Rabatte beim Autokauf Deutschland, die alte Autonation

Die Fahrzeuge auf deutschen Straßen sind so alt wie seit 55 Jahren nicht mehr. Neuwagen verkaufen sich im gesättigten Markt trotzdem nur mit hohen Rabatten – zu Lasten der Händler.
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Alternativen zum Autokauf beliebter denn je

DüsseldorfDass Deutschlands Autokäufer im Schnitt immer älter werden, mag mit dem demographischen Wandel zu erklären sein. Doch dass auch das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in den vergangenen Jahren immer weiter zugelegt hat, belegt, dass die Lust auf ein neues Auto immer weiter abnimmt. Im Schnitt haben Autos in Deutschland mittlerweile neun Jahre auf dem Buckel – und sind damit so alt wie seit Beginn der Statistik im Jahr 1960 nicht mehr.

Dabei kaufen fast nur noch die Alten: 53 Jahre alt ist ein Neuwagenkäufer im Schnitt. Junge kaufen nur bei starken Rabatten. Das jüngste Absatzplus ist das Resultat einer anhaltenden Rabattschlacht, das zeigt eine aktuelle Studie des Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Statistisch gesehen besitzt bereits jeder zweite Deutsche ein Auto: Auf 1000 Einwohner kommen in Deutschland 550 Fahrzeuge. Experten sprechen da von einem gesättigten Markt. Die Lust auf ein neues Auto können die Hersteller derzeit nur mit neuen Rabatten wecken. Trotz guter Konjunktur und dem Rekordalter des Bestands, ist das Rabattniveau in Deutschland unverändert hoch. „Der Branche fehlen die kauffördernden Innovationen“, sagt Studienautor Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts.

Neuwagenpreise fallen wie Herbstlaub
Nase voll vom eigenen Auto?
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Der Automarkt ist ein gestättigter Markt. Auf 1000 Einwohner kommen in Deutschland 550 Pkw. Jeder zweite Einwohner besitzt damit einen Pkw. Bewegung in so einem gesättigten Markt kommt laut dem Center Automotive Research (CAR) der Ruhr-Uni Duisburg-Essen nur durch Innovationen, die Käufer ermuntern, ihre Fahrzeuge auszuwechseln. Fehlen diese „kauffördernden“ Innovationen, so geht es in erster Linie um Schnäppchen ...

Sind Listenpreise nur noch Mondpreise?
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Im März 2016 sind diese Rabatte im deutschen Automarkt zwar leicht gesunken, wie die regelmäßige Markbeobachtung und Analyse des CAR-Institut der Ruhe-Universität Duisburg Essen zeigt. Doch satte Ersparnisse sind immer noch drin. In der folgenden Bildübersicht sehen sie die Modelle bzw. Hersteller- und Händleraktionen, bei denen Neuwagenkäufer besonders viel sparen, im Vergleich zur offiziellen Preisempfehlung ...

Auswirkung des VW-Diesel-Skandals
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Seit März bietet VW seinen deutschen Kunden eine Belohnung für Treue an, die vielen angesichts des Abgasskandals zunehmend schwer fällt. Beim Eintausch eines VW-Gebrauchtwagens und gleichzeitigem Neukauf eines VW-Modells gibt es Treue-Prämien. Beim VW Golf etwa bis rund 2.000 Euro.

Das Programm ist zunächst befristet bis Ende April. Den Golf 3-Türer gibt’s damit etwa über Internetvermittler ab 12.760 Euro, das entspricht 28 Prozent Rabatt.

Gemessen an den Angeboten der vier großen Internetvermittler von den 30 meistverkauften Neuwagen werden aktuell im Durchschnitt 17,6% Rabatt auf individuell bestellte Neuwagen gewährt.

Platz 10
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Marke/ Modell: Ford B-Max

Aktion: "Flatrate-Finanzierung" inkl. Anschlußgarantie und Wartungen, 1,99%, 48 Monate, 10.000 km/Jahr, Anzahlung 3.400 Euro, Monatsrate 89 Euro, Schlussrate 6.673 Euro.

Hersteller-Preisempfehlung: 15.950 Euro

Kundenvorteil: 4.062 Euro oder 25,5 Prozent

Platz 9
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Marke/ Modell: Ford Focus Turnier

Aktion: "Flatrate-Finanzierung" inkl. Anschlußgarantie und Wartungen, 1,99% effektiver Jahreszins, Laufzeit 48 Monate, Laufleistung 10.000 km/Jahr, Anzahlung
3.700 Euro, Monatsrate 89 Euro, Schlussrate 7.539 Euro..

Hersteller-Preisempfehlung: 17.360 Euro

Kundenvorteil: 4.434 Euro oder 25,5 Prozent

Platz 8
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Marke/ Modell: Volvo V40

Aktion: Sonderfinanzierung, 0% effektiver Jahreszins, Laufzeit 36 Monate, Anzahlung 3307,- Euro, 35 Monatsraten a 208 Euro, Schlussrate 11.420 Euro.

Hersteller-Preisempfehlung: 23.450 Euro

Kundenvorteil: 6.057 Euro oder 25,8 Prozent

Platz 3
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Marke/ Modell: Renault Clio Grandtour

Aktion: "Flex Plus Finanzierung", inkl. 3 Jahre Anschlussgarantie, 0%, 60 Monate, 10.000 km/Jahr, Anzahlung 250 Euro, Monatsrate 99 Euro, Schlussrate 5.790 Euro.

Hersteller-Preisempfehlung: 13.690 Euro

Kundenvorteil: 3.772 Euro oder 27,6 Prozent

Im Juli wurden nach Berechnungen der Wissenschaftler im Schnitt rund 12 Prozent Nachlass auf jedes verkaufte Fahrzeug gewährt. Obwohl der Sommer für den Handel traditionell eine absatzschwächere Jahreszeit ist, bewegen sich die Rabatte damit auf einem unverändert hohen Niveau. Darüber hinaus war der Anteil der Eigenzulassungen mit 28,5 Prozent so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr in einem Juli. Solche Tageszulassungen werden meist mit immensen Rabatten verkauft.

Insbesondere die Premiumriesen versuchen vor der Branchenmesse IAA, ihre Auslaufmodelle an den Mann zu bringen. Der BMW X1wird mit Prämien von bis zu 8000 Euro beworben. Bei Audi sind es die kompakten Baureihen A1 und A3, die derzeit mit enormen Rabatten in den Markt gebracht werden.

Händler unter Druck
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28 Kommentare zu "Rabatte beim Autokauf: Deutschland, die alte Autonation"

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  • Als Eigentümer eines Autos wird man ausgenommen, als wäre man eine Weihnachtgans.Nur als Pleitier kann man sich schadlos ein Auto leisten, sie verstehen, nur wenn man tot ist.

  • Ich habe vor 10 Jahren mein Auto verkauft.
    Die Rechnung war einfach:
    - Anschaffung, Wertverlust des Autos. Unterhaltskosten wie Steuer, Versicherung, TÜV-AU, Benzin und gelegentlich mal Werkstatt.
    -Gegen die Kosten einer Monatskarte im Öffentlichen Nahverkehr.
    Kommt so einiges zusammen an Einsparung . ;-)
    Taxifahrten (nicht Uber) fallen da nicht ins Gewicht, verglichen mit den Kosten eines PKW.
    OK, ich lebe in einer grösseren Stadt, da ist das machbar.

  • Unser zweit Wagen, Opel Corsa B! Läuft und läuft, kaum Rost, grüne Plakette, Verbrauch:6 Liter! Schönes Stadtauto! Warum soll ich Ihn verschrotten?

  • "Doch dass auch das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestands in den vergangenen Jahren immer weiter zugelegt hat, belegt, dass die Lust auf ein neues Auto immer weiter abnimmt..."

    Von abnehmender Lust kann wohl nicht die Rede sein, eher von fehlenden finanziellen Mitteln...
    Die Studie zeigt wahrscheinlich ungewollt, dass die Aussage vom ständig steigenden Wohlstand in Deutschland nur noch für ein paar wenige zutrifft und die Mittelschicht die das Wachstum über Jahrzehnte sicherte seit Mitte der 90er Jahre bedrohlich schrumpft
    ("Trotz eines neuen Beschäftigungsrekords ist die deutsche Mittelschicht in den vergangenen 20 Jahren deutlich geschrumpft. Nach einer Studie der Universität Duisburg-Essen ging der Anteil von Haushalten mit mittleren Einkommen zwischen 1993 und 2013 von 56 auf 48 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die Quote der schlechter Verdienenden"=> SZ vom 26.08.2015) .

    Insbesondere die Großkonzern sind mit ihren Werkvertrags- und Outsourcingmodellen für eine Vielzahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse verantwortlich und spätestens wenn die Chinesen ihren Konsum nicht in gewohnter Weise steigern, wird man feststellen, dass Autos keine Autos kaufen....

  • "alle" mit Sicherheit jetzt auch nicht ;-)

    Einen Kauf eines neuen Fahrzeuges kann man natürlich auch mal aus einem anderen Sichtwinkel sehen:
    man kaufe sich als 20jähriger einen Bentley Continentel und fährt ihn einfach Jahrzehnte. Daaaassss .... finde ich persönlich schon wieder ok, und irgendwie stilvoll... ^.

  • für 28T Euro bekommt man nichtmal einen ordentlichen Mini...also ich meine die Autos die so richtig von BMW optisch verklatscht worden sind...

    Bei diesen ganzen Einspar - und Effektivierungsmaßnahmen müssten die Autos doch eigentlich günstiger werden; versteh ich alles irgendwie nicht...^.

    Bei den Preisen die von den Herstellern aufgerufen werden könnte man darauf kommen das diese absichtlich so hoch gehalten werden; um dem Endkunden brav auf einen voll kalkulierbaren Leasingvertrag zu trimmen. Leasing sieht ja so günstig für den Kunden aus...und man hat ihn voll in der Hand.

    Ich kann mich entsinnen das ich bei einer Barkaufanfrage beim hiesigen Typhändler der Zuffenhausener einen Rabatt angeboten bekam: 0 Euro.

  • Warum sollte ich mir auch eine solche Geldvernichtung kaufen?

    Ein Dacia Lodgy, unschlagbar in Sachen Stauraum, kostet in einer guten Ausführung mit Extras neu rund 13.000 EUR. Da fängt eine Sardinenbüchse VW Polo erst überhaupt in der Basisvariante an.

    Manche Premiumbüchsen verlieren den Wert eines solchen Dacias schon allein, wenn man sie vom Hof des Autohändlers fährt. Das ist doch irre.

    Wenns nach meinem Portemonnaie geht, kann ich mir auch einen dicken Benz leisten. Nur dann ist das Geld weg und mit dem kann ich mich auch nur von A nach B fahren.

    Und ob's am Ego kratzt, wenn einer mit einem lauten Porsche Samstag Abends um die Häuser zieht, nur weil er keine Freunde hat und angeben muss? Nein, sicher nicht. Denn meiner wurde mit einer Überweisung aus eigenem Geld bezahlt. Die Prollkutschen sind dagegen alle finanziert.

  • Autofahren macht ja auch nur noch Nachts wirklich Spass; TÜV-Abzocke, Parkzettelabzocke, nervige Ampelschaltungen, Ampelschaltungen Nachts an unsinnigen "Gefahrenpunkten"; Tempolimits aus unerfindlichen Gründen, ich mag gerne Autos ( also wenige ^^), aber machmal denke ich: alles abschaffen.
    Werden die Herrschaften dann vom "Parkraumüberwachungsmanagment" arbeitslos?

    Wenn ich Morgen ein bezahlbares Auto ( was einen Ahaeffekt für mich auslöst ) kaufen müsste würde ich da stehen ... und nichts finden.
    Ich finde die allermeisten neuen Karren haben einfach keine Seele und für die aufgerufene Kohle ist es mir dann einfach nicht wert. Die neuen Modelle kommen auf den Markt wie der Karnickelnachwuchs und man kann kaum noch mehr Kohle kaputt machen.

    Manchmal macht es einfach auch nur Spaß den Konsum zu verweigern...;-).

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sehr geehrter Herr Sportmann,

    erstens dürften die Zahlen, die Frau Nahles heute vorgelegt hat, weit zu niedrig gegriffen sein, und zweitens handelt es sich nach ihrer Aussage nur um die Beträge im Bereich ihres Ministeriums. Die Hauptlast der Kosten liegt bekanntlich bei den Kommunen. Auch die müssen letztlich von hart arbeitenden Menschen finanziert werden. Jeder sollte daher mit einer Lawine von Steuer- und Abgabenerhöhungen durch die Kommunen rechnen. Das dicke Ende kommt erst noch.

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