Das glyphosathaltige Mittel steht unter Krebsverdacht und hat Bayer eine Klagewelle eingebracht.
Düsseldorf/New York Die Bayer AG steht unmittelbar vor einem milliardenschweren Vergleich mit den Glyphosat-Klägern in den USA. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Verhandlungspartner und des Unternehmens.
Danach liegt eine unterschriftsreife Einigung vor, über die noch der Aufsichtsrat des Leverkusener Konzerns beraten und abstimmen muss. Das soll in den kommenden Tagen erfolgen, wie es in den Kreisen weiter heißt. Noch in dieser Woche sei die Bekanntgabe geplant. Bayer wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.
Die Höhe des Vergleichs soll bei der zuletzt kolportierten Summe von acht bis zehn Milliarden Dollar liegen. Zwei Milliarden Dollar davon gelten als „Rücklage“, mit der Bayer die Ansprüche künftiger Kläger begleichen kann.
Mit dem Rest werden die gesamten in den USA anhängigen Klagen von Nutzern des umstrittenen Unkrautvernichters beigelegt, die das glyphosathaltige Mittel Roundup für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen. Die Zahl lag zuletzt bei mehr als 50.000.
Damit kommen die seit Spätsommer 2019 laufenden Gespräche über eine außergerichtliche Einigung im Fall Glyphosat zu einem Ende. Sie hatten sich zuletzt wegen der Corona-Pandemie hingezogen. Hinzu kam, dass zunächst nicht alle großen Klägerkanzleien in den USA der Einigung zustimmten.
Das ist nun aber offenbar der Fall, denn es handelt sich den Kreisen zufolge um eine landesweite Einigung. Die Vergleichssumme liegt innerhalb der Erwartung der meisten Analysten. Viele von ihnen gehen davon aus, dass die Bayer-Aktie selbst bei einem solch teuren Vergleich Auftrieb bekommen könnte. Am Dienstag reagierte der Aktienkurs bereits mit einem deutlichen Sprung nach oben: Bayer-Titel notierten am Mittag um fünf Prozent höher bei 72,50 Euro.
Denn Befürchtungen, dass Bayer die Lösung der Causa Glyphosat möglicherweise 20 Milliarden Dollar kosten könnte, wären dann vom Tisch. Das Risiko durch die Klagewelle lastet seit beinahe zwei Jahren schwer auf dem Aktienkurs des Konzerns.
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