PSA und General Motors Opel-Deal könnte am Montag verkündet werden

General Motors möchte Opel an PSA Peugeot Citroen verkaufen. Insidern zufolge gehen die Verhandlungen in die heiße Phase: Die beiden Konzerne könnten den Deal vielleicht schon in den kommenden Tagen verkünden.
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Der Verkauf der Marke von General Motors könnte schon bald fix sein. Quelle: AFP
Peugeot und Opel

Der Verkauf der Marke von General Motors könnte schon bald fix sein.

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Paris/HamburgDie Verhandlungen von General Motors über einen Verkauf von Opel an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroen gehen Insidern zufolge in die heiße Phase. Die beiden Konzerne hoffen, einen Deal schon in den kommenden Tagen verkünden zu können, wie mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagten. Möglicherweise sei es bereits am Montag so weit. Damit könnte Peugeot den Zusammenschluss noch im Vorfeld des Automobilsalons bekanntgeben, der am Dienstag in Genf beginnt. „Die Zuversicht wächst“, sagte eine PSA nahestehende Person.

GM und PSA hätten sich in Streitfragen wie den Umgang mit Pensionsverpflichtungen angenähert, sagten die Insider. Noch dauerten die Gespräche allerdings an, es könnten noch Hindernisse auftreten. Vor einem Deal muss der PSA-Aufsichtsrat der Vereinbarung zustimmen. Sprecher von PSA und Opel lehnten Stellungnahmen ab.

Wer ist PSA?
Zukäufe
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Zuvor hatte die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ berichtet, Peugeot-Citroën wolle die Kontrolle Protons übernehmen. Das Unternehmen stehe seit Monaten zum Verkauf. Mit schnellen Entscheidungen ist laut Sprecher nicht zu rechnen – mit Blick auf den Zeitplan sprach er in allgemeiner Form von „mehreren Wochen“.

International aufgestellt?
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Bei PSA war in der Vergangenheit häufiger bemängelt worden, dass sich die Franzosen zu sehr auf den europäischen Markt konzentriert hätten und nicht ausreichend in Asien präsent seien. Doch auch in Asien will der potenzielle Opel-Käufer aufholen: Wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, ist PSA auch am asiatischen Hersteller Proton in Malaysia interessiert.

Angeblich sauber
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Unlängst schaltete die französische Antibetrugsbehörde nach Untersuchungen zu Diesel-Abgasen bei PSA die Justiz ein. Ein entsprechendes Dossier ging an die Staatsanwaltschaft. Es liegt nun an der Justiz, über eventuelle Folgen zu entscheiden. Der Konzern betonte, er habe seine Fahrzeuge niemals mit Betrugs-Software ausgestattet.

Großkonzern
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Der Umsatz betrug im vorvergangenen Jahr 54,7 Milliarden Euro; neuere Jahreszahlen liegen nicht vor. Der Konzern beschäftigte 184.000 Mitarbeiter.

China mit drin
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Auch der staatlich kontrollierte chinesische Hersteller Dongfeng stieg 2014 bei dem Traditionsunternehmen mit 14 Prozent ein. Der Einfluss der Peugeot-Familie sank im Zuge der Sanierung hingegen beträchtlich.

Sanierer als Konzernchef
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Carlos Tavares fuhr in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs – unter anderem mit Werkschließungen und Jobabbau. Um das vor drei Jahren stark angeschlagene Unternehmen zu retten, schoss unter anderem der französische Staat Geld zu und hielt zuletzt rund 14 Prozent der Anteile.

Staatskonzern auf Platz 3.
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Der vom Staat gestützte französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr weltweit über 3,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der französische VW-Konkurrent mit den Marken „Peugeot“, „Citroën“ und „DS“ sah sich in Europa länger als Branchenzweiter. Im vergangenen Jahr schnitt aber Renault laut Branchenverband Acea etwas besser ab als PSA und schob sich hinter Volkswagen auf Platz Zwei.

Der Umgang mit den Pensionslasten ist eine wichtiger Streitpunkt zwischen GM und PSA. Analysten schätzen, dass in der Pensionskasse von Opel und der britischen Schwester Vauxhall ein Loch von acht bis zehn Milliarden Dollar klafft. Insidern zufolge forderte GM, im Gegenzug für Zugeständnisse bei den Pensionslasten den Verkauf von Opel-Modellen in China zu beschränken. PSA habe deutlich gemacht, dass der Konzern nicht bereit sei, den Großteil der Pensionslasten zu schultern.

Für diesen Freitag ist in Rüsselsheim eine Betriebsversammlung angesetzt, auf der einem Insider zufolge über die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten des Jahres informiert werden soll. Dort dürften allerdings auch erneut Fragen nach dem erwarteten Zusammenschluss mit PSA gestellt werden. Die Belegschaft war bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Gespräche mit Peugeot informiert worden.

GM will sich durch einen Verkauf aus dem verlustreichen Europa-Geschäft zurückziehen. Peugeot hat zugesagt, die Opel-Standorte in Deutschland und Großbritannien zu erhalten und damit die Gemüter in Politik und Belegschaft beruhigt. Die Garantien beziehen sich allerdings nur auf die schon von General Motors ausgesprochenen Zusagen und Vereinbarungen. Diese gelten zumeist bis 2020. Was danach geschieht ist unklar. PSA will durch einheitliche Technik und das Zusammenlegen von Entwicklung und Einkauf Insidern zufolge bis zu zwei Milliarden Euro Kosten einsparen.

  • rtr
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  • PSA und Opel stellen sehr ähnliche Fahrzeuge her. Beide Firmen haben Überkapazitäten. Da PSA übernimmt ist damit zu rechnen das künftige Fahrzeuge auf PSA Plattformen gesetzt werden. Es ist damit zu rechnen das ein Grossteil der wesentlichen Komponenten, Motoren, Getriebe etc. von PSA übernommen wird.

    Es wird durch Standortgarantien und Arbeitsplatzgarantien eine Übergangsfrist geben. Es wird Peugeots mit etwas veränderter Karosserie als Opel geben. Am Ende wird Opel ähnlich Höchst (einst bedeutender Pharma Hersteller) verschwinden.

    Ich vermute das das Ziel von PSA ist Marktanteile und Vertrieb von Opel zu übernehmen. Weder die Technik noch die Werkskapazitäten dürften besonders interessant sein.

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