Quartalszahlen Wie Audi sich entstauben will

Die Basis stimmt, doch der Glanz fehlt: Audi konnte zwar den Absatz erneut steigern, aber nicht in mehr Gewinn ummünzen. Bei wichtigen Technologien haben andere die Nase vorn – Audi braucht neue Ideen.
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Bis die Audi-Ringe wieder richtig glänzen, muss noch viel poliert werden: Hohe Investitionen drücken zum Jahresauftakt den Gewinn. Quelle: dpa

Bis die Audi-Ringe wieder richtig glänzen, muss noch viel poliert werden: Hohe Investitionen drücken zum Jahresauftakt den Gewinn.

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DüsseldorfDie Zeit geht an keinem Auto spurlos vorbei. Jeder Kilometer fordert seinen Tribut, egal wie gut Sie Ihr Auto pflegen. Den kleinen Kratzer in der Stoßstange können Sie zwar mit etwas Politur und Mühe kaschieren, der Wagen steht gut da. Doch irgendwann hilft Polieren alleine nicht mehr weiter, wichtige Verschleißteile wollen ersetzt werden. Und solche Investitionen gehen schnell ins Geld.

Das bekommt derzeit auch Audi zu spüren, nur geht es hier nicht im ein paar Liter Motoröl oder einen Satz frische Reifen, sondern um neue Fabriken, Produktionsanlagen und die Entwicklung neuer Modelle.

Audi hat einiges aufzuholen: Bei wichtigen Projekten ist das Unternehmen ins Hintertreffen geraten, die Konkurrenz ist in Schlüsseltechnologien den Audianern meist einen Schritt voraus. BMW etwa setzt bei dem Elektroauto i3 als erster großer Hersteller auf eine Karosserie aus Kohlefaser und gilt als technisch führend. Der futuristische Hybrid-Sportwagen i8 steht in den Startlöchern, Daimler will demnächst eine elektrische B-Klasse auf den Markt bringen – der Kooperation mit Tesla sei Dank.

Der etwas glücklose Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer musste im vergangenen Jahr seinen Posten wieder räumen – nach nur zehn Monaten. Sein Nachfolger wurde Ulrich Hackenberg, bis dahin seines Zeichens Chefentwickler der Konzernmutter Volkswagen.

Womit Audi sein Geld verdient
Weltpremiere Audi A7 Sportback
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Platz 10 – Audi A7 Sportback

Mit 7.836 ausgelieferten Fahrzeugen im ersten Quartal verdrängt der A7 Sportback die TT-Baureihe aus den Top Ten. Das viertürige Luxus-Coupé ist zwischen dem A6 und dem großen A8 angesiedelt.

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Platz 9 – Audi A8

Von der Luxuslimousine gibt es nach wie vor nur ein Modell, wenn man die Varianten mit kurzem und langem Radstand zusammenfasst. Damit brachte es der A8 auf 9.823 Verkäufe im ersten Quartal.

Automesse in Shanghai - Audi
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Platz 8 – Audi Q7

Das große SUV aus Ingolstadt ist im letzten Jahr seines Modellzyklus, 2015 rollt ein neuer Q7 zu den Händlern. Dennoch brachte es das aktuelle Modell in den ersten drei Monaten auf 15.970 Verkäufe.

An employee prepares Audi A5 2.0 T Quattro car ahead of the 84th Geneva Motor Show at the Palexpo Arena in Geneva
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Platz 7 – Audi A5

Von der A5-Baureihe lieferte Audi im ersten Quartal 22.910 Fahrzeuge aus. Das Cabrio war mit rund 4.300 Exemplaren die am wenigsten gefragte Variante, der fünftürige Sportback brachte es auf mehr als 12.000 Fahrzeuge.

42nd Tokyo Motor Show
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Platz 6 – Audi A1

Audis Kleinster verkauft sich gut, im ersten Quartal genau 31.606 Mal. Dabei liegt der Anteil des fünftürigen Sportbacks (im Bild) bei etwa zwei Dritteln, das restliche Drittel bei der dreitürigen Variante.

AUDI AG: Starke Absatzzahlen in Q3/2011
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Platz 5 – Audi Q3

Der Q3 ist das bislang kleinste SUV aus Ingolstadt, könnte aber bald mit einem Q1 einen kleinen Bruder bekommen. Wer bei kompakten Abmessungen trotzdem in den Genuss einer erhöhten Sitzposition kommen will, muss aber derzeit noch zum Q3 greifen. Das taten in den ersten drei Monaten 2014 immerhin 44.967 Kunden, was im Audi-internen Ranking der Baureihen für den fünften Platz reicht.

Hauptversammlung der AUDI AG
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Platz 4 – Audi Q5

Bei der Größe liegt der Q5 zwischen dem Q3 und dem Q7, doch beim Absatz liegt er ganz vorne. Zumindest bei den SUV-Modellen. 56.974 Fahrzeuge konnte Audi im ersten Quartal ausliefern.

Und noch ein Spitzenmanager wechselte von Wolfsburg nach Oberbayern: Produktionsvorstand Frank Dreves, der zum 31. März in Ruhestand gegangen war, wurde durch Hubert Waltl ersetzt – der zuvor dieselbe Position bei VW inne hatte. Ein klares Indiz, dass Wolfsburg den Stillstand in Ingolstadt nicht länger hinnehmen und durch getreue Manager mehr Kontrolle gewinnen will.

Die bei Audi geplanten Elektrovarianten des Sportwagens R8 und des Kleinwagens A1 schafften es unter Entwicklungschef Dürheimer nicht über das Prototypenstadium hinaus. – bis Hackenberg einschritt: „Die Chancen für eine Produktion stehen nicht schlecht“, sagte der neue Audi-Technikvorstand dem Handelsblatt und revidierte so die Entscheidung seines Vorgängers zumindest in Teilen. Das war im Dezember, seitdem ist es wieder ruhig um den Elektroflitzer geworden, der den Rekord für solche Antriebe auf der Nordschleife hält.

Audi hat in Sachen Innovation einiges aufzuholen: Hohe Ausgaben in diesem Bereich haben den Konzern denn auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein wenig gebremst. Zwar verkaufte die Volkswagen-Nobeltochter zwischen Januar und Ende März erneut mehr Autos. Den höheren Absatz und den wachsenden Umsatz konnte der Autobauer aber nicht in höhere Gewinne ummünzen.

Unter dem Strich verdiente die VW-Tochter mit gut einer Milliarde Euro sogar ein kleines bisschen weniger Geld. Der Umsatz hingegen kletterte deutlich um mehr als zehn Prozent, wie Audi am Montag mitteilte. Die Rendite schmilzt aber weiter dahin. Die operative Marge sackte um einen Punkt auf 10,1 Prozent ab. Damit liegen die Ingolstädter allerdings noch immer über dem selbst gesetzten Zielkorridor von acht bis zehn Prozent. Finanzvorstand Axel Strotbeck erklärte die Entwicklung mit hohen Vorleistungen für neue Modelle und der Erweiterung der Produktion. Dieses Geld geben bei Audi vor allem zwei Vorstände aus, die bis vor kurzem noch bei der Konzernmutter Volkswagen Dienst taten.

Audi profitiert von Hackenberg – aus Wolfsburger Zeiten
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6 Kommentare zu "Quartalszahlen: Wie Audi sich entstauben will"

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  • Audi ist eine (nicht immer gut erzogene) Tochter von VW

    Aber ein BWL-Typ an der spitze ist wie Cyan-Kali im Speiseeis

  • Ach noch was! "Premium" Produkte sollen wir bezahlen und demnächst, ich glaube spätestens 2016, kommt kein einziger Audi Q5 mehr aus Europa/Ingolstadt, der wird nämlich nur noch in Mexiko gebaut. dann kommt mir kein Q5 mehr vor die Tür.

  • Vorsprung durch Technik. Ha, die haben immer noch keine aktive Verkehrszeichenerkennung im Audi Q5.
    Das bietet selbst VW schon, ich glaube seit 2 Modelljahren im Mini-SUV an.

  • Die Verarbeitung stimmt. Die Formen sind nicht barock - wie bei BMW. Mercedes wird gerade besser. Mal sehen, wie Audi reagiert. Bißchen anstrengen ist immer gut!

  • jaja, Audi und die Definition langeweilig/eintönig passt schon schablonenartig gut übereinander...VW halt.

  • Fahren Sie Audi - egal für welches Modell Sie sich auch entscheiden, sie sehen alle gleich aus. Somit sind immer auf der sicheren Seite.

    Mein Vorschlag als Werbeslogan.

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