hat dennoch Berufung angekündigt. Quelle: AP
Johnson & Johnson

Johnson & Johnson findet die Reduzierung angemessen, hat dennoch Berufung angekündigt.

(Foto: AP)

New York Aus Milliarden werden Millionen. Der US-Richter Kenneth Powell vom Philadelphia Court of Common Pleas hat eine gegen den Pharmakonzern Johnson & Johnson verhängte Schadenersatzstrafe in Höhe von acht Milliarden Dollar auf 6,8 Millionen Dollar reduziert. Es geht um das Antipsychotikum Risperdal, das bei einem Jungen Brüste wachsen ließ. Nach Ansicht der Kläger hatte Johnson & Johnson nicht ausreichend vor den Nebenfolgen gewarnt.

Während das erste Urteil im Oktober von einer Jury verhängt wurde, kam das Berufungsurteil von einem Gericht ohne Jury. Beide Seiten kündigten an, in Revision zu gehen. Den Klägern ist die Strafe zu niedrig: Sie bestehen auf den acht Milliarden Dollar. Johnson & Johnson dagegen begrüßt zwar die deutliche Reduzierung der Strafe, glaubt aber, in der Gebrauchsanweisung ausreichend auf die Risiken hingewiesen zu haben.

Die amerikanische Lebensmittel- und Gesundheitsbehörde FDA hatte das Medikament 1993 zugelassen, um bei Erwachsenen Schizophrenie und bipolare Störungen zu behandeln. Später wurde es dann auch für Reizbarkeit bei autistischen Kindern zugelassen.

Der Risperdal-Fall ist ein Beispiel für die oft sehr unterschiedlichen Strafhöhen von Gerichten mit und ohne Jurys in den USA. Es sind vor allem die sogenannten Strafzusatzzahlungen (punitive damages), die die Strafen oft in Millionen- oder manchmal auch Milliardenhöhe treiben. Dabei handelt es sich um zusätzliche Strafen, die wehtun sollen, damit sie Unternehmen davon abhalten, ihr Verhalten zu wiederholen. Sie kommen zu dem eigentlichen Schadensersatz hinzu.

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    US-Bundesstaaten schaffen Strafzusatzzahlungen ab

    Oft werden diese Strafzusatzzahlungen in der Berufung deutlich reduziert. Der Sinn dieser oft extrem hohen Zusatzzahlungen wird mittlerweile in den USA auch durchaus infrage gestellt. Einige US-Bundesstaaten haben diese bereits komplett abgeschafft.

    Auch die Monsanto-Mutter Bayer ist zuletzt bei den Klagen wegen des Glyphosat-haltigen Unkrautvernichters Roundup zu teils dreistelligen Millionen-Strafen und einer Milliardenstrafe verurteilt wurden, die zum Teil noch in erster Instanz reduziert wurden. Auch das Leverkusener Unternehmen hofft, in der Berufung ein milderes Urteil zu erwirken.

    Bei Johnson & Johnson haben 13.000 männliche Kunden geklagt, weil ihnen durch Risperdal Brüste gewachsen sein sollen. Das Psychopharmaka ist zudem längst nicht das einzige Produkt, das den Hausjuristen von Johnson & Johnson derzeit Sorgen bereitet. Gegen den Konzern mit Sitz in New Jersey laufen auch Klagen wegen der Opioid-Epidemie und weil Asbestos in seinem Babypuder bei Frauen Eierstock-Krebs verursacht haben soll.

    Mehr: Trotz mehrerer Patentabläufe und möglicher Preisrestriktionen dürfte es für die Pharmabranche weiter aufwärtsgehen. Viele Produkte kommen auf den Markt.

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