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PSA-Konzern Sanierungsplan für Opel verärgert Beschäftigte in Frankreich

Kaum steht das Sanierungskonzept für Opel, warnen französische PSA-Beschäftigte vor einer Verlagerung von Jobs nach Deutschland.
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Sanierungsplan für Opel verärgert Beschäftigte in Frankreich Quelle: AFP
PSA-Werk in Mulhouse

Die Opel-Sanierung sorgt für Verunsicherung bei den Angestellten in Frankreich.

(Foto: AFP)

ParisDie Einigung von Betriebsrat und Geschäftsleitung auf einen Sanierungsplan von Opel sorgt für Wut in Frankreich. „Die französischen Beschäftigten dürfen nicht die Zeche zahlen für die Schwierigkeiten, auf die das Management bei der Integration von Opel stößt“, kritisiert die gemäßigte Gewerkschaft CFDT. Es seien bereits Arbeitsplätze aus Frankreich nach Deutschland verlagert worden.

Den französischen Werken drohe der Verlust wichtiger Kompetenzen, und der Rutschbahn-Effekt beziehe sich nicht nur auf die Forschung und Entwicklung, sondern auch auf die Fertigung. „Sollten unsere Bedenken nicht entkräftet werden, würde das unsere Haltung grundsätzlich verändern“, droht die CFDT-Verantwortliche Christine Virassamy.

Ihre Gewerkschaft hatte bislang die Sanierungs- und Kostensenkungsprogramme von PSA-Chef Carlos Tavares mitgetragen und auch die Fusion mit Opel. Dank dieser Veränderungen ist PSA wieder zu einem hoch profitablen Autohersteller geworden.

Die CFDT erinnert an die Zusagen von Tavares aus dem vergangenen Jahr, dass der Kauf von Opel keinerlei Auswirkungen auf die französischen Arbeiter und Angestellten haben werde. „Nun sind wir aber besorgt, was die Folgen bei Forschung und Entwicklung (F+E) und bei den Produktionsplänen angeht“, sagte Virassamy dem Handelsblatt. Bei Opel in Deutschland sollen 15 Kompetenzzentren für F + E angesiedelt werden, plus die Entwicklung neuer Motoren.

In den Produktionsplänen wird entschieden, welche Modelle in welchen Stückzahlen auf die einzelnen Werke aufgeteilt werden. Der CFDT zufolge gibt es bereits eine Verschiebung von Kapazitäten: „Vom Werk Rennes wird ein Teil der 5008-Fertigung (ein großer Peugeot-SUV) nach Sochaux verlagert, und von dort der Grandland X nach Eisenach“, sagt Virassamy.

Tavares hat das Prinzip eingeführt, dass die Standorte je nach ihrer Produktivität mit Kapazitäten und Investitionen bedacht werden. Lange galten die französischen Gewerkschaften als streiksüchtige Daueropposition, doch das Bild hat sich grundlegend gewandelt. Die Belegschaft des Werks in Rennes beispielsweise hat im Rahmen einer Betriebsvereinbarung Opfer gebracht: Die Löhne wurden für drei Jahre eingefroren und die Belegschaft verzichtet auf Urlaubstage, die ihr laut Tarif zustünden.

„Dafür haben wir erreicht, dass die Produktion von 90.000 auf 150.000 Einheiten gesteigert wird“, sagt die Gewerkschafterin. In dem Werk in der Bretagne arbeite man jetzt am Anschlag: im Dreischichtbetrieb plus einer Sonderschicht für das Wochenende.

Die neuen Produktionspläne werden in den kommenden vier Jahren definiert, wenn Opel-Vauxhall die vorgegebene Gewinnmarge von zwei Prozent des Umsatzes erreicht haben soll. „Dann wird der Kuchen unter allen aufgeteilt: Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall“, sagt Virassamy.

Auch deshalb interessiert man sich in Frankreich sehr dafür, mit den deutschen Gewerkschaften zusammenzuarbeiten. Ein erstes Treffen mit der IG Metall hat am 5.Mai in Brüssel stattgefunden. Noch ist aber unklar, ob die Arbeitnehmervertreter von Opel-Vauxhall am europäischen Betriebsrat von PSA teilnehmen werden, was ihnen zusteht und was die CFDT sich wünscht – oder ob sie sich auf den eigenen Euro-Betriebsrat von Opel-Vauxhall beschränken, was ebenfalls möglich ist.

Die CFDT als Gewerkschaft, die auf einen intensiven sozialen Dialog setzt, erhofft sich eine Stärkung der eigenen Linie durch die IG Metall. Bei einer Sitzung des PSA-Unternehmensrats am Donnerstag und Freitag sicherten die PSA-Manager zu, genauere Informationen über die künftige Aufteilung der Kompetenzzentren nachzuliefern.  

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