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Quartalszahlen Starke Industriekonjunktur sorgt für Gewinnexplosion bei BASF

Das Ebit vor Sondereinflüssen hat sich im zweiten Quartal verzehnfacht. Seine Prognose für 2021 hat der Chemieriese abermals angehoben.
09.07.2021 Update: 09.07.2021 - 18:52 Uhr Kommentieren
Für 2021 erwartet BASF nun einen Umsatz von 74 bis 77 (bislang 68 bis 71) Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 7,0 bis 7,5 (bisher: 5,0 bis 5,8) Milliarden. Quelle: Reuters
BASF-Logo nahe Basel

Für 2021 erwartet BASF nun einen Umsatz von 74 bis 77 (bislang 68 bis 71) Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 7,0 bis 7,5 (bisher: 5,0 bis 5,8) Milliarden.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Hohe Preis- und Absatzsteigerungen bescheren dem Chemiekonzern BASF ein unerwartet starkes Gewinnwachstum und damit deutlich verbesserte Perspektiven für das Gesamtjahr. Der Ludwigshafener Konzern hat daher seine Prognosen für 2021 am Freitag abermals deutlich erhöht. Er stellt nunmehr einen Anstieg des Betriebsgewinns vor Sondereinflüssen auf sieben bis 7,5 Milliarden Euro in Aussicht, gegenüber einer bisherigen Prognose von 5,0 bis 5,8 Milliarden Euro.

Gegenüber dem pandemiebedingt sehr schwachen Vorjahr dürfte sich der bereinigte operative Gewinn des Chemieriesen in etwa verdoppeln. Er steuert damit auf ein Ertragsniveau zu, das er zuletzt 2017 erreicht hatte.

Auch der Umsatz wird nach der neuen Prognose stärker zulegen als bislang erwartet und mit 74 bis 77 Milliarden Euro etwa sechs Milliarden Euro höher ausfallen als zuvor geschätzt. Man unterstelle dabei, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2021 nicht zu starken Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität durch Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie komme, heißt es in der Mitteilung des Chemiekonzerns.

Im zweiten Quartal allein hat sich das bereinigte Ebit der BASF gegenüber dem sehr schwachen Vorjahreswert auf 2,3 Milliarden Euro verzehnfacht, wie der Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der Umsatz legte um gut die Hälfte auf 19,7 Milliarden Euro zu. Einen derart drastischen Ertragsumschwung gab es bei dem Ludwigshafener Konzern seit Jahrzehnten nicht mehr. Die ohnehin bereits relativ zuversichtlichen Analystenschätzungen für das zweite Quartal wurden damit noch um rund ein Viertel übertroffen.

Die Vorabzahlen des Branchenführer bestätigen die derzeit bärenstarke globale Chemiekonjunktur, die sich offenbar noch besser entwickelt als von vielen Analysten geschätzt. Die BASF-Aktie legte in Reaktion auf die Zahlen am Freitagnachmittag um knapp vier Prozent zu. Auch andere Chemiewerte wie Covestro oder Lanxess sowie US-Chemiefirmen wie Dow Chemical, Lyondell-Basell und Dupont legten durchweg zu.

Hinweis auf ungewöhnlich steilen zyklischen Aufwärtstrend in der Branche

Hintergrund sind die sehr starke globale Industriekonjunktur und der daraus resultierende hohe Bedarf an Vormaterialien. Für die Chemiekonzerne schlägt sich das sowohl in deutlich steigenden Absatzmengen als auch kräftigen Preis- und damit Margensteigerungen nieder. Die BASF meldete für das zweite Quartal ein Mengenwachstum von 28 Prozent und Preissteigerungen von durchschnittlich 35 Prozent. Das deutet auf einen ungewöhnlich steilen zyklischen Aufwärtstrend in der Branche. Seine Annahmen für das Wachstum der globalen Chemie- und Industrieproduktion hat der Konzern um jeweils 1,5 Punkte auf nunmehr 6,5 Prozent angehoben.

Im zweiten Quartal schlug sich der Effekt bei BASF vor allem im Geschäft mit Basischemikalien (Konzernsegment Chemicals), Kunststoffen (Materials) und Industriechemikalien (Industrial Solutions) nieder. In der Ertragsentwicklung dürften dem Konzern zudem auch Effizienzgewinne aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen der Vorjahre geholfen haben. Im Geschäft mit Vorprodukten für Nahrungsmittel und Pflegeprodukte sowie in der Agrochemiesparte indessen sind die Erträge nach Angaben des Unternehmens hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben. Detaillierte Quartalszahlen will die BASF am 28. Juli vorlegen.

Die insgesamt stürmische Erholung folgt auf ein sehr schwaches Jahr 2020, das von deutlichen Einbußen aufgrund der Pandemie und von erheblichem Margendruck als Folge von Überkapazitäten geprägt war. Hinzu kamen größere Wertberichtigungen auf verschiedene Chemieaktivitäten. Unterm Strich musste der Konzern daher für 2020 erstmals seit Jahrzehnten rote Zahlen ausweisen. Dem dürfte im laufenden Jahr ein hoher Nettogewinn von mehr als vier Milliarden Euro gegenüberstehen.

Mehr: BASF trennt sich vom Geschäft mit Wasseraufbereitung

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